Beschwingtes Singen

Hallo Du,

heute möchte ich das Singen loben und preisen. Es ist ein Geschenk, das mehr gewürdigt werden sollte. Es ist eine Fähigkeit, die den Körper heilt, die Seele erleichtert und den Geist beschwingt. Singen ermöglicht Harmonie und Gleichklang – mit mir selbst, mit anderen und mit dem Leben.

 

Auch in meinem Leben gibt es Momente, in denen der Atem nicht einfach nur kommt und geht, sondern in denen er aufsteht, sich streckt und singend in den Raum tritt – manchmal sogar im Traum. Dann wird aus Atem Klang, aus Klang wird Schwingung, und aus Schwingung ein erstaunliches inneres Aufblühen.

Singen ist wie ein angenehmer Aufwind: Er hebt an, ohne dass wir es wollen. Er trägt, ohne dass wir es bemerken. Er erinnert daran, dass Schweben befreit.

Wenn wir singen, dann ordnet sich etwas in uns: Der Atem findet seinen Takt, das Herz seinen Rhythmus, die Seele ihren Platz.

 

Und plötzlich spüren wir verwundert das Geheimnis des Singens.

1. Beim Singen wird der Atem in geformte Schwingung gebracht. Der Körper findet einen gleichmäßigen Takt. Herzschlag und Kreislauf beruhigen sich und Stress wird abgebaut

2. Singen ist innere Ordnung durch Klang, ist Harmonie von Tönen, ist geordnete Schwingung, ist ordnender. Gleichklang im Nervensystem. Resonanz schafft Geborgenheit. Kohärenz verbindet den Herzrhythmus, die Atmung und die Gehirnwellen. Sie kommen in einen gemeinsamen Rhythmus. Die Gedanken ordnen sich, die Unruhe sinkt und das Erleben wird stimmig. Es entsteht Einklang.

3. Singen ist und schafft Verbindung und Gemeinschaft. Es ist eine Kopplung mit uns selbst und mit anderen. Wenn Menschen gemeinsam singen, passiert Erstaunliches: Die Atemzüge synchronisieren sich, die Herzrhythmen gleichen sich an und die Gehirnwellen schwingen im gleichen Muster. Das ist messbar. Im Chor vereinigen sich unterschiedlicher Stimmlagen zu harmonischem Gleichklang.

4. Singen ist auch Training für das Gehirn. Beim Singen koordinieren die motorischen Areale, die Sprachzentren, Hörzentren; Emotionsnetzwerke und Gedächtnisareale. Es entsteht eine wohltuende Komplexität, die anregt, stabilisiert und aufhellt. Es ist, als würde ein inneres Licht erstrahlen.

5. Zusätzlich ist Singen auch eine Form von Selbstkontakt in einem seelischen Raum. Sprache trägt Bedeutung und Musik trägt Gefühl. Singen vereint beides gleichzeitig. Es öffnet, löst, tröstet, erhebt und sammelt. Es macht leicht und wach und ist wie ein stilles Ja, das den Körper durchdringt und den Geist beglückt.

 

Singen ist also hörbar gewordener Atem, der den Körper ordnet, die Seele öffnet und den Menschen in Resonanz bringt – mit sich selbst, mit anderen und mit dem Leben.

 

 

Singen lässt die Seele fliegen

 

Singen lässt die Seele fliegen,

im Singen schwebt die Leichtigkeit.

Unruhe kommt zum Erliegen,

das Herz wird groß und stark und weit.

 

Und dann, wenn alles in uns schwingt,

wenn Harmonie zusammenklingt,

dann jubeln wir es laut heraus:

Singen ist ein Wohlfühlschmaus.

 

Halleluja.

 

 

Singt miteinander Psalmen und Lobgesänge

und geistliche Lieder, und in euren Herzen

wird Musik sein zum Lob Gottes.

(Eph 5,19; NL)

 

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