Hunger !!!

 

Hallo Du,

wonach hungert es dich?

Wonach eiferst oder schmachtest du?

Welches unstillbare Verlangen,

welches starke Bedürfnis quält dich?

Worauf hast du immer wieder Appetit?

Wonach Lust? Was ist dein Begehren?

 

Hierzulande ist heutzutage der Hunger nach Nahrung,

also nach Lebensmitteln, nach Essen zum Lebenserhalt,

nicht mehr unser Haupthunger. Viele hungern nach mehr,

nach Leben, Erleben oder Neuem, nach Abwechslung,

Abenteuer oder Sensation, nach Geld, Wohlstand,

Einfluss oder Macht, nach Anerkennung oder Geltung,

nach Bildung, Wissen, Klugheit, Fortschritt, Erkenntnis

oder Weisheit.

Oder sie hungern und gieren nach gefühlvollen

Beziehungen. Oder sie sind süchtig nach Spaß,

Sinnlichkeit, Sex und Befriedigung.

 

Und weil das alles sehr anstrengend ist, hungern sie

auch nach Entspannung, nach Sonne, Licht und

frischer Luft, nach Natur pur und auch danach,

endlich alles loszulassen.

Vielleicht aber hungern sie hauptsächlich nach Liebe,

Zuneigung, Geborgenheit, Sicherheit und innerem

Frieden, also nach Gott, den sie in ihren Ersatz-

handlungen nicht finden können.

 

Wer hungert, möchte satt werden, denn Hunger

möchte gestillt werden. Die Seele wird erst ruhig,

wenn sie dauerhaft gesättigt ist.

Das geschieht aber nur dann, wenn das Essen

nahrhaft genug ist. Eine normale Speise kann das

nicht bewirken.

 

Worte sättigen die Seele

wie Speise den Magen

(Spr 18,20; NL)

 

Erstaunlicherweise wissen viele gar nicht, wonach

es sie hungert und auch nicht, was sie sättigen könnte.

Sie erleben nur immer wieder:

Je mehr sie sich erlauben und in sich hineinstopfen,

desto mehr wollen sie haben.

Und das ist frustrierend.

Vielleicht versuchen sie es ja auch deswegen auf so

vielen, unterschiedlichen Wegen, weil hoffen,

irgendwann den Richtigen zu finden.

Sicher ist nur eines: Ihnen fehlt etwas!

Sie verspüren eine innere Leere, verbunden mit einer

unangenehmen Ohnmacht und einer tiefen,

unbestimmten Sehnsucht.

 

Was sie brauchen ist liebevolle Beratung,

Unterstützung und Orientierung,

ist geduldige und freundliche Bestätigung,

ist eine erfüllende Aufgabe, die sie gerne annehmen,

die ihnen Herausforderung und Lebenssinn gibt,

die sie wachsen lässt und nicht überfordert,

in der sie sich nützlich machen und gebraucht werden,

in die sich hingeben und mit der sie ihre Form

von Liebe zur Sache und zu anderen zeigen können.

 

Diese liebevolle Beratung, Unterstützung und

Orientierung, sollte schon in früher Kindheit durch

Mama und Papa, durch Omas und Opas, durch

Onkels und Tanten, durch Bekannte und Nachbarn,

in selbstverständlicher Mitmenschlichkeit beginnen,

scheitert aber oft an Zeitmangel, Überforderung

oder Ablenkung, an Gleichgültigkeit

oder Orientierungslosigkeit.

Erwachsene sind nicht per se aus der Kindheit

herausgewachsene Alleskönner ohne eigene

Bedürfnisse, selbstlos Liebende und Gebende,

schon gar nicht, wenn sie selbst dafür keine

eigenen Vorbilder hatten. Auch sie sind Bedürftige.

Auch sie bedürfen des Zuspruchs, des Lobes und

Dankes, der ehrlichen und liebevollen und weisen

Führung und Beratung.

 

Doch wer könnte das für sie gekonnt und ohne

Gesichtsverlust oder Schmach tun?

Doch nur jemand, der sie so gut kennt, dass er von

ihrer Not und ihrem Versagen weiß. Jemand, der

ihnen Versagen nicht vorwirft. Jemand, der sie versteht

und trotzdem liebt. Jemand, dem sie vertrauen und

von dem sie sich anleiten und führen lassen.

Wenn doch nur Mama und Papa nicht so alt wären

oder modernere Ansichten hätten oder belastbarer

wären oder nicht so weit weg wohnten.

Wenn doch nur beste Freundinnen oder Freunde

tatsächlich die Besten wären.

Wenn doch nur ein kluger, weiser, erfahrener,

zuverlässiger und vertrauenswürdiger Mitmensch

gerade (und immer wieder) verfügbar wäre.

 

Dieses „wenn doch“ kenne ich gut.

Es schränkt ein und verhindert, verändert aber nichts.

Es gibt nur zwei Wesen, die diese Bedingungen

erfüllen und weiterhelfen können:

Das ist zunächst der/die Bedürftige selbst

und das ist der, der ihn erschaffen hat, der weiß,

wie jemand tickt und was er braucht.

 

Das ist der große, allmächtige Schöpfer, der seine

Geschöpfe als himmlischer Vater liebt, der sie versteht

und für sie da ist, nicht nur, wenn sie ihn gerade mal

brauchen. Ihm liegt unser Wohlergehen und unsere

Lebensfreude am Herzen. Er weiß, was uns guttut.

Er will immer nur das Beste für uns.

 

Es ist auch Jesus Christus,

unser Lehrer, Retter und Erlöser.

Im 1. Kapitel des Johannesevangeliums heißt es:

Am Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott,

und das Wort war Gott selbst. In ihm war das Leben,

und dieses Leben war das Licht für alle Menschen.

Das wahre Licht ist der, der in die Welt gekommen ist,

um für alle Menschen das Licht zu bringen. Die ihn

aber aufnahmen und an ihn glaubten, denen gab

er das Recht, Kinder Gottes zu werden.

Das Wort wurde Mensch und lebte unter uns.

Wir selbst haben seine göttliche Herrlichkeit gesehen,

eine Herrlichkeit, wie sie Gott nur seinem einzigen

Sohn gibt. In ihm sind Gottes Gnade und Wahrheit

zu uns gekommen. Aus seinem göttlichen Reichtum

hat er uns immer wieder mit seiner grenzenlosen Liebe

beschenkt. Durch Mose gab uns Gott das Gesetz mit

seinen Forderungen, aber nun ist uns durch Jesus

Christus seine Gnade und Wahrheit begegnet.

 

Paulus schreibt im Römerbrief:

Es heißt: »Gottes Wort ist dir ganz nahe; es ist in

deinem Mund undin deinem Herzen.«

Das ist nämlich das Wort vom Glauben,

das wir verkünden. (Röm 10,8; HfA)

 

Dieser Schöpfer ist Gott, meist verkannt als fern und

unsichtbar, oft gesehen als unerreichbar, manchmal

verstanden als weltfremd und unnahbar.

Aber das sagen nur die, die ihn nicht kennen oder die,

die nur glauben können, was sie mit ihren eigenen

Augen sehen und Ohren hören.

 

In Mt 13,13-17 sagt Jesus dazu:

„Sie sehen und sehen doch nicht, sie hören und hören

doch nicht und verstehen auch nichts.

An ihnen erfüllt sich die Prophezeiung Jesajas:

‚Hört zu – ihr werdet doch nichts verstehen.

Seht hin – ihr werdet doch nichts erkennen.

Denn das Herz dieses Volkes (dieser Menschen) ist

verstockt, ihre Ohren sind verstopft, und ihre Augen

halten sie geschlossen. Sie wollen mit ihren Augen

nichts sehen, mit ihren Ohren nichts hören und mit

ihrem Herz nichts verstehen und wollen nicht umkehren,

sodass ich sie heilen könnte.‘

Ihr aber, (die ihr auf mich hört und mir nachfolgt),

seid glücklich zu preisen! Denn eure Augen sehen,

und eure Ohren hören. Ich sage euch:

Viele Propheten und Gerechte sehnten sich danach,

zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen;

sie sehnten sich danach, zu hören, was ihr hört, und

haben es nicht gehört.“

 

Was bedeutet das?

Der auf sich bezogene Mensch ist blind und taub.

Er sieht nur sich und sein nächstes Umfeld.

Er hört nur das, was er hören möchte.

Er glaubt, er brauche diesen unsichtbaren Gott nicht,

der vielleicht ja nur in der Phantasie einiger weniger

existiert.

In Jesus aber, wird dieser unsichtbare Gott sichtbar,

erkennbar, nahbar. In ihm zeigt er sich und sein Wesen,

seine Liebe, Güte, Treue, Gnade, Barmherzigkeit und

Allmacht.

In Jesus kommt zu ihnen. Jesus steht bei ihnen,

spricht mit ihnen, erklärt ihnen schwer Verständliches

und zeigt ihnen, was Gott will und vermag. Er überzeugt

sie von seiner Weisheit und Weitsicht und von seinem

Wunsch, eng mit jedem einzelnen Menschen verbunden

zu sein. Doch dafür braucht er ihr Vertrauen, das

Eingeständnis ihrer Hilfsbedürftigkeit und ihre Hoffnung

auf seine Kraft zur Veränderung.

 

Eigentlich aber will er ihnen sagen:

‚Ihr glaubt, dass ihr lebt, weil ihr tut, was ihr wollt.

Doch euer erfülltes Leben in Zufriedenheit beginnt erst,

wenn ihr aus mir heraus lebt und das tut, was

tatsächlich gut und richtig für euch ist.‘

Wenn jeder tut, was er will, sein eigener Gott sein will,

dann steht er doch in Konkurrenz und im Kampf mit

allen anderen und findet dabei nie seinen Frieden.

Wenn aber alle Gott über sich haben und sich ihm

unterordnen, seine Regeln und Gebote beachten,

sein Wort sowie seine Weisungen und Zusagen als

sättigende Nahrung gegen ihren nagenden Hunger

in sich aufnehmen, dann kommen sie mit jedem klar,

dann schwinden Kampf und Streit und Rangelei,

dann breitet sich und gegenseitige Liebe und Empathie

aus, verbunden mit Freude, Frieden, Geduld,

Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme,

Selbstbeherrschung und Verantwortlichkeit.

Das zeichnet sie aus. Dann sind sie wer.

Dann werden auch sie von Menschen geliebt und

geachtet und dann lieben und respektieren und

unterstützen sie auch andere. Sie geben von dem,

was sie haben. Sie suchen die Gemeinschaft, damit sie

als Einäugige mehr sehen und sich gegenseitig ergänzen.

 

Wer hungert, möchte satt werden.

Die Seele wird gesättigt ruhig.

Gottes biblische Wort, ist unser tägliches Brot.

Jesus, das Mensch gewordene Wort Gottes,

ist unsere anhaltend sättigende und belebende Speise,

ohne die wir nicht auskommen, die uns nach und nach

reifen lässt.

 

In Joh 14,6 sagt Jesus:

„Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit,

und ich bin das Leben! Ohne mich kann

niemand zum Vater kommen.“

 

Ohne Jesus, werden wir den Vater nicht kennenlernen

und ihm vollständig vertrauen. Ohne den Vater wird

uns nicht das Leben zuteil, das er für uns bereithält

und für das wir veranlagt sind.

Ohne diese feste Verbindung mit Gott, wird unsere

innere Leere nicht beseitigt und unsere unbestimmte,

tiefe Sehnsucht nicht erfüllt.

In ihm finden wir Bleibendes: Liebe, Geist, Halt,

Sicherheit, Geborgenheit und Stärke. Mit ihm ist

unsere Ohnmacht bedeutungslos.

In ihm haben wir immer einen klugen, weisen,

erfahrenen, zuverlässigen und vertrauenswürdigen

himmlischen Vater, der uns trotz verblendetem Hunger

liebt.

 

Die Bibel sagt uns fest zu:

Die ihr zu Gottes heiligem Volk gehört, begegnet dem

Herrn mit Ehrfurcht! Denn wer ihn achtet, der leidet

keinen Mangel. Selbst junge und starke Löwen

können ihren Hunger nicht stillen, aber wer die Nähe

des Herrn sucht, dem wird nichts Gutes fehlen.

(Ps 34, 10-11; NGÜ)

 

Deshalb denkt daran:

Ihr seid (im Glauben) neu geboren worden. Und das

verdankt ihr nicht euren Eltern, die euch das irdische

Leben schenkten; nein, Gottes lebendiges und ewiges

Wort ist der Same, der neues, unvergängliches

Leben in euch hervorgebracht hat. (1.Petr 1,23; HfA)

 

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