Geistlicher Hausputz
Hallo Du,
wenn ein Mensch Christ wird, gleicht sein bisheriges Leben oft einem Haus, das lange vernachlässigt wurde. Es hat sich Unordnung angesammelt, in den Ecken liegt Staub und manche Altlasten wurden einfach im Keller versteckt.
Wenn Gott in dieses Leben tritt, beginnt er eine geistliche Grundreinigung. Und faszinierenderweise folgt er dabei genau denselben logischen Schritten, die wir auch von einem gründlichen Hausputz kennen.
Der erste Schritt ist: Licht hereinlassen. Bevor wir den Besen in die Hand nehmen, öffnen wir die Vorhänge. Erst im hellen Licht sehen wir den Schmutz.
Geistlich bedeutet das: Gott bringt das Licht seines Wortes und des Heiligen Geistes in unser Leben. Es ist der Moment der Selbsterkenntnis, in dem wir ehrlich zugeben, wo es in unserem Inneren unordentlich ist – oder wo es schmutzig ist sogar stinkt.
Der zweite Schritt ist: Das Entmisten. Bevor wir wischen, muss der angesammelte Müll raus. Altes, Überflüssiges, Kaputtes und Schlechtes wird weggeworfen.
Im Glauben ist das die Buße oder Kehrtwende. Der neue Christ trennt sich von alten, schädlichen Gewohnheiten und schafft Platz für das Neue.
Der dritte Schritt ist: Das Einweichen. Hartnäckiger Kalk oder verfestigter Schmutz lässt sich nicht einfach wegwischen. Er braucht Zeit und ein gutes Reinigungsmittel.
So ist es auch mit mentalen und seelischen Verkrustungen oder mit tiefen Verletzungen oder mit Bitterkeit in unserem Herzen. Gott nutzt hier das Reinigungsmittel seiner Gnade. Er bricht verhärtete Herzen sanft auf und bringt vergrabene Probleme an die Oberfläche, damit sie wirklich heilen können.
Der vierte Schritt ist die Hauptreinigung nach dem Prinzip: Von oben nach unten. Wir putzen die Regale vor dem Fußboden, damit der fallende Staub nicht alles wieder schmutzig macht.
Die geistlich reinigende Vergebung beginnt und kommt von oben – als Geschenk Gottes durch Jesus Christus. Wir können uns nicht von unten nach oben selbst reinigen. Seine Vergebung wäscht die Schuld vollständig weg und schenkt uns eine reine Weste.
Der fünfte Schritt entspricht dem Farbcode-System für die Reinigungstücher. Beim Putzen nehmen wir für das WC niemals dasselbe Reinigungstuch wie für die Küche, um keine krankheitserregenden Keime zu verschleppen. Damit das nicht geschehen kann benutzen wir unterschiedliche Farben der Tücher. Beispielsweise Rot – für die sanitäre Anlage, Blau – für allgemeine Oberflächen und Grün – für die Küche und den Esstisch.
Gott möchte auch nicht, dass wir alte, ungesunde und schädigende Denkmuster und Verhaltensweisen in unser neues Leben verschleppen. Er trennt das Heilige vom Unheiligen klar und schenkt uns einen völlig neuen Fokus.
Der sechste Schritt ist: Die Böden wischen. Beim Wischen geht man rückwärts aus dem Raum, damit man keine neuen Fußabdrücke oder Verschmutzungen auf den noch feuchten Böden hinterlässt.
Wer Christ wird, muss nicht ständig sorgenvoll zurückschauen. Sünden der Vergangenheit sind von Jesus weggewischt und vergeben. Damit ist die Sicht und der Weg nach vorne frei.
Der letzte Schritt ist: Die tägliche Pflege. Eine Grundreinigung hält nicht ewig. Eine Wohnung oder ein Haus, brauchen danach tägliche Pflege und Ordnung.
Auch das Leben mit Gott ist ein täglicher Reinigungsprozess. Durch tägliches Gebet, Bekennen von Fehlern und Besinnen auf Gottes Wort räumen wir den Schmutz des Alltags weg, bevor er sich festsetzen kann und sorgen für übersichtliche Ordnung.
Gott ist ein gründlicher Hausherr – er renoviert unser Leben und auch uns – von Grund auf, damit wir uns in unserem Inneren wieder richtig wohlfühlen und in der neugewonnenen Ordnung und Sauberkeit wieder Frieden finden.
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. (Ps 51,12; L)
