Sich besinnen – Sinn des Lebens
Hallo Du,
endlich habe ich mir Zeit
für mich selbst genommen.
Ich habe mich an einen
ruhigen Ort zurückgezogen,
um mich zu besinnen,
um über meine Probleme nachzudenken,
um mich daran zu erinnern,
was mir im Leben Freude bereitet
und was mein eigentlicher Lebenssinn ist.
Ich sinne darüber und richte
meine Gedanken ganz darauf aus.
Ich sinniere und denke
ganz in mich versunken
darüber nach.
Besinnung überkommt mich,
ruhiges Betrachten, Nachdenken.
Nach und nach lichtet sich der
Nebel des Sinnlosen und weicht
dem Sinnfälligen, dem klar
Erkennbaren und Einleuchtenden.
Ich entsinne mich,
erinnere mich des Wesentlichen,
meiner ursprünglichen,
unvorbelasteten Gesinnung,
meiner ureigenen Art
des Empfindens und Fühlens,
des Denkens, Handelns und Liebens.
Den Sinn meines Lebens sehe ich:
im Erkennen meines Wesens,
im Erkennen und Überwinden
meiner eigenen Grenzen,
im Entwickeln meiner individuellen
Fähigkeiten und Begabungen,
im Sammeln und Einsetzen von
immer neuen Lebenserfahrungen,
im Finden und Anwenden von
grundlegenden Lebenswerten,
im Weitergeben meiner
Erfahrungen und Gene,
im Empfinden und Weitergeben
meiner elementaren Liebe.
Ich frage mich:
Bin ich ein Werkzeug
dieser lebensklugen Liebe?
Lebe ich aus meinem Wesen
heraus in Freude?
Nutze ich meine Fähigkeiten
und Begabungen auch für
Gemeinschaft mit anderen?
Entwickle ich mich kreativ
und vielseitig zum Guten,
zum Vorbild weiter?
Gebe und nehme ich herzliche,
unvoreingenommene Liebe?
Bin ich freundlich und interessiert
und zeige das auch?
Höre ich mitfühlend und mit
ungeteilter Aufmerksamkeit zu?
Achte und würdige ich meine
Mitmenschen in ihrem Anderssein?
Habe ich Zeit, ein offenes Ohr
und ein ermutigendes Wort für sie?
Zeige ich ihnen meine Zuneigung
durch eine liebevolle Berührung
und Berührtheit?
Helfe ich den Menschen,
die in Not sind?
Ich frage mich:
Was hinterlasse ich
bei meinen Mitmenschen?
Frieden oder Aufruhr?
Freude oder Frustration?
Erkenntnis oder Verwirrung?
Einverständnis oder Konflikt?
Vergebung oder Bitterkeit?
Zuneigung oder Boshaftigkeit?
Die Antworten darauf zeigen mir,
woher meine Probleme gekommen
und warum
meine Lebensfreude gegangen ist.
Mein Leben hat sich verändert.
Ich werde gelebt.
Ich lebe in einem vorgegebenen Rahmen,
in einengender Sicherheit
und beängstigender Bestimmtheit.
Mir fehlt das anregende Abenteuer von
Selbstfindung und Selbsterfahrung,
Selbstüberwindung und Selbstbestätigung,
Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein,
Selbstverantwortung und Unabhängigkeit.
Mir fehlt die Quelle des Lebens.
Ich bin stumpf geworden
für den eigentlichen Lebenssinn.
Die Realität hat mir meine
Lebensträume genommen;
die Anpassung
meine Persönlichkeit und Vielfalt,
die Wissenschaft
meine Überraschung und mein Staunen,
Banalitäten,
meine Zeit und meine strahlenden Augen.
Mir fehlt die Unvoreingenommenheit
und Unbelastetheit des Kindes:
Ich möchte Unverständliches verstehen
und Verständliches einsetzen.
Ich möchte Gegensätze ergründen
und die Ergebnisse verkünden.
Ich möchte Spannungen abbauen,
und mehr vertrauen.
Ich brauche die Erfahrungen
zwischen Staunen und Schrecken,
zwischen Ehrfurcht und Wagnis,
zwischen Risiko und Erfolg,
zwischen Leidenschaft und Erwartung,
zwischen Hoffnung und Vertrauen,
zwischen Begeisterung und Enttäuschung,
zwischen Lebendigkeit und Stumpfsinn,
zwischen Hingabe und Zurückhaltung,
zwischen Kühnheit und Verzauberung,
zwischen Ausgelassenheit und Besinnung,
um mich selbst zu finden,
um mich spontan und rückhaltlos
ins Leben einzubringen,
um Gott für seine Schöpfung
und für mein Leben zu danken.
