Selbst bewusst sein
Hallo Du,
heute hinterfrage ich einmal,
wie wir leben und wozu wir leben:
Leben wir passiv in den Tag hinein
oder planen wir ihn aktiv?
Schwimmen wir mit der Masse
unserem Lebensabend entgegen
oder gehen wir unsere eigenen Wege?
Gestalten wir unsere Tage selbst
und tun wir, was das Herz uns sagt
oder machen wir, was andere wollen?
Wollen wir überhaupt darüber nachdenken,
wie und wozu wir leben?
Das könnte unbequem werden.
Ein langjähriger Mitarbeiter einer Firma
gab einen Neuen einen ‚guten‘ Rat:
‚Mach einfach das, was der Chef will
und mach es so, wie er es will. Es ist
doch seine Firma!‘
Und bald bemerkte der Neue,
dass sein Ratgeber immer wieder
eine Krankheits-Auszeit brauchte.
Weshalb hat der Chef
den Neuen eingestellt?
Will er tatsächlich, dass der
wie ein Automat funktioniert
oder will er vielmehr, dass er
als Mit-Arbeiter auch Verantwortung
für seine Arbeit und seinen Arbeitsplatz
übernimmt und natürlich auch am Wohl
der Firma interessiert ist?
Ein guter Chef beharrt nicht auf Stagnation
in seiner Firma, sondern er freut sich über
jede mit-tragende Eigeninitiative und
über kreatives Mitgestalten,
aktive Mängelbeseitigung und
zukunftsfähige Neuerungen von allen.
Jeder Mit-Arbeiter arbeitet auch an der
Sicherheit seines Arbeitsplatzes mit
und ist damit Partner seines Chefs.
Ist sich jeder Mit-Arbeiter
dessen bewusst?
Weiß er um seine eigene Bedeutung
und seine Mit-Gestaltungsaufgabe?
Traut er sich, sich selbst, seine Ideen und
Fähigkeiten, in die Arbeit einzubringen
oder ist er nur ein willfähriger
und ängstlicher Sklave seines Chefs?
Das hat nichts mit dem Chef zu tun,
sondern etwas mit der eigenen
Einstellung zur Arbeit und zu Vorgesetzten.
Mag der Chef mich und interessiert er
sich für mich, dann mag ich ihn auch.
Mag ich den Chef, dann mag ich auch die
Arbeit, die meine Familie ernährt.
Eine solche Einstellung hat nur
mit mir selbst zu tun.
Fühle ich mich vom Chef abhängig
oder bin ich mir meiner Selbst bewusst?
Wie gut kenne ich meine Begabungen,
Fähigkeiten und Grenzen?
Weiß ich, was ich von mir einbringen
kann und was ich gerne für andere tue?
Wie sehe ich mich?
Was interessiert mich?
Glaube ich an mich und meine Fähigkeiten.
Kenne ich meinen Selbstwert?
Bin ich selbstsicher oder unsicher?
Bin ich mir meiner sicher und bin ich
mutig und selbstbewusst?
Bin ich ein nüchterner Denker oder eher
gefühlsbetont handelnd?
Bin ich ein gruppenbezogen Teamplayer
oder ein Einzelkämpfer?
Welche Rolle liegt mir?
Wie kann ich nützlich sein?
Wie sehe ich Vorgesetzte?
Lasse ich mich von denen gerne
und vertrauensvoll führen?
Vielleicht habe ihr es schon bemerkt:
Hier geht es nicht nur um das Verhältnis
zu einem Arbeitgeber, sondern auch um
die eigene Beziehung zu Gott, zu
unserem Lebensgeber.
Ich hinterfrage weiter:
Bin ich gottbewusst?
Bist du gottbewusst?
Kennen wir die Bedeutung
Gottes für unser Leben?
Kennen wir den Wert,
den wir für Gott haben?
Sind wir uns sicher,
dass er uns uneingeschränkt liebt
Wissen wir, dass er uns auf unserem
Lebensweg begleiten möchte, um den
zu ebnen und uns zu unterstützen?
Wissen wir, dass unser Lebensweg ohne
ihn unorientiert und holprig sein wird
und wir unzufrieden, unausgeglichen
und ungeduldig sein werden, vielleicht
sogar überfordert und verbittert?
Er wird uns Hindernisse, also Wachstums-
stufen, nicht aus dem Weg räumen, aber
er wird uns helfen zu verstehen, wozu sie
nötig sind und wie wir sie überwinden
können, nämlich dadurch, dass sie unsere
Erfahrung und den Handlungsspielraum
weiten und unseren Charakter weiter-
entwickeln.
Gott ist kein Wunsch-erfüll-automat,
sondern er gibt nur das, was gut für uns ist.
In der engen Beziehung und Verbindung
mit ihm und seinem Wort, mit Jesus als
Vorbild lernen wir, das Schlechte und das
Gute in uns zu erkennen. Das Eine zu
meiden und das Andere zu fördern.
Warum lässt er das Schlechte zu?
Er lässt uns den eigenen Willen, der uns
auch ins Schlechte führen kann, damit wir
eigene Erfahrungen sammeln, lebensklug
werden und uns ihm freiwillig zuwenden,
wie das ja auch Kinder tun, wenn sie etwas
alleine nicht schaffen.
Wir erkennen:
Gott und Jesus ticken ganz anders,
als wir es im Leben kennengelernt
und übernommen haben.
Ihr Denken und ihre Lebenseinstellungen
entspringen einem ganz anderen Geist,
einem anderen Denken.
Ihre Lebensgrundeinstellung und ihr
Handeln beruht auf selbstloser Liebe,
auf Freude, Frieden und Geduld,
auf Freundlichkeit, Güte und Treue,
auf Rücksichtnahme und Selbst-
beherrschung. Die, sind ihnen wichtiger
als eigener Erfolg.
Jesus ist das sogar wichtiger
als das eigene Leben.
Erfolgsorientierte Menschen halten so
etwas für dumm und töricht. Cleverness,
also sich Vorteile zu verschaffen und sie
auszunutzen, das ist ihre Maxime.
Doch langfristig erfolgreich sind die,
die andere in ihren Erfolg einbeziehen,
die den eigenen Erfolg zum Erfolg
von anderen machen, die auch andere
stark und umsichtig machen, die, die
sich ihres Selbst, auch ihrer Schwächen
und Fehler, bewusst sind, die, die sich
der Liebe Gottes bewusst sind und sie
weitergeben.
Heute, gealtert und gereift, aber noch
immer nicht vollkommen, bin ich froh,
zu Jesus gefunden zu haben, von ihm
zu sich gezogen worden zu sein, weil das
meinen Horizont ungeahnter erweitert hat.
Jedes eigene Wissen und Können ist
begrenzt.
Weisheit ist, die eigene Begrenztheit
und die Unbegrenztheit Gottes
zu kennen und zu akzeptieren.
Diese Erkenntnis weitet.
Diese Erkenntnis öffnet sich für Gott,
den Unbegrenzten, den Allmächtigen,
den Treuen und Zuverlässigen,
den Ewigen.
In ihm vereinigen sich Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft,
Rücksicht, Einsicht und Weitsicht.
Von ihm kann man viel lernen.
Mit ihm lässt es sich besser leben.
Wer weit sieht, überblickt Vergangenes,
Gegenwärtiges und Zukünftiges.
Wer weit sieht, erkennt Zusammenhänge,
Ursachen und Auswirkungen.
Wer weit sieht, gestaltet das Leben anders,
weitsichtiger, liebevoller.
Angesichts dieser Erkenntnis, habe ich
mich und mein Leben ganz der Weisheit
Gottes unterstellt und folge Jesus in
deren Heiligem Geist nach.
Ich höre auf sie, weil sie unermesslichen
Weitblick und Durchblick haben, weil sie
alles Leben gestalten, weil sie Einblick
und Augenblick geben, weil sie Lichtblick
sind und Ausblick geben.
Selbstbewusst werde und bleibe ich
durch festes Vertrauen in sie.
Auf sie kann ich mich absolut verlassen,
weil sie mich in allem kennen und lieben,
weil ich ihr Geschöpf bin,
weil sie mir immer und in Allem nahe sind,
weil ich ihnen vertraue, an sie glaube
und auf sie baue.
Wer wollte ich immer sein?
Eigentlich der, der ich heute geworden bin.
Eigentlich der, den Jesus aus mir machte.
Eigentlich der, den Gott Geist künftig
noch aus mir machen wird.
Ich möchte, dass Jesus in mir ist
und ich in ihm.
Ich möchte, dass seine Liebe
in mir immer stärker wird,
dass sein Geist in mir wohnt,
dass sein Licht mir leuchtet und,
dass sein Wort mich leitet.
Ich möchte,
dass seine Liebe mir immer vergibt,
dass sein Erbarmen mich durchdringt,
dass seine Güte mich bewahrt und,
dass ich immer in ihm geborgen bin.
Herr, lasse mich dein Diener sein,
im Denken und Fühlen werden rein.
Sanft und gütig sei mein Wesen.
An dir, Herr, möge die Welt genesen.
Amen.
HERR, zeige mir deine Wege
und lehre mich, auf deinen
Pfaden zu gehen!
(Ps 25,4; NGÜ)

