Liebevolle und konsequente Haltung und Erziehung
Mein Sohn, wenn der HERR dich zurechtweist, dann sei
nicht entrüstet und sträube dich nicht, denn darin zeigt
sich seine Liebe. Wie ein Vater seinen Sohn erzieht, den
er liebt, so erzieht dich auch der HERR. Glücklich ist der
Mensch, der weise und urteilsfähig geworden ist!
(Spr 3, 11-13; HfA)
Hallo Du,
von meinem Fenster aus schaue ich direkt auf einen Kinder-
spielplatz und beobachte manchmal einen ‚seltsamen‘
Umgang von Eltern oder ErzieherInnen mit ihren Kindern
und ich sehe auch, wie die Kinder darauf reagieren.
Ich erkenne beispielsweise Gleichgültigkeit, Unverständnis,
Ungeduld, Laschheit oder auch herzlose ‚Zucht und Ordnung‘.
Als Vater, Opa und ehemaliger Lehrer schmerzt mich das.
Da wird Lieblosigkeit ausgeübt, weitergegeben und eingepflanzt.
Wie sollte Erziehung sein?
Eine gute Erziehung ist liebevolle und verantwortungsbewusste
Führung, verbunden mit Hilfestellung beim Einüben von
positiven Denk- und Verhaltensweisen von Heranwachsenden.
Sie hat zum Ziel, wertvolle Veranlagungen zu entdecken, zu
fördern und zu festigen, wie auch die Entstehung schädlicher
Anteile zu verhindern. Eine gute Erziehung vermittelt anerkannte
Werte wie Aufmerksamkeit, Lernbereitschaft, Fleiß, Ausdauer,
Wissen und Können, aber auch Sozialkompetenzen wie Liebe,
Friedfertigkeit, Freundlichkeit, Achtsamkeit, Hilfsbereitschaft,
Rücksichtnahme, Geduld, Respekt, Toleranz, Treue und
Selbstbeherrschung.
Damit ist sie persönlichkeits- und charakterbildend für Lernende
und später dann auch beispielgebend für deren Kinder.
Eine liebevolle, klare, transparente und konsequente Erziehung
baut auf Gehorsam durch Vertrauen auf, nicht aber auf
erzwungenen Gehorsam aus Angst. Es geht ihr darum, ein
Bitten wahrzunehmen, einen Rat zu prüfen, einer Erklärung zu
vertrauen, einen Hinweis ernst zu nehmen, ein Gebot zu beachten
oder eine Anweisung zu befolgen. Es geht darum, sich etwas
sagen zu lassen und sich einzuordnen. Eine gute Erziehung ist
Grundlage und Voraussetzung für ein späteres, fruchtbares
Leben in Familie und Beruf.
Was bedeutet ‚konsequent sein‘?
Konsequent zu sein bedeutet, dass Eltern, wie auch Lehrer
oder Erzieher, eine konkrete und klare Vorstellung von
`guter` Erziehung haben, diese entschlossen und beharrlich
anstreben, bei wichtigen Maßnahmen festbleiben und das
jeweilige Erziehungsziel unbeirrt einüben.
Dabei können die Heranwachsenden entscheiden, wie sie
sich verhalten. Gehen sie den erwünschten und angestrebten
Weg mit, dann wird das durch Loben bestätigt und anerkannt.
Wollen sie lieber eigene, gefährliche Wege gehen, müssen sie
(wie im richtigen Leben) die Folgen ihres Handelns tragen.
Die können sein:
Weiteres Üben, weniger gelobt werden, ermahnt oder
getadelt werden oder gar persönliche Einschränkungen
hinnehmen zu müssen.
Was bedeutet ‚Laschheit‘?
In der Erziehung lasch zu sein bedeutet beispielsweise,
die Erziehungsziele und die späteren Auswirkungen von
schlechter Erziehung nicht oder nur ungenau zu kennen,
sich der eigenen Erziehungspflicht und -verantwortung
nicht bewusst zu sein oder sich nicht zu bemühen.
Auch, bei Widerstand oder Verweigerung der
Heranwachsenden einzuknicken, Konflikte zu meiden,
Ungehorsam zu übergehen, vorausschauend keine klaren
Grenzen zu setzen und letztlich auch, selbst schwach und
gleichgültig zu sein und die Heranwachsenden nicht
wirklich zu lieben.
Irren ist menschlich
Aber, auch Erziehende können sich irren.
Deswegen geschieht Erziehung nicht von oben herab, nicht
durch unpersönliche, straffe Zucht oder kalte Strenge mit
dem Ziel einer schnellen Unterordnung, sondern sie
geschieht in einem andauernden Vertrauensdialog,
der durch Liebe, Güte und Geduld, Ehrlichkeit,
liebevolles Miteinander, gegenseitige Achtung und
Wertschätzung, sowie durch Verständnis,
Rücksichtnahme und eigene Korrektur geprägt ist.
Im vertrauenden Miteinander wird Unbekanntes
spielerisch und mir Interesse und Freude erkundet.
Beide Seiten wachsen darin.
Nun, kein Mensch ist vollkommen.
Trotzdem ist der Mensch eine geniale (aber schwierige
und widersprüchliche) Konstruktion. Er ist ein
Individuum und dennoch auf andere angewiesen.
Das erschwert manches, sichert aber auch sein Überleben,
sowohl in Bezug auf seine Sicherheit, wie auch auf
seine Ernährung, Gesundheit und Fortpflanzung.
Schon von früher Kindheit an ist der Mensch darauf
ausgerichtet, seine körperlichen und sozialen
Bedürfnisse durch Unmutsbekundungen
einzufordern. Später versucht er das dann auch
(mehr oder weniger hartnäckig) bei spontanem
Wünschen und Wollen, denn er weiß noch nicht,
was für ihn gut oder schädlich ist.
Er hat schon die Fähigkeit zum eigenen Willen und
Wollen, aber noch nicht die Reife für die freie
Entscheidungskraft.
Das macht es allen Beteiligten schwer.
Zur Ermutigung der Erziehenden zitiere ich
2. Tim 1,7; HfA:
Denn der Geist, den Gott uns gegeben hat,
macht uns nicht zaghaft, sondern er erfüllt
uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit.
Tatsächlich gibt es vieles, was wir aus uns heraus
nicht können. Wir brauchen dann zusätzliche
Unterstützung, erfahrenen Rat, verlässliche Hilfe
und souveräne Führung.
Junge Menschen erziehen
Junge Menschen zu erziehen bedeutet u.a.: sie geduldig
auszubilden, schrittweise ihre individuellen
Fähigkeiten zu entwickeln und sie nach und nach zur
Reife zu bringen. Was in ihnen noch verborgen
ist, soll sich zeigen, entfalten und festigen.
Was alles steckt in diesem jungen Wesen?
Welche latenten Eigenschaften hat es?
Welche besonderen Begabungen und Fähigkeiten?
Was genau zeichnet es aus?
Was kann es später zur Lebensgemeinschaft beitragen?
Um das zu erkennen, braucht man ernsthaftes Interesse,
Wohlwollen und Lebenserfahrung, Zuwendung und
Aufmerksamkeit und natürlich andauernde Gemeinschaft.
Erziehen bedeutet nicht, das Wesen der Heranwachsenden
nach willkürlichen Maßstäben zu bestimmen und zu prägen
oder, deren eigenes Wesen durch Gewalt zu brechen
oder, ihnen selbstnütziges Denken aufzuzwingen,
z.B. eigene Werte, Ansichten, Ziele und Lebenswünsche.
Erziehung gelingt nie mit Gewalt, sondern nur im
Vertrauensverhältnis, nur im liebevollen Miteinander und nur
durch jeweils angemessene Lernschritte und Maßnahmen.
Erziehen beinhaltet, sich einzufühlen;
das Gute zu suchen, zu erkennen und zu fördern;
den Lernenden wohlwollend zu begegnen,
sie zu führen, zu begleiten, zu schützen und zu beraten
und auch, selbst beispielhaft zu sein.
Was zeichnet einen ‚guten‘ Menschen aus?
Wo finden wir verlässliche Aussagen und Leitlinien für
einen objektiven Bewertungsmaßstab?
Wo, für eine gute Erziehung?
Vielleicht in einem sittlichen Verhaltenskodex?
Vielleicht in Büchern über Tugenden und Untugenden?
Vielleicht bei YouTube oder in Internetpredigten?
Vielleicht in der Bibel?
Oder vielleicht in der Selbstfrage und Erkenntnis:
Was tut mir dauerhaft gut und schadet keinem?
Unsere Vorfahren formulierten dafür einprägsame
Sprichwörter und einen kurzen aber umfassenden
Verhaltensgrundsatz:
Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt
werden willst.
In der Bibel heißt das Gebot:
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Das Sprichwort dazu heißt:
Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg auch
keinem andern zu!
Leider sind in der heutigen Leistungs- und Wettbewerbs-
gesellschaft individuelles Wissen, Können und Durch-
setzungsvermögen sehr gefragt. Sie bestimmen die
Ausbildung immer stärker. Soziale oder geistliche Werte
werden zunehmend vernachlässigt.
Deswegen frage ich provokativ:
Wie wird das künftige Zusammenleben ohne
soziale Werte wie Liebe, Freude, Frieden, Geduld,
Freundlichkeit, Güte, Treue, Nachsicht und
Selbstbeherrschung aussehen?
Wahrscheinlich gibt es ein soziales Hauen und Stechen.
Jeder wird versuchen, den anderen zu manipulieren,
zu übertrumpfen und zu übervorteilen.
Jeder wirde nur an sich denken.
Die Folgen davon wären beispielsweise:
ständige Angst und Feindschaft, Misstrauen, Isolation
und Vereinsamung, eine weitere Auflösung von
Lebensgemeinschaften, kalte und wechselnde
Beziehungen zum einseitigen oder gegenseitigen Vorteil,
lustbetonte Lebensausrichtungen und wahrscheinlich auch
zunehmende Kinderlosigkeit.
Quo vadis? Es ist schon zu erkennen.
Erziehung und Reifung sind nicht immer leicht!
Sie beinhalten ständige Auseinandersetzungen mit dem
kindlichem Eigenwillen, mit Uneinsichtigkeit und
Kurzsichtigkeit, mit Widerstand, Egoismus und schnöder
Bequemlichkeit. Trotzdem: Erziehen ist veredeln!
Ein Diamant im Rohzustand ist unscheinbar, geschliffen
aber – glänzt er klar und strahlend.
Die Bibel
Was würde geschehen, wenn elterliche Erziehung lasch
und inkonsequent wäre?
Was würde geschehen, wenn jeder machen könnte und
würde, was er gerade will und was ihm gefällt?
Was wäre die Welt ohne Gesetze und Strafe?
Was, ohne Ordnung und Verlässlichkeit?
Viele Antworten zu diesen Fragen finden wir in der Bibel,
in dem Buch über menschliche Verhaltensweisen und deren
Auswirkungen, in dem Buch der Lebenserfahrung,
in dem Buch, das Menschen versteht und ihnen Orientierung
geben möchte.
Die Bibel geht davon aus, dass es eine oberste Instanz gibt,
Gott, den weisen, allmächtigen und allwissenden Schöpfer
von allem, den Urvater allen Lebens, den Konstrukteur des
Universums und auch aller Geschöpfe, auch der Menschen,
seiner Kinder. Er weiß, wie sie ticken und was sie brauchen.
Und er weiß, welche Regeln ihnen guttun.
Seine Erziehung geschieht in Verbindung mit ihnen, in
gegenseitiger Verbindlichkeit.
Auf seiner Seite: Durch geduldige und anhaltende Liebe,
Fürsorge und gnädiges Geben.
Auf der Menschenseite: Durch ‚Ihn anerkennen‘, durch
Treue und dankbares Annehmen.
Durch sein Wort gibt er Orientierung und Führung,
durch seinen Sohn Jesus Verständnis, Vergebung
Erbarmen und Beispiel
und durch seinen Geist, Erkenntnis und Verbindung.
In allem ist er konsequent, bei anhaltender Uneinsichtigkeit
auch mal streng durch Selbstüberlassung auf Irrwegen,
die oft eindrückliche und schmerzhafte Lehren zur Folge
haben.
Wer ist dieser unsichtbare Gott?
1 a) Name und Aufgabe
In 2.Mo 3,13 fragt Mose Gott nach seinem Namen.
(Damals charakterisierte der Name die Person und auch
ihren Lebensauftrag.)
In Vers 14 nennt sich Gott: „Ich bin, der ich bin!“
was gleichzeitig auch bedeutet:
„Ich werde sein, der ich sein werde“.
Das ist zunächst nichtssagend. Aber wenn der Schöpfer
von sich sagt: „Ich bin! – Ich werde (immer) sein!“,
dann ist damit das Wichtigste gesagt.
Gott ist real und ewig. Er und seine Liebe ändern sich nie.
Und der Zusatz: ‚der ich bin‘ bzw. ‚der ich sein werde‘,
bezeichnet seine unbeschreibliche, unfassbare und
unendliche Größe, seine Macht, Stärke und Herrlichkeit.
Kein anderer Name würde seinem Wesen gerecht.
Weitere Übersetzungen enthalten in der Namensbedeutung
den Bezug zu den Menschen:
„Ich werde für euch da sein“;
„Ich werde mich für euch hilfreich erweisen“;
„Ich bin (für euch) da“.
In Ps 102, 26 -28 (EU) heißt es:
Vorzeiten hast du der Erde Grund gelegt, die Himmel
sind das Werk deiner Hände. Sie werden vergehen,
du aber bleibst; sie alle zerfallen wie ein Gewand;
du wechselst sie wie ein Kleid und sie schwinden dahin.
Du aber bleibst, der du bist, und deine Jahre enden nie.
Gott der Schöpfer, der Konstrukteur von allem und von
allem Zusammenwirken, ist somit der einzige,
unabhängige, wahre und oberste Maßstab.
Nur er weiß, was sich wann, wo und wie auswirkt.
Er, der Festleger aller Naturgesetze und Weltordnungen,
ist somit die höchste Instanz, der oberste ‚Denker‘ und
Lenker‘.
Er hat die Macht zu erhalten oder zu verändern was und
wen er will.
Er kann jederzeit korrigierend oder unterstützend in seine
Schöpfung und in unser Leben eingreifen.
Wir sollten aber wissen:
Unser Gottverständnis und Gottesbild ist begrenzt durch
unser eingeschränktes, menschliches Vorstellungsvermögen.
Wie auch immer wir uns Gott vorstellen:
Wir erkennen immer nur Anteile von ihm – und das istfür
uns schon viel und sehr hilfreich. Hauptsache ist:
Es gibt ihn wirklich; er ist für uns da und hilft,
wenn wir darum bitten.
Wie aus dem Gespräch zwischen Gott und Mose zu erkennen
ist, ist Gott eine sprechende Person, ein kommunikatives
Wesen mit Persönlichkeit und Charakter,
mit geistig-seelischen Eigenschaften und individuellem Gepräge.
Er ist unverwechselbar und unvergleichbar.
Sein herausragendes Wesensmerkmal ist Liebe!
Gott ist durch und durch Liebe und Fürsorge!
Er hat uns zuerst geliebt, damit wir ihn und andere
lieben können.
Für uns Menschen ist er der allmächtige Schöpfer, aber auch
unser liebevoller himmlischer Vater, eine machtvolle,
verständige und ansprechbare Bezugs- und Autoritätsperson.
1 b) Wie ist Gott?
Bildlich gesehen, ist Gott ein starker, guter und gerechter
Vater und gleichzeitig auch eine liebevolle, einfühlsame
und geduldige Mutter.
Beides beschreibt Wesensmerkmale, z.B. sein Verhalten
und seine geistige Einstellung. Gott gibt den Menschen
Freiheit und einen eigenen Willen, damit sie eigene
Erfahrung sammeln und dabei ihre begrenzten
Möglichkeiten erkennen, aber er lässt sie bei Scheitern
nicht im Stich. Er nimmt sie ohne Vorwurf und ohne
Bestrafung wieder auf.
Er, der Schöpfervater, hat zu jedem eine ganz persönliche
Beziehung und sucht mit jedem einzelnen das verbindende
Gespräch und eine enge Gemeinschaft.
Wir als ‚seine Kinder’ dürfen uns jederzeit an ihn wenden,
ja sogar vertrauensvoll hoffend, Papa oder Mama zu ihm sagen.
In 2.Mo 34,6 sagt Gott zu Mose: „Ich bin der HERR, der
barmherzige und gnädige Gott. Meine Geduld ist groß,
meine Liebe und Treue kennen kein Ende!“ (HfA)
Und in 1.Tim 4,4 schreibt Paulus: Denn alles, was Gott
geschaffen hat, ist gut; und nichts ist schlecht. (HfA)
Wir sollen wissen:
Der HERR, euer Gott, ist der wahre und treue Gott!
Über Tausende von Generationen steht er zu seinem Bund
und erweist allen seine Güte, die ihn lieben und sich
an seine Gebote halten. (5.Mo 7,9; HfA)
2. Ist Gott mit sich konsequent, in seinem Wesen,
Verhalten und Handeln?
Wie schon gesagt: Gott ist reine Liebe.
Damit unsere romantische Liebesvorstellung korrigiert
wird, ist seine in 1. Kor 13 beschrieben.
Wie ist seine wahre Liebe?
a) Wahre Liebe ist selbstlos, treu und ohne Zweifel.
Sie rechnet nicht auf. Sie will nicht genauso viel bekommen,
wie sie gibt und sie hat vor allem das Wohl des anderen
im Blick.
b) Wahre Liebe erwartet nichts von anderen und setzt
sie deswegen auch nicht durch irgendwelche Erwartungen
oder Bedingungen unter Druck. Sie genügt sich selbst.
Sie möchte sich nur geben. Das bereitet ihr Freude.
Auch wenn sie sich gerne gibt und andere damit stärkt,
ermutigt und unterstützt, die anderen bleiben für sich
selbst verantwortlich.
c) Wahre Liebe möchte andere nicht verändern!
Sie akzeptiert sie so wie sie sind, mit allen Macken und
Eigenheiten, aber auch mit ihren Besonderheiten und Stärken.
Sie hat kein Idealbild davon, wie jemand sein muss oder
werden soll, sondern sie lässt jeden, sich entwickeln und
baut auf ihr Vorbild.
d) Wahre Liebe lässt Freiheit.
Sie will nicht festbinden, einschränken oder besitzen.
Sie befreit, um zum gottgegebenen Selbst finden zu lassen.
Sie lässt jedem seinen Willen und lässt ihm Raum das zu tun,
was ihm als wichtig erscheint und,
sie wartet geduldig auf sein freiwilliges ‚Liebevoll werden‘.
Wahre Liebe drängt sich nie auf. Sie hofft aber auf Bitten
um Rat oder Unterstützung, damit sie Helfen darf,
damit sie willkommen ist und angenommen wird.
e) Wahre Liebe ist aufmerksam, einfühlsam und nimmt
Anteil am Leben anderer. Sie ‚sieht‘ mit wohlwollendem
und liebendem Herzen. Sie ist ehrlich am Anderen interessiert.
Sie freut sich über sein Dasein, achtet ihn und hört ihm
vorurteilsfrei zu. Sie geht auf ihn ein, stärkt, fördert,
beruhigt, tröstet, unterstützt und/oder ermutigt ihn.
Immer ist sie offen, entgegenkommend, friedlich und
freundlich.
f) Wahre Liebe respektiert alles und jeden und erhebt
sich niemals über etwas oder jemanden.
Sie sieht in allem und jedem das Besondere.
Alles und jeder ist ihr willkommen, auch die, die ihr
ständig ihre Andersartigkeit durch Ablehnung oder
Gleichgültigkeit zeigen.
Wahre Liebe ist souverän und ruht in sich.
Sie lässt sich nicht gehen und wird nicht böse.
Sie ist nicht gemein oder unfair.
Sie kann nicht lügen oder betrügen und
sie kann sich immer beherrschen, weil sie sich nicht
aufbläht und wichtig nimmt.
g) Wahre Liebe ist voller Güte, Erbarmen und Vergebung.
Sie bewirkt in Menschen Wohlbefinden und Zufriedenheit,
auch heilsame Ergriffenheit und tiefe Dankbarkeit.
Sie lässt sie dadurch zu Liebenden werden. Und weil sie
stark und souverän ist, kann sie auch nachgeben, verzichten
und verzeihen. Sie kann sich sogar, wie Jesus, selbst für
andere opfern.
Ihre Konsequenz geht damit bis in den eigenen Tod und
wirkt weit über ihn hinaus.
Ja, ich bete, dass ihr diese Liebe immer tiefer versteht,
die wir doch mit unserem Verstand niemals ganz fassen
können. Dann werdet ihr auch immer mehr mit dem
ganzen Reichtum des Lebens erfüllt sein, der bei Gott zu
finden ist. (Eph 3,19; HfA)
Geht liebevoll miteinander um, so wie auch Christus euch
seine Liebe erwiesen hat. Aus Liebe hat er sein Leben für
uns gegeben. (Eph 5,2; HfA)
Gott wird euch für eure Liebe und Fürsorge belohnen.
(Phil 4,17; HfA)
3. Gott ist konsequent gegen jede Sünde
Sünde ist der Sammelbegriff für jede absichtliche oder
auch unabsichtliche Lieblosigkeit, die fremdes und eigenes
Leben vergiftet, zersetzt oder zerstört.
Das können beispielsweise Halbwahrheit, Lüge, Täuschung,
Betrug oder Manipulation sein, oder Neid, Hass, Stolz und
Überheblichkeit, oder Trägheit, Gleichgültigkeit und
Nachlässigkeit, oder auch Ignoranz, Mobbing, Gemeinheit
und Gewalttätigkeit.
All das weist auf einen übersteigerten Egoismus hin, der
alles und jeden, auch Gott, für sich und sein ‚Wohlergehen‘
vereinnahmt.
Wer sich so verhält, macht sich selbst zu Gott und entzieht
sich seiner gemeinschaftsdienlichen und gottgewollten
Lebensaufgabe.
Das schadet allen.
Deswegen ist Gott konsequent gegen jede Sünde, gegen
jedes sündige Denken, Vorstellen, Verhalten und Tun.
Und genauso konsequent ist er auch in seiner Liebe.
Er gibt jedem Sünder, das sind wir im Grunde alle,
die Chance zur Einsicht, Umkehr und Vergebung,
weil er weiß, wie leicht man in dieser Welt in falsches
Denken, Verhalten und Handeln rutschen kann und
sich damit von ihm und dem eigenen Lebensglück entfernt.
Die Sünde sitzt tief im Herzen des Gottlosen und flüstert
ihm zu, was er tun soll. Sich Gott in Ehrfurcht zu unterstellen,
käme ihm nie in den Sinn. (Ps 36,2; NGÜ)
Jesus antwortete:
Ich sage euch: Jeder, der sündigt, ist ein Sklave der Sünde.
(Joh 8,34; NGÜ)
Wer sündigt, lehnt sich damit gegen Gottes Ordnungen auf;
Sünde ist ihrem Wesen nach Auflehnung gegen Gott.
(1.Joh 3,4; NGÜ)
Ich sage euch: Alles kann den Menschen vergeben werden,
jede Sünde, die sie begehen, und jede Gotteslästerung,
die sie aussprechen. (Mk 3,28; NGÜ)
4. Jesus ist ein Vorbild für konsequentes Handeln.
Jesus Christus ist uns Beispiel und Vorbild für liebevolles
und konsequentes Handeln.
In seiner Gottverbundenheit hielt er sich auch als Mensch
an alle Gesetze und Gebote Gottes. Deshalb war er frei von
Sünde. Er lebte uns vor, was ‚Lieben‘ bedeutet und ertrug
alle Schwierigkeiten, die das mit sich brachte, z.B. Neid,
Hass, Ablehnung und Ungerechtigkeit, Versuchung und
Prüfung, Verdächtigung, Verleumdung und Verfolgung,
Misshandlung, Folter und sogar Hinrichtung und Tod.
Er gab sein Leben, um von Gott getrennte Menschen
wieder mit ihm zu versöhnen und zu vereinen.
Jesus sagte:
Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken.
Ich bin gekommen, um Sünder in die Gemeinschaft mit
Gott zu rufen, und nicht solche, die sich sowieso für gut
genug halten. (Mk 2,17; HfA)
Jesus sorgt auch heute noch bei denen für innere Reinigung
und Neuausrichtung, die ihn als Herrn über ihr Leben
anerkennen. Er ermöglicht ihnen innere und äußere
Veränderung, bewirkt in ihnen Frieden und lässt sie die
für sie bestimmte Lebensaufgabe finden. Mit großer Freude
erfüllen sie dann ihren Lebenssinn.
5. Was sagt uns das?
Wahre Liebe, Gott, ist immer konsequent, weil er die fatalen
Folgen von Inkonsequenz kennt. Mit seiner Konsequenz
ist er uns, in Jesus, nicht nur ein Vorbild, sondern auch ein
Mahner. Indirekt sagt er uns: „Drückt euch nicht, wenn es
bei der Erziehung einmal schwierig und unangenehm wird!
Bedenkt immer, es geht um das zukünftige Wohl der euch
anvertrauten Kinder. Das bestimmt ihr maßgeblich mit.
Verbaut ihnen, durch euer Versagen, nicht die Zukunft.
Ermöglicht ihnen, ihre Lebensaufgabe zu erfüllen, zu Gott
zu finden und auch konsequent zu lieben.“
Die Liebe soll also euer höchstes Ziel sein. (1.Kor 14,1; HfA)
Der HERR, euer Gott, wird euch und eure Kinder im
Herzen verändern. Er wird euch fähig machen, ihn
aufrichtig und mit ganzer Hingabe zu lieben.
(5.Mo 30,6; HfA)
Wer sich nach dem richtet, was Gott gesagt hat, bei dem
ist Gottes Liebe zum Ziel gekommen. Daran erkennen wir,
ob wir wirklich mit ihm verbunden sind. (1.Joh 2,5; HfA)
Wer sich an Jesus hält und von ihm leiten lässt, ist von
Gott berufen, steht in ständiger Verbindung mit ihm,
mit seinem Geist und mit seiner Kraft, die aus fest
verwurzeltem Glauben / Gottvertrauen erwachsen.
Ihr Glaube schenkt ihnen Ausdauer, Standfestigkeit
und Selbstbewusstsein, ermöglicht ihnen Ruhe und
Konsequenz und bildet für sie einen Schutzschirm gegen
die ablenkenden und schwächenden Versuchungen der Welt.
Wer Gott den Rücken kehrt, der schafft sich Not und
Schmerzen. Wer jedoch dem HERRN vertraut, den
wird Gottes Liebe umgeben. (Ps 32,10; HfA)
Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern! So möchte es der Herr,
dem ihr gehört; so ist es gut und richtig.
»Ehre deinen Vater und deine Mutter!« – das ist das
erste Gebot, das mit einer Zusage verbunden ist,
mit der Zusage: »Dann wird es dir gut gehen, und du wirst
lange auf dieser Erde leben.«
Und ihr Väter, verhaltet euch euren Kindern gegenüber so,
dass sie keinen Grund haben, sich gegen euch aufzulehnen;
erzieht sie mit der nötigen Zurechtweisung und
Ermahnung, wie der Herr es tut. (Eph 1,1-4; NGÜ)
Ich bin ganz sicher, dass Gott sein gutes Werk, das er bei
euch begonnen hat, zu Ende führen wird. (Phil 1,6; HfA)
