Was Gott aus Liebe fordert

 

Hallo Du,

mit welchen Recht kann Gott etwas von uns fordern? Er ist der Schöpfer von allem. Alles ist sein. Er gibt, leiht oder überlässt etwas zeitweise und nimmt es irgendwann wieder zurück. Er ist das mächtigste Wesen, das es überhaupt gibt. Als höchste Instanz gibt er seinen Geschöpfen Gebote, also Anordnungen, Vorschriften, Weisungen, Gesetze, und Befehle, um sie zu schützen, um ihr Zusammenleben zu regeln und um ihnen das Leben zu erleichtern.

Wir neigen dazu, diese Gebote nur als Angebote oder Hinweise zu betrachten, weil wir uns (besonders als Erwachsene) nicht gerne in unser Verhalten und in unsere Lebensführung reinreden lassen.
Doch das ist ein Fehler. Gott gibt seiner Schöpfung und seinen Geschöpfen seinen Willen kund, für ihr Verhalten, für ihr Leben und für ihre Rolle und Aufgabe darin. Er weiß, was für jedes Lebewesen das Beste ist und wofür er es erschaffen hat.

Sein Wille entspricht seinem alles überragenden Wesen und seinen einmaligen Eigenschaften. Ihn kennzeichnen: Leben gebende Liebe, Gnade und Güte, Reinheit, Weisheit und Wahrhaftigkeit, Unabhängigkeit, Unveränderlichkeit und Vollkommenheit, Allmacht, Allgegenwart, Allwissenheit und Ewigkeit und damit verbunden, Unendlichkeit, Unermesslichkeit und Unbegreiflichkeit.

Er ist der und das alleinige Gute.

Er alleine weiß, was war, was ist und was wird, denn durch ihn geschieht alles.

Er verbindet die Ursachen mit den Auswirkungen, die Vergangenheit mit der Zukunft, unsere Vergangenheit mit unserer Zukunft.

Er formt die Zukunft.

Er rät oder bittet also nicht nur, sondern er fordert zu Recht. Seine Liebe fordert uns zum Lieben auf, zu dem, was niemandem schadet und jedem hilft, zu dem, was jede/r braucht.

Und weil unser Wahrnehmungs-, Erfahrungs- und Wissenshorizont sehr beschränkt ist, brauchen wir seine helfende, unterstützende und führende Zuwendung, seine Macht, Weisheit und Weitsicht, die uns zuteilwerden durch Gottvertrauen und Glauben sowie durch seinen Geist, durch sein biblisches Wort und das Vorbild in Jesus Christus.

 

Was fordert Gott von uns?

Er fordert die strikte Einhaltung seiner Gebote und Gesetze! Aber: Das war den Menschen damals nicht möglich und ist auch uns heute nicht möglich, besonders dann, wenn wir sie nicht oder nur teilweise kennen, wenn sie uns nicht bewusst sind oder wir sie bewusst ablehnen oder, wenn wir sie aus eigener Not bzw. Unfähigkeit nicht halten können. Wir sind als Menschen nicht unfehlbar. Aber, wir können dazulernen.

Die zehn Gebote des Alten Testaments (2.Mose 20, 1-17) sind Verhaltensregeln für das mitmenschliche Zusammensein. Das erste Gebot ‚Ich bin der HERR, dein Gott … Du sollst keine anderen Götter haben neben mir‘. Stellt klar, dass Menschen eine zentrale Obrigkeit brauchen. Eine, die sich für die Menschen einsetzt und liebt, die anzuerkennen ist und die berechtigt ist, jedem und jeder von uns Vorschriften zu machen, zum Wohl aller.

In 5.Mose 6,5; 3.Mose 19,18 und Lukas 10,27 werden die zehn Gebote zu einer verkürzten Handlungsanweisung zusammengefasst:

»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe, mit all deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand. Und auch deinen Mitmenschen sollst du so lieben wie dich selbst.« (HfA)

In Micha 6,8 finden wir eine verkürzte, ergänzende Zusammenfassung (NL):

Es wurde dir, Mensch, [in der Thora, Heiligen Schrift, Bibel] längst gesagt, was gut ist und wie Gott möchte, dass du leben sollst. Er fordert von euch nichts anderes, als dass ihr euch an sein Wort haltet, liebevoll und barmherzig miteinander umgeht und demütig vor Gott euer Leben führt.

 

Es geht Gott um 3 zentrale Punkte:

1. Sein Wort, einzuhalten.

  • Um Gottes Wort einhalten zu können, muss man es gut kennen und verinnerlicht haben. Man muss es ‚gegessen‘ haben, aufgenommen, durchgekaut, geschluckt und verdaut haben, es also     gehört, gelesen, verstanden und sich gemerkt haben, damit dessen Nahrungsteile, also Inhalt, Bedeutung und Geist, im Körper, also im Gehirn, im Herzen, in jeder Faser des Seins, aufgenommen werden, damit es das eigene Wesen befruchtet, verändert und erweitert.

2. Liebevoll und barmherzig, miteinander umzugehen.

  • Um liebevoll und barmherzig miteinander umzugehen, muss man das zunächst für gut, richtig und sinnvoll halten und dann intensiv einüben, also die Vorteile dieses Verhaltens erkennen und immer wieder anwenden. Oft ist es so, dass man zurückbekommt, was man gibt.

3. Demütig, vor Gott sein Leben zu führen.

  • Um sein Leben vor Gott demütig zu führen, muss man auch bereit sein, sich von ihm etwas sagen zu lassen. Das beinhaltet auch, seine Größe, Weisheit und Güte anzuerkennen, das eigene, übergroßes Ego auch vor Mitmenschen zu zügeln und den unbändigen, freien Willen Gott gegenüber vertrauensvoll aufzugeben.

 

Wie kann das geschehen?

Je mehr wir uns mit einem Text oder einer Sache bzw. einer Person beschäftigen, sie gut und interessant finden und bewundern, sie vielleicht sogar mögen oder lieben und Gedanken, Kraft und Zeit in sie investieren, desto mehr übernehmen wir Inhalte davon bzw. desto ähnlicher werden wir ihr!

Das ist wie bei einem alten Ehepaar, das sich im Laufe der vielen gemeinsamen Jahre sehr gut kennengelernt hat, sich gegenseitig geschätzt hat, aufeinander eingegangen ist und die jeweils guten Seiten des/der Anderen nach und nach übernommen hat. Sie haben sich einander angepasst. Sie sind in Vielem eins geworden.

 

In Bezug auf Gott geht das auch schneller, denn er hat uns einen starken Helfer geschenkt, seinen Heiligen Geist, der diese Angleichung an sein Wesen bewirkt. Die Früchte und Kennzeichen von Gottes Geist sind Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung. Sie wachsen und gedeihen in uns in gemeinsam verbrachter Zeit mit Gott/Jesus und durch gute Erfahrung.

Dadurch werden wir Jesus immer ähnlicher, ihm wesensgleich. Auch wir werden ruhig, menschennah, vergebungsbereit, liebevoll und einfühlsam, demütig, entschlossen und vorbildhaft.

 

Fazit

Indem der Mensch die Gebote, die Forderungen Gottes, als gut und richtig und wertvoll akzeptiert, erkennt er ihren Wert und auch Gott und sein Wesen an, und damit auch seine lebengebenden Eigenschaften.

 

Er erkennt sie als Vorzüge, die ihn auszeichnen und für andere angenehm machen.

Er versteht sie als wohlwollende Einladung Gottes, es ihm gleichzutun.

Er sieht sie als die offenen und wartenden Arme seiner Liebe.

Und er versteht, dass nicht sein eigener Wille, nicht sein Wissen und Können, sein Wohlstand, sein Durchsetzungsvermögen, seine Cleverness, sein Erfolg oder sein Rang ihn wertvoll machen, sondern nur seine innige Gottbezogenheit und seine gelebte, liebevolle Mitmenschlichkeit.

 

 

* Lese dazu auch den Beitrag: Was Gott gefällt   (Röm 12,2)

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