Verbunden im Geist der Liebe

 

Hallo Du,

wir streben danach, im Lot zu sein oder wieder ins Lot zu kommen. Doch was bedeutet das? Für mich ist es der Wunsch, innerlich und äußerlich in einer guten Balance zu leben sowie mit uns selbst, unseren Mitmenschen und den Anforderungen des Lebens in Einklang zu sein.

Das kann nicht immer gelingen, weil Belastungen, Krisen oder Konflikte uns aus dem Gleichgewicht bringen.

 

Um zu mir und meiner Mitte zurückzufinden, helfen mir Stille und inniges Gebet, verbunden mit tiefem Einfühlen in Gottes Geist, Liebe und Güte.

Der Geist der Liebe steht für mich über allem. Er ist wie ein Licht, das nicht aus dieser Welt stammt und doch alles durchdringen möchte. Er kennt die Wahrheit unseres Wesens, sieht tiefer als unsere Gedanken und weiter als unsere Möglichkeiten. Doch so groß und weit er auch ist, er braucht einen Ort, an dem er sichtbar werden kann.

Er braucht unseren Körper.

Durch unsere Augen lernt die Liebe zu sehen, was gesehen werden möchte. Durch unsere Ohren hört sie den unausgesprochenen Schmerz eines Menschen. Durch unsere Hände berührt sie, tröstet sie, hilft sie. Durch unsere Stimme findet sie Worte, die heilen, ermutigen oder aufrichten können. Der Geist der Liebe kann dadurch Gestalt annehmen und in die Wirklichkeit eintreten.

Doch das allein genügt nicht.

Der Geist der Liebe braucht auch unsere Seele. Er braucht unsere Gefühle, Empfindungen und inneren Rührungen. Durch Freude lernt die Liebe zu jubeln. Durch Mitgefühl lernt sie, sich dem Leid zuzuwenden. Durch Trauer erkennt sie, was verloren gegangen ist. Durch Sehnsucht erinnert sie uns daran, dass wir für mehr geschaffen sind als fürs bloße Funktionieren.

Die Seele gibt der Liebe ihre Farben. Der Körper gibt der Liebe ihre Form. Ohne den Geist der Liebe würden Körper und Seele oft nur um sich selbst kreisen. Doch ohne Körper und Seele könnte die Liebe nicht in dieser Welt erscheinen.
Sie wäre wie Musik ohne Instrument, wie Flamme ohne Kerze, wie eine helfende Hand ohne Herz – theoretisch, kalt und unpersönlich. Die Liebe  braucht uns als Instrument und Flamme, als eine lebendige Einheit.

Wenn der Geist der Liebe sich mit den Möglichkeiten unseres Körpers und den Empfindungen unserer Seele verbindet, entsteht Wunderbares. Er achtet die Realität, wie sie ist, und begegnet uns dort, wo wir stehen. Er zwingt uns zu nichts. Er übergeht nichts. Er drückt sich immer so aus, dass Wahrheit und Liebe einander begegnen, dass innerliche und äußerliche Ausgeglichenheit immer wieder entstehen kann.

Ich erkenne darin, dass Gottes Liebe nicht über unsere Realität hinweggeht, sondern sich ihrer bedient. Dass sie uns, unsere Sinne, Gefühle, Worte und Taten als Werkzeuge wählt, um sich zu zeigen, um auf diese Weise sichtbar zu machen, was unsichtbar bereits begonnen hat – Veränderung, Einpassung, Erneuerung.

Wir haben erkannt, dass Gott uns liebt, und wir vertrauen fest auf diese Liebe. Gott ist Liebe, und wer in dieser Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. (1. Joh 4,16; HfA)

Der Geist der Liebe steht über allem. Er wird erfahrbar, wenn er in unserem Herzen wohnt, von der Seele gefühlt und durch den Körper sichtbar ausgedrückt wird. Dann berührt sie, wird gehört, gesehen und erlebt – von uns, durch uns und unter uns.

Amen.

 

 

„Möge Gott, von dem aller Friede kommt, euch helfen, ein Leben zu führen, das ihm in jeder Hinsicht gefällt. Er bewahre euch ganz und gar, damit ihr fehlerlos seid an Geist, Seele und Leib, wenn unser Herr Jesus Christus kommt. Gott hat euch ja dazu auserwählt; er ist treu, und was er in euch begonnen hat, das bringt er auch ans Ziel.“   (1.Thess 5,23-24; HfA)

 

 

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