Ich stehe mir im Weg
Es gibt Menschen, die mögen mich nicht.
Leider sagen sie mir nicht offen weshalb,
damit ich darüber nachdenken könnte.
Es gibt Menschen, die neiden mir,
was ich kann oder habe.
Das machen sie meist versteckt
und ich spüre ihre Aggressivität.
Es gibt ganz viele Menschen,
die mögen mich und zeigen oder
sagen mir das auch,
doch ich kann die Ursache dafür
oft nicht verstehen und ihre offene
Freundlichkeit nicht annehmen.
Bin ich misstrauisch?
Vermute ich eine versteckte Erwartung
oder eine erhoffte Gegenleistung?
Nein, eigentlich nicht.
Bin ich etwa zu selbstkritisch?
Traue ich mir selbst zu wenig zu?
Habe ich zu hohe Erwartungen an mich?
Kann ich mich vielleicht sogar nicht leiden?
Ich neige schnell dazu,
das weit von mir zu weisen,
doch etwas in mir lässt mich zögern:
Könnte da doch etwas dran sein?
Halte ich mich oft aus Unsicherheit zurück?
Bin ich mit mir selbst nicht zufrieden?
Bin ich mit meinen Arbeitsergebnissen
nicht zufrieden?
Stehe ich nicht zu meinem
individuellen Können und Wissen,
nicht zu meinem Aussehen,
zu meinem Charakter
oder zu meinem Schicksal?
Vergleiche ich mich zu sehr mit anderen?
Habe ich vielleicht zu hohe Ziele
oder Ziele, die gar nicht zu mir passen?
Ich wünsche mir nicht nur,
dass ich die Zuneigung anderer
Erkennen und annehmen kann,
sondern auch,
dass ich genauso offen
und freundlich sein kann.
Ich wünsche mir,
dass ich vorbehaltlos auf andere zugehen,
meine Gefühle äußern und meine
Gedanken aussprechen kann.
Ich wünsche mir,
dass ich andere nicht nur bewusst ermutige,
sondern auch von Herzen an ihren Freuden
und ihrem Leid Anteil nehme und dass ich
ihnen ein guter Zuhörer und Freund sein kann.
Ich weiß nicht, wie man das macht,
aber ich will es einfach tun und dabei lernen.
Ich möchte offen sein für Hinweise und Anregungen
aber auch für meine eigenen Impulse und Absichten.
Ich möchte mich und mein Wesen erkunden
und meinen Standort immer wieder neu bestimmen.
Ich möchte das Ungleichgewicht zwischen
Individualität und Gemeinschaft erspüren
und mein Gleichgewicht darin finden.
Ich möchte erkennen, wann und weshalb
ich mir im Weg stehe und die Ursachen
dafür beseitigen.
Wozu?
Damit meine Unsicherheit beseitigt,
meine stummen Fragen beantwortet,
meine innere Unruhe besänftigt und
meine Unzufriedenheit verwandelt wird.
Damit ich andere und mich selbst besser verstehe,
mich nicht so oft als Hauptperson empfinde,
einen anderen Blickwinkel einnehmen
und Gott nahe sein kann.
Damit ich nicht länger mein eigener Feind bin.
Damit ich mich
auch in meiner Beschränkung annehmen kann.
Damit ich Liebe erkennen,
annehmen und verschenken kann.
Damit mein Leben sinnvoll und lebenswert wird.
