Jeder Mensch hat aus seiner Sicht recht –

      aber seine Sicht muss nicht stimmen

 

Er kann mitfühlen mit denen,

die unwissend sind und irren,

weil er auch selber Schwachheit

an sich trägt. (Hebr 5,2)

 

Hallo Du,

unser Denken ist zielgerichtet.

Es hat die generelle Aufgabe,

uns sicher und erfolgreich durchs Leben zu tragen.

Uns, als Individuen und uns, als Gemeinschaftswesen.

Jedes Denken ist das Ergebnis eigenen Wissens

und eigener Erfahrungen, Annahmen und

Schlussfolgerungen.

Und bei allen ist das Denkergebnis und die daraus

erwachsenden Einstellungen und Überzeugungen

sowie das dementsprechende Handeln anders.

Wir wissen nie alles und wir haben nie genug erlebt,

um immer Recht zu haben.

 

Wissen und Erfahrung haben etwas mit Lernen und

Dazulernen zu tun und auch mit Erziehung.

Sind wir gegenüber den Erziehern, die uns auf das

Leben vorbereiten wollen, gehorsam?

Sind wir offen für Neues?

Setzen wir uns intensiv damit auseinander?

Gehen wir Problemen auf den Grund?

Suchen und wagen wir Lösungsansätze?

Beziehen wir Erfahrungen von anderen ein?

Lassen wir und etwas sagen?

 

Das hängt auch vom Alter ab, vom Geschlecht, v

on der jeweiligen Stimmung sowie von eigenen

Wünschen, Erwartungen, Absichten und Einstellungen.

 

Irgendwie besteht jeder seinen Lebensweg,

 glücklich unbeschadet; mehr oder weniger erfolgreich.

Die Erfolgreichsten und Glücklichsten sind die, die

nicht immer ihren eigenen Kopf durchsetzen, die

nicht auf ihre Ansichten bestehen, die andere bei der

Entscheidungsfindung einbeziehen, die Wissen,

Können und Entscheidungen durch andere ergänzen.

Alleine sind wir oft ein Teil des Problems, gemeinsam

aber sind wir ein Teil der Lösung. Die Ergebnisse von

Teams mit unterschiedlichsten Sichtweisen und hoher

Kompromissbereitschaft sind am erfolgreichsten.

 

Jeder hat aus seiner Sicht Recht, aber – sie sollte

ergänzt und abgesichert werden. Recht hat man

nicht, man bekommt es oder man gibt es.

Sich im Recht fühlen bedeutet nicht, Recht zu haben.

Rechtsempfinden basiert nicht auf individueller

Durchsetzung, sondern auf sozialer Einstellung.

 

Wessen Herz auf der ‚rechten‘ Seite ist, wer

‚rechtschaffen‘ denkt und handelt, wer tüchtig,

anständig, ehrlich, loyal, ordentlich, redlich,

solide, untadelig, einfühlsam, vertrauenswürdig,

einsichtig und liebevoll ist, den anderen zugewandt,

der fragt nicht nach Recht oder Unrecht,

sondern der übt sich in Toleranz, Geduld

und Zuwendung und der weiß um seine eigene

Unvollständigkeit und seinen Irrtum, denn irren

ist menschlich!

 

Ps 25,8 Gut und gerecht ist der Herr,

darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg.

 

Jes 29,24 Und die, welche irren in ihrem Geist,

werden Verstand annehmen, und die, welche

murren, werden sich belehren lassen.

 

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