Vom Ich zum Wir

 

Hallo Du,

in unserer leistungsorientierten, politikverdrossenen und unzufriedenen deutschen Individualgesellschaft herrscht Alarmstimmung!

Die Erwartungen sind hoch. Enttäuschungen bleiben nicht aus. Niemand macht es dem anderen Recht! Schuld sind immer die anderen. Der Staat hat für uns zu sorgen, möglichst so, wie jeder es für sich wünscht. – Und die Mitmenschen möglichst auch. Eine weitverbreitete Einstellung ist: ICH zuerst!

Die Wahlen zeigen den Protest. Die Demokratie ist in Not und in Gefahr.

Gleichzeitig werden die vielen anständigen, ehrlichen, fleißigen, einsichtigen und rücksichtsvollen Bürger immer mehr an den Rand gedrängt oder überstimmt. Fremden schlägt zunehmend Ablehnung und gar Hass entgegen.

 

Wir brauchen einen Wandel in unserer Einstellung –in der Politik und besonders in den überzogenen Ansichten, Erwartungen und Forderungen.

Wir brauchen wieder länderübergreifend gegenseitige und selbstlose Liebe, ein Leben voller Verständnis, Freude und Frieden. Verhaltensweisen, die von Toleranz, Achtung, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung geprägt sind.

Unsere Mitmenschen sind keine Konkurrenten, sondern wertvolle Mitmenschen mit ergänzenden Gaben und Fähigkeiten.

 

Jeder sollte sich fragen:

Wer bin ich schon? Was kann ich schon? Wofür sollte ich mich rühmen?

 

Ist nicht alles, was ich habe, was ich bin und was ich geworden bin, von anderen gegeben worden? Von den Eltern, von der Familie, von Lehrern und Freunden, oder ganz allgemein von den Umständen und vom Weltgeschehen.

 

Wir alle kamen nackt und hilflos zur Welt.

Wir alle haben mehr oder weniger dazugelernt –

abhängig von Mitmenschen und deren Unterstützung,

abhängig von Vorbildern und deren Beispiel,

abhängig von Lernchancen und Lernmöglichkeiten,

abhängig von den Genen und Begabungen,

ja – auch abhängig vom Fleiß, von Disziplin und Gehorsam.

 

Niemand hat oder hatte die gleichen Voraussetzungen.

 

Vielleicht haben oder hatten wir Glück oder Pech.

Vielleicht waren wir erfolgreicher als andere.

Vielleicht blieben wir bescheiden, warmherzig und liebevoll.

Was ist besser? Wer weiß das schon?

 

Es geht im Leben nicht um Erfolg, Ruhm oder Ehre, sondern um eine allseitige Zufriedenheit, um ein verträgliches Verhalten, um einen erfüllenden Lebenssinn und um ein tragendes, teilendes und erfreuendes Miteinander.

 

Dazu gehören auch Kompromissfähigkeit, Einsicht in das Notwendige, gegenseitige Achtung, Würdigung und Rücksichtnahme sowie leine gelingende Gemeinschaft, wie sie das deutsche Grundgesetz vorsieht oder wie es viele Religionen lehren, besonders das Christentum.

 

 

„Wenn es möglich ist, dann lebt mit allen Menschen in Frieden. So weit es an euch liegt, tut alles dafür!“   (Römer 12,18; HfA)

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