Die Blickrichtung entscheidet über Wohl und Wehe
Hallo Du,
hast du schon einmal darüber nachgedacht, in welche Richtung du innerlich blickst? Wenn nicht, dann möchte ich dir dabei helfen, denn das hat große Auswirkungen auf das Leben und Erleben, auf unser Denken, Fühlen, Empfinden, Verhalten und Tun, auf unser Wohlbefinden.
Wir nehmen das Umfeld über Sinneseindrücke wahr. Die sind zunächst wertfrei – ein Ton, ein Wort, ein Blick, ein Gedanke. Was außen geschieht, entscheidet aber noch nicht darüber, wie wir es innen erleben.
Erst unsere eigene Blickrichtung, Sichtweise, innere Grundhaltung, Einstellung, Ausrichtung, Bewertung und Erwartung, geben dem eine Bedeutung, einen Wert. Und die wirken weiter, bis hinein in unserem Kräftehaushalt.
Ein Eindruck wird also erst durch die innere Bewertung zu „gut“ oder „schlecht“. Ein Regen kann „Störung“ oder „Erfrischung“ bedeuten. Ein Schweigen kann „Ablehnung“ oder „Ruhe“ bedeuten. Die Blickrichtung entscheidet.
Wer nach hinten schaut, sieht das, was war: alte Verhaltensmuster, alte Verletzungen, alte Hindernisse. Die Vergangenheit ist wie ein Archiv – sie zeigt uns, was früher Bedeutung hatte, nicht, was heute möglich ist. Wenn wir Eindrücke durch die Brille des Gestern deuten, aktivieren sich im Körper Anspannung, Schutzreflexe und alte Stressprogramme. Der Sympathikus fährt hoch, die Muskeln verspannen sich, die Atmung wird flacher. Der Körper arbeitet im Schutzmodus. Das kostet Kraft, nimmt Elan und macht eng.
Wer jedoch nach vorne schaut, sieht Wege, Möglichkeiten, Entwicklung, Zukunft. Die Zukunft ist ein offener Horizont für neue Eindrücke, für Weite, Zuversicht und Vorfreude. Der Parasympathikus wird aktiv. Kopf, Herz, Atmung und Muskel stimmen sich harmonisch aufeinander ein und finden einen gemeinsamen Rhythmus. Energie entsteht. Kraft wird freigesetzt. Elan wächst. Körper und Geist dürfen sich frei entwickeln. Das schenkt Leichtigkeit.
Glaube und Gottvertrauen sind vorwärtsgerichtete Blickrichtungen. Sie rechnen mit Gutem aus der tiefen Gewissheit, dass Gott bei der Gestaltung mitwirkt, dass Veränderung zum Guten möglich ist, dass Wege entstehen, wo vorher keine waren.
Glaube ist immer zukunftsorientiert. Er lebt aus Vertrauen, Hoffnung und Zuversicht. Er lebt aus dem Wissen, dass das Kommende Wohlwollen, Liebe und Güte gegeben wird.
Darum wirkt Glaube auch körperlich. Er beruhigt das Herz. Er vertieft die Atmung. Er löst alte Spannungen. Er stärkt die Widerstandskraft. Er lässt neue Kräfte wachsen und ermöglicht Heilung. Gottvertrauen führt Körper und Geist aus der Enge der Vergangenheit in die Weite der Zukunft.
Ja, unsere Blickrichtung entscheidet darüber, wie wir leben. Ob wir Lasten tragen, die nicht mehr da sind – oder durch Leichtigkeit Kräfte empfangen, die uns Gestalten und Wohlfühlen lassen.
Wer auf den Tag achtet, der tut’s im Blick auf den Herrn; wer isst, der isst im Blick auf den Herrn, denn er dankt Gott. (Röm 14,6a; L)
