Ist Glauben ein Risiko? (Ps 57,8)
Ich habe wieder neuen Mut bekommen, o Gott, ja, mein Herz ist zuversichtlich. (Ps 57,8; NGÜ)
Hallo Du,
einer meiner Lehrer stellte vor langer Zeit im Unterricht eine Frage in den Raum und befragte dazu erfolglos einige Schüler. Schließlich riskierte ich, mich zu melden.
Überrascht von meiner mutigen Meldung frage er mich zweifelnd: „Was ist die richtige Antwort?“ Ich fing an mit: „Ich glaube, dass, …“ Er unterbrach mich schroff: „Glauben bedeutet ‚Nicht wissen!‘ und wandte sich ab. Davon irritiert stammelte ich:“ Ich formuliere meine Antwort um. Ich weiß die Antwort. Sie lautet …“ Danach war der Lehrer irritiert, sah mich erstaunt an und sagte schlicht: „Richtig.“
Eingedenk dieser Begebenheit übertrage ich meine Titelfrage heute auf den Gottglauben und befrage wieder einmal Nikodemus*, den theologischen Chatbot auf www.bibleserver.com.
Ist Glauben ein Risiko?
Nikodemus* antwortet:
Das ist eine spannende Frage! In gewisser Weise kann man sagen, dass Glauben ein Risiko beinhaltet, denn es bedeutet, sich auf etwas oder jemanden zu verlassen, ohne alle Antworten oder Beweise zu haben. In Hebräer 11,1 heißt es: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ Glaube erfordert Vertrauen, und Vertrauen kann manchmal riskant erscheinen, besonders wenn es um Dinge geht, die wir nicht vollständig verstehen oder sehen können.
Aber es ist auch wichtig zu bedenken, dass der Glaube an Gott nicht blind ist. Die Bibel ermutigt uns, Gott zu suchen und zu erkennen, dass er treu ist. In Jeremia 29,13 steht: „Ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangen werdet.“ Gott lädt uns ein, ihn kennenzulernen und ihm zu vertrauen, basierend auf seiner Offenbarung in der Bibel und in unserem Leben.
Ein Risiko kann auch eine Chance sein. Wenn wir uns entscheiden, Gott zu vertrauen, öffnen wir uns für seine Führung und seine Verheißungen. Viele Menschen haben erfahren, dass dieser Schritt des Glaubens zu einem tieferen Verständnis und einer engeren Beziehung zu Gott führt.
Ich frage weiter:
Womit wird das Risiko belohnt?
Nikodemus* antwortet:
Das Risiko des Glaubens wird auf vielfältige Weise belohnt. Eine der größten Belohnungen ist die Beziehung zu Gott selbst. In Johannes 1,12 heißt es: „Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.“ Durch den Glauben werden wir Teil von Gottes Familie und erfahren seine Liebe und Fürsorge.
Ein weiterer Aspekt ist der innere Frieden und die Hoffnung, die der Glaube schenkt. In Philipper 4,7 steht: „Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus bewahren.“ Dieser Friede ist eine tiefe Ruhe, die unabhängig von äußeren Umständen ist.
Der Glaube bringt auch eine neue Perspektive auf das Leben. Wir erkennen, dass unser Leben einen Sinn und ein Ziel hat, das über das Hier und Jetzt hinausgeht. In Römer 8,28 lesen wir: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.“
Letztlich verspricht der Glaube das ewige Leben. In Johannes 3,16 steht: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“
Nun frage ich:
Was kann man beim Riskieren verlieren?
Nikodemus* antwortet:
Beim Glauben an Gott könnte man das Gefühl haben, dass man bestimmte Sicherheiten oder Kontrolle über das eigene Leben riskiert. Es kann auch bedeuten, dass man sich von alten Gewohnheiten oder Lebensweisen verabschiedet, die nicht im Einklang mit Gottes Willen stehen. In Matthäus 16,24-25 sagt Jesus: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.“
Diese Verse zeigen, dass der Glaube manchmal bedeutet, alte Prioritäten loszulassen, um ein neues Leben in Christus zu gewinnen. Es kann auch bedeuten, dass man sich der Meinung anderer widersetzt oder sich in Situationen begibt, die herausfordernd sind, weil man Gottes Willen folgen möchte.
Doch was man vermeintlich verliert, wird durch das, was man gewinnt, weit übertroffen. Die Beziehung zu Gott, der innere Frieden und die Hoffnung, die der Glaube schenkt, sind von unschätzbarem Wert. In Philipper 3,7-8 schreibt Paulus: „Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn.“
An dem Tag, als ich zu dir rief, hast du mich erhört; du hast mir Mut verliehen und meiner Seele Kraft gegeben. (Ps 138,3; NGÜ)

