Freu dich am Leben!

 

Iss dein Brot, trink deinen Wein, und sei fröhlich dabei!

Denn schon lange gefällt Gott dein Tun!

 

Trag immer die weißen Kleider der Reinheit,

und salbe dein Gesicht mit duftenden Ölen!

 

Genieße das Leben mit der Frau, die du liebst,

solange du dein vergängliches Leben führst,

das Gott dir auf dieser Welt gegeben hat.

 

Genieße jeden flüchtigen Tag, denn das ist der

einzige Lohn für deine Mühen.

 

Alles, was du tun kannst, wozu deine Kraft ausreicht,

das tu! Denn im Totenreich, wohin auch du gehen wirst,

gibt es weder Tun noch Denken weder Erkenntnis

noch Weisheit. (Prediger 9, 7-10)

 

Hallo Du,

gestern haben wir Marianne beerdigt, eine Frau mit

einem großen Herzen, praktisch, geradlinig, kinderlieb

voller Glaubensstärke.

Sie war Mutter, Großmutter und Urgroßmutter und

immer für einen Spaß zu haben. Doch ihre Lebenslust

wurde von den Belastungen des Lebens zunehmend

eingeschränkt.

 

Was ist es, was uns Leichtigkeit und Freude raubt,

die Lebenslust vermiest und die Liebe untergräbt

und das Gottvertrauen erschüttert?

 

Sind es Trauer, Enttäuschungen, Verletzungen oder

Ungerechtigkeiten?

Sind es unerfüllte, eigene Vorstellungen, Ansprüche,

Wünsche oder Ziele?

Sind es Unzufriedenheit, Verbitterung, Mangel oder

Armut oder sonst etwas?

 

Wahrscheinlich liegt der Grund

in unserer Menschlichkeit, in unserem Wollen,

Fühlen und Denken.

Wir verbinden unsere Freude leicht mit Anerkennung,

Erfolg, Glück und Geschenken, mit unserem Geschehen.

Wir erwarten Freude und Erfüllung von außen und

machen uns davon abhängig.

Das liegt an unseren Sichtweisen, Erwartungen

und Einstellungen, die unser Denken und Fühlen

bestimmen.

 

Wir nehmen das Leben nicht mehr so wie es ist.

Wie erwarten, dass es uns bedient und paradiesisches

Wohlergehen schenkt.

 

Wir missachten Chancen,

weil sie unseren Erwartungen und Ansprüchen

nicht genügen.

Wir wollen das Große und sind mit dem Kleinen

nicht mehr zufrieden.

Wir wollen immer mehr haben und sein, immer

mehr wissen und erkennen, immer mehr verstehen

und bestimmen und je mehr wir erreichen,

desto gieriger und unzufriedener werden wir und

desto weniger glauben, beten und danken wir.

 

Wir danken Gott nicht mehr für unser Leben und

unsere Begabungen, sondern wir beschweren uns,

dass wir benachteiligt und belastet sind.

Wir freuen uns nicht mehr an der Schönheit

der Schöpfung, sondern beuten sie aus und

zerstören sie.

Wir sind stolz auf wissenschaftlichen und

technischen Fortschritt, machen ihn zu unserer

Leitlinie und vergessen, dass er nur durch Gott

möglich wurde und den Menschen dienen soll.

 

Uns ist nicht mehr bewusst, dass das Leben eine Zeit

der Findung und Bewährung ist, zu der auch Probleme,

Schwierigkeiten und Niederlagen gehören.

 

Als Kinder haben wir uns keine Gedanken darüber gemacht.

Wir haben akzeptiert, was war und wie es war.

Wir hatten keine Wahl.

Wir haben das Gegebene spielerisch erkundet und

dessen Grenzen ausgelotet.

Wir haben uns selbst entdeckt, uns eingepasst und

das Beste daraus gemacht.

 

Wir haben die Liebe und Geborgenheit unserer Eltern

als selbstverständlich angenommen, wie auch

Gemeinschaft, Nahrung, Kleidung und sonstige

Geschenke.

Wir haben es uns unbeschwert und auf deren Kosten

gut gehen lassen.

Wir haben ihrer Liebe, Zuwendung, Erziehung und

Güte blind vertraut.

So soll es sein.

 

Doch mit dem Erwachsenwerden, kehrten der Ernst

und Verantwortung ins Leben ein. Auch Mühe und

Plage und, auf sich selbst gestellt zu sein.

 

Geben wir unseren und anderen Kindern die Liebe

und die Geborgenheit weiter, die wir bekommen haben?

Ist das die Liebe, die alle Menschenkinder immer

wieder brauchen?

Schränken wir sie selbst und ihr spielerisches Entdecken

durch Bevormundung immer weiter ein?

Lassen wir sie an unserem Leben ehrlich teilhaben?

Rüsten wir sie mit Gottvertrauen, Liebe, Mut,

Dankbarkeit und Zuversicht aus?

 

Memento mori! – Bedenke, dass du sterben wirst!

Memento vivere. – Denke daran – zu leben!

 

Der Leittext aus Prediger 9, 7-10 erinnert

uns an Folgendes:

Vertraue in allem auf Gott. Er sorgt für dich.  Seine

Liebe und Güte sind unbegrenzt und selbstverständlich.

Lebe und sei fröhlich dabei!

Dein inneres Kind darf leben!

Ihm dürfen wir glauben und ihm

blind vertrauen.

 

Bleibe bei Ehrlichkeit und Reinheit

und trage sie wie Ehrenkleider.

 

Dein Leben liegt in Gottes Hand.

Seine Liebe ist in dir und um dich.

Sie führt und trägt dich.

Das sei der Grund deiner Freude.

 

Genieße, was Gott dir gegeben hat.

Es soll dich erfreuen, dir zeigen,

dass er mit dir ist und dich zum

Wohlgeruch für andere machen.

 

Liebe, solange du lebst

und erfreue dich der Liebe anderer.

 

Carpe diem! – Genieße jeden flüchtigen Tag,

denn das ist der einzige Lohn für deine irdischen Mühen.

Das Leben ist vergänglich, deshalb genieße

jeden flüchtigen Moment und das, was der dir gibt.

 

Und vor allem:

Beschränke dich nicht selbst. Tue alles,

was du tun kannst und wozu deine Kraft ausreicht!

 

Im Tun verbindest du dich mit dem Leben und dem Erleben.

Im Tun wirst du zu dem dir bestimmten Teil des Lebens.

Im Tun findest du deinen Lebenssinn und deine Bestimmung,

auch wenn, oder gerade weil, nicht immer alles richtig ist.

 

In diesem Sinne

wünsche ich euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest 2013

wie auch kindliche Freude und Leichtigkeit und Dankbarkeit

ab dem Jahr 2014!

 

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