Ströme lebendigen Wassers  

 

Jesus sagte voraus:

Wen da dürstet,

der komme zu mir und trinke!

Wer an mich glaubt,

von dessen Leib werden,

Ströme lebendigen Wassers fließen.

Das sagte er aber von dem Geist,

den die empfangen sollten,

die an ihn glaubten.

(Joh 7,37b-39a; L)

 

 

Hallo du,

sprudelnd fließt frisches,

kühles Wasser aus der Leitung

in ein Glas.

Es soll mich erfrischen

und meinen Durst löschen.

Es soll mir wieder

neue Spannkraft geben.

Es soll meine Körperfunktionen

in Gang halten.

Es soll mich am Leben halten.

 

Mein Durst wird vorübergehend gelöscht,

aber er wird wiederkommen.

Im übertragenen Sinne haben wir Durst

nach Zuwendung und Liebe,

nach Beachtung und Sinngebung.

Und wir haben Hunger auf neues Wissen,

auf neue Erlebnisse, Erfahrungen

und auf geistige Herausforderungen,

in denen wir uns bewähren können,

an denen wir wachsen und reifen können.

 

Das lebendige Wasser,

von dem Jesus hier spricht,

das trinken wir nicht,

das nehmen wir nicht in uns auf,

sondern es fließt aus uns heraus.

Es sind geistvolle, belebende Gedanken,

die von Gottes Liebe inspiriert sind

und die als Worte und Sätze

aus uns herausfließen,

die wir anderen sagen oder schreiben.

 

Das kommt dir seltsam,

verschroben oder abgehoben vor?

Dann betrachte dich selbst.

Dein Denken bezieht sich

auf dein Wissen und Erleben,

auf dein Fühlen und Empfinden,

auf deine Bedürfnisse, Hoffnungen,

Ängste oder Erwartungen

und Überzeugungen.

 

Du sprichst aus,

was du denkst oder fühlst,

was du weißt

oder zu wissen glaubst.

Du gibst Auskunft über dein Wesen,

über das was dich gerade beschäftigt.

Was du sagst zeigt,

wes Geistes Kind du bist.

 

Das meint, welche Empfindungen

und Absichten du hast

und ob die für dich und für andere

wohltuend oder schädigend sind,

ob sie beleben oder runterziehen.

Ob du dich immer nur

auf dich selbst beziehst

(Ich will, ich habe, ich bin, ich möchte)

oder auch andere gelten lässt,

auf sie eingehst und für sie da bist.

 

Du teilst dich mit,

um am Leben teilzuhaben,

am Leben in einer Gruppe

und am Seelenzustand von anderen.

Und alles was du sagst, hat Auswirkungen.

Es bestärkt nicht nur dein eigenes Denken,

sondern es beeinflusst auch

das weitere Denken und die Einstellung

von anderen zu dir.

 

Zurück zu den

Strömen lebendigen Wassers.

Das sind die liebevollen, aufrichtigen

und befruchtenden Gedanken und Worte,

die auf andere eingehen,

die sie erfreuen und bestärken,

die sie trösten und aufbauen

und die sich in einfühlsamer

und tätiger Hilfe oder Unterstützung

zeigen.

 

Solches Denken hat man nicht einfach,

sondern man erlernt es.

Man kennt es von

den Eltern oder Großeltern

und hat bemerkt,

wie wohltuend es ist.

Man nimmt es sich zum Beispiel

und übt sich solange darin,

bis es in Fleisch und Blut

übergegangen ist,

bis es so fest verankert ist,

dass man gar nicht mehr anders kann

(und auch nicht mehr möchte).

 

Dann hat Liebe

den eigenen Geist ausgerichtet.

Dann bist du geduldig

und freundlich geworden,

ohne Neid, Eitelkeit und Einbildung.

Du bist nicht mehr taktlos

und suchst nicht mehr den eigenen Vorteil.

Du verlierst nicht die Beherrschung

und trägst keinem mehr etwas nach.

Du freust dich nicht mehr,

wenn anderen Unrecht geschieht,

sondern immer dann, wenn

die Wahrheit ans Licht kommt und siegt.

 

Durch dein festes Gottvertrauen

kannst du nahezu alles ertragen,

in jeder Lage glauben,

immer hoffen

und allen Widrigkeiten standhalten.

Freude, Frieden, Geduld,

Freundlichkeit, Güte, Treue,

Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung

sind dir selbstverständlich geworden.

 

Woher ich das weiß?

Ich habe es selbst erfahren

und erfahre es täglich neu.

 

Wenn du das hier liest,

kannst du es vielleicht spüren.

Dein Wohlergehen und dein Werdegang

sind mir wichtig, sogar auch,

wenn ich dich nicht kenne,

aber auch,

weil du die Zukunft mitgestaltest,

deine

und die der Menschen um dich herum.

 

Eingebungen und meine Liebe

inspiriert mich etwas zu schreiben,

was für dich wichtig sein könnte.

Ich bin einen unüblichen Weg gegangen

und damit glücklich geworden.

 

Vielleicht kann ich dir Anregungen geben

und Mut dazu machen.

Ich habe zu Gott und zu Jesus gefunden

und die Ströme des lebendigen

Glaubenswassers entdeckt

und schätzen gelernt.

Ich habe erlebt, wie ich geheilt

und neu ausgerichtet wurde,

zur Mitmenschlichkeit zurückfand

und zu einem liebevollen Wesen.

 

Meine verkümmerte Liebe

wurde aufgefrischt; neu geboren,

durch die Weisheiten der Heiligen Schrift

und meinen Glauben an Jesus Christus,

der mich aus den Zwängen

meines alten Lebens und Wollens befreite.

Ich wurde entstolzt und durchliebt

von seinem Beispiel,

von seinem Wesen,

von seinem Geist

und bekomme ungeahnte Einblicke

und Erkenntnisse in die

Wirkmechanismen von

Liebe, Güte und Vergebung,

aber auch von Bosheit,

Aggression und Hass.

 

Ich fühle mich Gott nahe und ich bin es.

Nicht, weil ich es möchte, sondern weil

er sich mir immer wieder zeigt.

Beispielsweise auch in den Texten,

die er mir gibt

und die ich für ihn aufschreibe.

Er benutzt sie so für die, die sie lesen.

 

Es ist für mich wundervoll,

wenn der Geist Gottes mich zu

neuen Gedichten oder Texten inspiriert,

die dann wie Ströme lebendigen Wassers

aus mir herausfließen.

Immer wieder neu,

nun schon seit mehr als 20 Jahren.

 

Diese Quelle sprudelt immer weiter,

bisher in über 2000 Texte.

Und jedes Mal erlebt ich neu,

dass Gott durch mich hindurch wirkt,

dass Leser auf meine Homepage finden

und dass sein Segen sich ausbreitet.

Jeder inspirierte Text hat auch

Auswirkungen auf mich selbst.

Er sagt mir etwas.

 

Jedes konzentrierte Hören

auf die innere Stimme,

die meine Kreativität leitet,

verbindet mich stärker mit ihm

und sogar auch mit den meist

unbekannten Leserinnen und Lesern.

 

Er lässt mich kleine Wunder gebären.

Er lässt mich seine Liebe weitergeben.

Das Fließen seines Geistes

durch meine Gedanken

erfüllt auch mich mit

wärmherziger Liebe,

mit schöpferischer Kraft,

mit tiefempfundener Dankbarkeit,

mit Vertrauensbestätigung

und mit einer erlösenden

und erweiternden Befreiung.

 

Und jedes Mal darf ich sagen:

Es ist vollbracht!

Wir haben es vollbracht.

Ich – mit Gottes Eingebung und Hilfe.

 

Die hohe Aufmerksamkeit

und Konzentration dabei ermüden.

Ich bekomme Hunger und habe Durst.

Der Körper ruft mich in den Alltag zurück.

Das Leben geht weiter.

 

Aber ich weiß,

dass eine weitere Geburt bevorsteht,

dass Gottes Geist mich wieder anregt

und meinen Hunger auf neues Erkennen

und mein Durst auf liebevolles und

lebenspendendes Geistes-Wasser stillen

wird. Irgendwann.

Vielleicht schon morgen wieder.

 

Mögen auch in dir

die Ströme des lebendigen Wassers

nie versiegen,

damit auch durch dich,

die Welt mitmenschlicher

und liebevoller wird.

 

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