Verstehst du, was du in der Bibel liest?   (Apg 8,30)

 

Hallo Du,

die Bibel zu lesen, kann ganz schön schwierig und anstrengend sein. Ihre Texte enthalten viele Worte und Sätze, Abschnitte, Kapitel, Teilbücher und Briefe, die ich nicht verstehe und deren Bedeutung und Hintergründe ich nicht kenne. Auch der Satzbau ist anders als in den Büchern, die ich normalerweise lese. Es macht keinen Sinn ein Buch zu lesen, das ich nicht verstehe.

Meine erste Bibel war eine Luther Übersetzung von anno dazumal. Ich verstand damals nahezu nichts und war nahe dran, meine Suche nach Gott, nach Jesus und nach Befreiung und Rettung aus größter Seelennot aufzugeben. Mich aufzugeben.

In meiner Verzweiflung und einem kleinen Restfünkchen Hoffnung ging ich als über 50-jähriger studierter Mann in einen großen Buchladen in Wiesbaden und fragte eine Beraterin, ob es denn nicht auch eine Bibel gebe, die man verstehen könne. Sie musste schmunzeln. Offenbar kannte sie dieses Problem.

Dann ging sie mit mir an eine Bücherwand voller verschiedener Bibelübersetzungen. Ich staunte. Gott ist groß und hat erbarmen. Sie sagte: „Suchen sie sich eine aus.“ Ich bekannte ihr, dass ich keine Ahnung hätte und bat sie, mir die leichtest verständliche Übersetzung zu geben. Es war das Neue Testament in der Übersetzung ‚Hoffnung für alle‘. Dazu gab es auch noch eine CD mit dem gesamten Text und mit einer Suchfunktion. Super!

Endlich verstand ich, was ich lese, was Jesus auch mir sagen wollte. Das war meine Rettung und es war der Anfang einer wunderbaren und nicht endenden Glaubensreise.

Endlich erfasste ich Gottes Wesen und erkannte ich sein Wollen und seine Absichten. Endlich verstand ich die Bedeutung davon, was Jesus für alle Menschen und auch für mich getan hat. Endlich verstand ich, weshalb ich in großen Schwierigkeiten war. Meine Umkehr konnte beginnen.

 

Auch heute noch nutze ich bei der Bibelauslegung verschiedene Bibelübersetzungen, um das Wort Gottes den Anwesenden und Lesenden im Bibelgesprächskreis möglichst deutlich, verständlich und anschaulich nahezubringen und sie das biblische Geschehen hautnah mitzuerleben zu lassen.

Dabei geht es mir nicht darum, die Bibel wortwörtlich zu nehmen oder mich buchstäblich an deren Texten festzuhalten, sondern mir geht es vor allem darum, den Sinn der Worte, Sätze und Inhalte zu verstehen und deren Lehren im Leben zu erproben, anzuwenden und zu leben.

 

Verstehst du, was du liest?

Ich lese kurzweilige Romane, anmutige Geschichten oder spannende Krimis. Bei der Bibel bin ich vom Lesen zum Studieren übergegangen, um deren noch besser zu erfassen, um Jesus noch näher zu kommen und um sein Wesen und seinen Geist noch intensiver und bleibender in mir aufzunehmen.

Wirklich nachfolgen kann ich Jesus nur, wenn ich ihn sehr gut kenne, wenn ich ihn völlig vertraue und wenn ich von seiner Gnade und Güte, von seiner Wahrheit und Weisheit tief überzeugt bin. Dann bin ich auch bereit, ihm alles zu glauben, auf ihn zu hören und mich von ihm und seinen Lehren von Grund auf verändern zu lassen. Nur dann kann er mir festen Halt und willkommene Führung durch alle Schwierigkeiten und Hindernisse des Lebens geben. Nur dann bin ich auch bereit, ihm mein Leben anzuvertrauen.

Seitdem ich verstehe, was ich in der Bibel lese, kann ich andere darin unterstützen, lässt Gott mich viele Gebetserhörungen und kleine und große Wunder erleben. Zu seiner Ehre. Das ist grandios, erhebend und bestätigend. Gott sei Dank dafür!

Amen.

 

 

Philippus lief hin, und als er neben dem Wagen herging, hörte er den Mann laut aus dem Buch des Propheten Jesaja lesen. »Verstehst du denn, was du da liest?«, fragte er ihn. (Apg 8,30; NGÜ)

 

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