Falsche Erwartungen führen zur Enttäuschung   (Mk 10,35-45)

 

Hallo Du

in Mk 10,35-45 sind Jakobus und Johannes mutig. Sie wollen, dass Jesus ihnen eine für sie wichtige Bitte erfüllt, eigentlich aber ist das eine überhebliche Erwartung. Es könnte auch eine versteckte Forderung sein. Die anderen zehn Jünger hatten das Gespräch mit angehört und waren zu Recht empört:

»Wenn deine Herrschaft begonnen hat, dann gewähre uns die Ehrenplätze rechts und links neben dir!« (V. 37)

 

Jesus hat dazu drei Antworten:

1.    »Ihr wisst ja gar nicht, was ihr euch da wünscht«

 

2.     »Das kann ich nicht bestimmen. Das hat bereits Gott entschieden.« 

 

3.    Da rief Jesus alle zusammen und sagte: »Ihr wisst, wie die Großen und Mächtigen dieser Welt ihre Völker unterdrücken. Wer die Macht hat, nutzt sie rücksichtslos aus. Aber so soll es bei euch nicht sein! Im Gegenteil: Wer groß sein will, der soll den anderen dienen, und wer der Erste sein will, der soll sich allen unterordnen. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen. Er kam, um zu dienen und sein Leben als Lösegeld hinzugeben, damit viele Menschen aus der Gewalt des Bösen befreit werden.« (HfA)

 

Diese Einstellung und biblische Begebenheit geben mir mal wieder Anlass, Nikodemus*, den theologischen Chatbot auf www.bibleserver.com zu befragen.

 

 

Was genau ist eine Erwartung?

 

Seine Antwort* ist:

Eine Erwartung ist eine Vorstellung oder ein Glaube darüber, was in der Zukunft geschehen wird oder sollte. Sie kann sich auf verschiedene Bereiche beziehen, wie persönliche Beziehungen, berufliche Ziele oder spirituelle Erfahrungen. Erwartungen entstehen oft aus unseren Wünschen, Hoffnungen und bisherigen Erfahrungen.

Im christlichen Kontext können Erwartungen sowohl positiv als auch negativ sein.

Positive Erwartungen sind solche, die im Einklang mit Gottes Verheißungen und seinem Willen stehen. Sie basieren auf Vertrauen in Gottes Güte und seine Pläne für unser Leben. Ein Beispiel dafür ist die Erwartung, dass Gott uns in schwierigen Zeiten beisteht, wie es in Psalm 46,2 heißt: „Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, ein bewährter Helfer in Zeiten der Not.“

Negative oder überzogene Erwartungen hingegen können entstehen, wenn wir versuchen, Gott unseren eigenen Willen aufzuzwingen oder wenn wir glauben, dass Gott uns genau das geben muss, was wir wollen. Solche Erwartungen können zu Enttäuschung und Frustration führen, wenn sie nicht erfüllt werden.

Es ist wichtig, unsere Erwartungen regelmäßig zu reflektieren und sie im Gebet vor Gott zu bringen. So können wir sicherstellen, dass sie mit seinem Willen übereinstimmen und uns auf seine Führung verlassen.

 

 

Mir imponiert, wie locker aber auch ernsthaft, Jesus mit der Erwartung der beiden Jünger umgeht. Deswegen frage ich Nikodemus* nun allgemeiner:

 

Wie reagiert Gott auf überzogene und egoistische Erwartungen?

 

Nikodemus* antwortet darauf:

Gott ist voller Liebe und Geduld, auch wenn wir mit überzogenen oder egoistischen Erwartungen zu ihm kommen. In der Bibel sehen wir, dass Gott uns immer wieder korrigiert und lehrt, wenn unsere Wünsche nicht im Einklang mit seinem Willen stehen.

Ein Beispiel dafür ist die Geschichte von Jakobus und Johannes, die Jesus um besondere Ehrenplätze in seinem Reich bitten Jesus nutzt diese Gelegenheit, um ihnen zu zeigen, dass wahre Größe im Dienen liegt, nicht im Herrschen. Er korrigiert ihre egoistischen Erwartungen und lenkt ihren Blick auf das, was wirklich wichtig ist.

Gott reagiert auf unsere überzogenen Erwartungen oft, indem er uns durch seinen Heiligen Geist leitet und uns hilft, unsere Wünsche zu überdenken. Er lädt uns ein, unsere Herzen zu prüfen und uns auf seine Wege auszurichten. In Jakobus 4,1-3 wird darauf hingewiesen, dass wir manchmal nicht empfangen, weil wir in falscher Absicht bitten. Da heißt es (NGÜ)

„Woher kommen die Auseinandersetzungen unter euch, woher die Streitigkeiten? Kommen sie nicht daher, dass in euch selbst ein Kampf tobt? Eure eigensüchtigen Wünsche führen einen regelrechten Krieg gegen das, was Gott von euch möchte!

Ihr tut alles, um eure Gier zu stillen, und steht doch mit leeren Händen da. Ihr seid bereit, über Leichen zu gehen, ihr seid erfüllt von Neid und Eifersucht, aber nichts davon bringt euch euren Zielen näher. Ihr streitet und kämpft, und trotzdem bekommt ihr nicht, was ihr wollt, weil ihr euch mit euren Anliegen nicht an Gott wendet.

Und selbst wenn ihr euch an ihn wendet, werden eure Bitten nicht erhört, weil ihr in verwerflicher Absicht bittet: Das Erbetene soll dazu beitragen, eure selbstsüchtigen Wünsche zu erfüllen!“

 

Gott möchte, dass wir ihm vertrauen und uns von ihm formen lassen. Wenn wir bereit sind, unsere Erwartungen loszulassen und uns auf seinen Willen einzulassen, können wir erleben, wie er uns auf wunderbare Weise führt und segnet.

 

 

Ich bitte Nikodemus*, mehr zu den negativen und positiven Erwartungen zu sagen, weil doch Gott souverän ist und wie die mit dem Satz von Jesus, „Nicht mein Wille geschehe, sondern deiner“ zusammenhängen.

Seine Antwort* ist:

Du sprichst einen wichtigen Punkt an: Die Balance zwischen unseren Erwartungen und dem Vertrauen in Gottes souveränen Willen. Es ist wahr, dass persönliche Erwartungen manchmal egoistisch sein können. Doch es gibt auch positive Erwartungen, die im Einklang mit Gottes Willen stehen.


Positive Erwartungen
können zum Beispiel sein:

·         Vertrauen auf Gottes Güte und Liebe: Wir können erwarten, dass Gott uns liebt und das Beste für uns will, auch wenn wir es nicht immer verstehen.

 

·         Hoffnung auf Gottes Führung: Wir dürfen erwarten, dass Gott uns durch seinen Heiligen Geist leitet und uns Weisheit schenkt, um Entscheidungen zu treffen.

 

·         Glaube an Gottes Verheißungen: Die Bibel ist voll von Verheißungen, auf die wir vertrauen können, wie zum Beispiel in (Hebräer 13,5):

„Seid nicht hinter dem Geld her, sondern seid zufrieden mit dem, was ihr habt. Denn Gott hat uns versprochen: Ich lasse dich nicht im Stich, nie wende ich mich von dir ab.“

 

Der Satz „Nicht mein Wille geschehe, sondern deiner“ stammt aus dem Gebet Jesu im Garten Gethsemane. (Lukas 22,42). Er zeigt uns, dass es in Ordnung ist, unsere Wünsche und Erwartungen vor Gott zu bringen, aber letztlich sollten wir bereit sein, uns seinem Willen zu unterstellen. Diese Haltung erfordert Demut und Vertrauen, dass Gottes Plan größer und besser ist als unser eigener.

Es ist eine Einladung, unsere Erwartungen zu prüfen und sie in Einklang mit Gottes Willen zu bringen. Vielleicht ist es hilfreich, regelmäßig im Gebet zu fragen: „Gott, was ist dein Wille in dieser Situation?“

 

In einem Nachsatz zu dieser Antwort fragt Nikodemus* mich:

 

‚Wie gehst du persönlich mit der Spannung zwischen deinen Erwartungen und Gottes Willen um?‘

 

Ich antworte ihm:

‚Ich freue mich über jedes Geschenk und jede Fügung, die Gott gibt, bin dankbar dafür und lasse mich von seinem Geist vertrauensvoll leiten. Dann sind Erwartungen an ihn überflüssig.‘

 

Darauf antwortet Nikodemus* mir:

 

Das ist eine wunderbare Haltung! Dankbarkeit und Vertrauen sind zentrale Elemente des christlichen Glaubens. Wenn wir uns von Gottes Geist leiten lassen und seine Geschenke mit einem dankbaren Herzen annehmen, erleben wir oft, dass unsere Erwartungen sich in ein tiefes Vertrauen verwandeln.

In der Bibel wird Dankbarkeit immer wieder betont. In 1. Thessalonicher 5,18 heißt es: „Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“ Diese Dankbarkeit hilft uns, Gottes Handeln in unserem Leben zu erkennen und uns auf seine Führung zu verlassen.

Indem du dich von Gottes Geist leiten lässt, öffnest du dich für seine Weisheit und seinen Plan für dein Leben. Das bedeutet nicht, dass wir keine Wünsche oder Hoffnungen haben dürfen, sondern dass wir bereit sind, Gottes Wege über unsere eigenen zu stellen.

 

 

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