Selbst-Erkenntnis der eigenen Schwächen (Spr 2,6)
Hallo Du,
Selbsterkenntnis – die heilsame Erkenntnis des eigenen Wesens, Könnens und der eigenen Grenzen ist oft die erschreckende Erkenntnis, dass man tatsächlich doch nicht so ist, wie man gerne wäre!
Deswegen scheuen sich viele, ehrlich über sich selbst nachzudenken, um sein anderes, ungeliebtes ‚Ich‘ zu ergründen, um sich selbst besser kennenzulernen.
Dennoch gibt es immer wieder Momente, in denen wir an unserem Selbstbild zweifeln, bspw. wenn für uns offensichtlich wird, dass andere anders über uns denken, als wir es gerne hätten oder, wenn wir trotz intensivstem Bemühen, ein Ziel, ein Wollen, nicht erreichen.
Das Sprichwort: Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung, beinhaltet, dass Selbstblindheit bzw. Selbstüberheblichkeit überwindbar sind.
Ich halte die immer wieder neue Selbsterkenntnis als ist ein lohnenswertes Ziel, denn sie eine Inventur, eine Standortbestimmung und Erdung.
Aus dem: ‚Wer bin ich wirklich?‘ wird so ein: ‚Wer bin ich noch auf dem Weg zur Besserung, auf dem Weg zu dem, der ich sein könnten.
Die Selbsterkenntnis in Bezug auf die eigenen Möglichkeiten und Grenzen kann befreiend sein. Wer sich seiner Grenzen und Begrenzungen bewusst ist uns sie zunächst auch akzeptiert, der weiß, dass er und wann er Hilfe von anderen braucht, die Fähigkeiten haben, die die Eigenen ergänzen.
Die Erkenntnis, dass wir nicht vollkommen bzw. der Nabel der Welt bzw. das Zentrum des Universums sind, behütete uns vor weiterer Selbstüberschätzung und Überheblichkeit.
Hochmut macht blind, Demut macht sehend!
Die Demut beschreibt eine Haltung der Bescheidenheit, des Respekts und der Anerkennung der eigenen Grenzen. Die Demut sieht die eigene Wirklichkeit. Sie erkennt die eigene Unvollkommenheit an und ist deshalb bescheiden, gottergeben, anspruchslos und dankbar für jede erbetene Hilfe und Unterstützung.
Indem wir anerkennen, dass wir vieles nicht aus eigener Kraft schaffen, öffnen wir uns auch für Gott und seine Hilfe, um die wir im Gebet bitten dürfen, durch dass wir an seiner Stärke Anteil bekommen. Eine demütige Haltung stärkt nicht nur unsere persönliche Beziehung zu Gott, sondern sie bereichert auch unser Zusammenleben mit anderen Menschen.
Und wer willkommene Hilfe von anderen oder von Gott erhalten hat, der ist auch bereit, sie mit den eigenen Stärken zu geben und anderen damit zu dienen.
Demut ist auch der Mut, Gott in seiner Größe anzuerkennen und ihn um Unterstützung und Hilfe zu bitten, wenn wir an unsere Grenzen kommen.
Die Gemeinschaft untereinander sowie die mit Gott macht uns stark, selbst-bewusst, schwäche-bewusst und gott-bewusst!
Es ist eine Freude zu erkennen, dass wir nicht so bleiben müssen, wie wir jeweils sind, sondern dass wir mit Gottes Hilfe über unsere Enge hinauswachsen können.
Amen.
Denn der HERR gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Einsicht. (Spr 2,6; L)

