Die Schultüte

 

Endlich darf ich zur Schule gehen,

lernen, auf eigenen Füßen zu stehen,

endlich lernen, wie Lernen geht,

und lernen zu fragen,

damit man alles besser versteht.

 

Meine Kindergartenzeit ist jetzt zu Ende,

der erste Schultag bedeutet für mich eine Lebenswende,

meine schöne Schultüte darf mich begleiten,

angefüllt mit Gutem, es soll mich künftig führen und leiten.

 

Was ist denn da so alles drin?

Da schau ich doch mal genauer hin.

Was haben Mama und Papa,

Oma und Opa mir mitgegeben –

um zu leben, zu streben und mich zu geben?

 

Etwa schmutzige Ringelsocken?

Abgeschnittene Babylocken?

Ausgelutschte, zu kleine Schuhe?

Oder Familienschmuck aus Mamas Truhe?

 

Nein, nein, nein, das kann nicht sein! –

Gummibärchen wären fein,

vielleicht auch was zu trinken,

dazu Obst, Brot und Schinken.

Vielleicht auch Käse? – Nein, der würde zu sehr stinken.

 

Nun schau ich einfach mal hinein,

um herauszufinden, was ist mein.

 

Da finde ich -natürlich Gummibärchen-,

viel wichtiger aber, Offenheit und Vertrauen,

darauf möchte ich meine Zukunft bauen.

Auch Freude und Wissbegier sehe ich hier.

Hoffnung und Willigkeit sind meine Zier.

Lernbereitschaft, Geduld und Gehorsam,

– na, die sind vielleicht noch ein bisschen zu klein, –

doch für etwas, müssen ja auch die Lehrer da sein.

 

 

Huch,

da finde ich ja auch Unsicherheit und Tränen,

eine stille Bescheidenheit will ich auch erwähnen,

manchmal auch scheue Ängste, Mutlosigkeit und Verzagen,

manchmal auch einen Dickkopf mit eigenem Wollen und Wagen.

 

Ja ich glaube fast, meine Schultüte, das bin ich.

Jetzt liegen meine wichtigsten Gaben vor euch auf dem Tisch.

Nun, liebe Lehrer, macht etwas daraus,

baut mit diesen Teilen ein prächtiges Haus.

Lasst mich aber darin immer ich selber sein,

sonst passe ich nicht mehr in dieses Haus hinein.

 

Liebe Lehrerinnen und Lehrer, mit Freude will ich lernen.

In Liebe dürft ihr das Schlechte aus mir entfernen.

Sogar ‚Stillsitzen‘ und ‚Zuhören‘ kann ich akzeptieren,

wenn es hilft, die Schule erfolgreich zu absolvieren.

Nur spielerisch, lustig und fröhlich sollte es in der Schule sein,

– nicht ganz so ernst und streng – sonst fühle ich mich verlassen und klein.

 

Mit eurer Unterstützung werde ich nicht verzagen;

von eurer Liebe getragen, gibt es kein Fehlschlagen.

Mit eurem Wohlwollen und Verständnis darf ich alles fragen,

eure Geduld und Güte lassen mich immer wieder Neues wagen.

 

Seid mir ein gutes Vorbild,

dann kann ich euch achten und auch, mich betragen.

Mit eurer Hilfe,

brauche ich nicht zu stöhnen und zu klagen,

und, ich werde auch nicht versagen,

denn, durch euch werde ich gefördert, gefordert und getragen.

 

Ich bin auf euch, wie auf Mama und Papa, angewiesen

und sage euch vorab,

dass ich euch meistens auch lieb hab

und deswegen –

gebe ich euch gerne einige von meinen Gummibärchen ab.

 

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