Heilsame Enttäuschung

 

Hallo Du,

ich begegne immer wieder Menschen,

die in einer anderen Welt leben,

die sich eine eigene Welt

aus Fiktion und Illusion

zusammengebaut haben,

in der sie sich wohlfühlen,

solange alles so läuft,

wie sie es sich vorstellen,

in die sie flüchten,

wenn es mal wieder anders läuft

und in der sie die Augen

vor der Realität verschließen können.

 

Diese Menschen sind leicht enttäuscht,

besonders von anderen Menschen,

die nicht so funktionieren,

wie sie es gerne hätten,

obwohl ihre Enttäuschung

doch hauptsächlich aus ihrer

eigenen Selbsttäuschung entspringt,

obwohl sie sich ständig selbst

täuschen und belügen,

obwohl sie selbst

Ursache ihres Unglückes sind.

 

Wer in einer Illusion lebt,

hat viel Energie, Aufwand

und Zeit in sie investiert;

er hat sich selbst

und andere darin verankert

und sein Leben darauf aufgebaut.

Doch seine häufigen

Enttäuschungen und Krisen,

das wirkliche Leben,

sein wahres Wesen

und seine wiederkehrenden

Hoffnungen und Sehnsüchte

zeigen ihm immer wieder,

dass etwas nicht stimmt,

dass er ein fremdes Leben lebt,

dass er keinen Halt findet,

dass er sein Leben auf Sand gebaut hat.

 

Sich selbst einzugestehen,

dass man seit langem einen

falschen Weg gegangen ist,

dass man sich ständig

selbst etwas vorgemacht hat,

dass man sich geirrt und fehlinvestiert hat

und dass man an seiner Misere

selbst schuld ist,

ist äußerst schmerzlich und deprimierend;

es entzieht uns den Boden unter den Füßen

und stellt uns selbst in Frage.

 

Viele weichen dieser erschütternden Wahrheit

lieber aus und flüchten weiter in alles mögliche,

z.B. in Aktivitäten, Süchte, Zurückgezogenheit

oder in Krankheit.

Im Grunde genommen

flüchten sie ständig vor sich selbst

und kommen deshalb nie zur Ruhe!

 

Sie kommen erst zur Ruhe,

wenn sie ihre Enttäuschungen

als hilfreiche Hinweise verstehen,

wenn sie ihre Selbsttäuschung aufgeben,

wenn sie sich ihrem Leben stellen

und die ihnen angemessenen Wege gehen.

 

Sie kommen erst zur Ruhe,

wenn sie auf Gott vertrauen,

wenn sie ihr Schicksal annehmen

und das für sie Beste daraus machen,

wenn sie ihr Umfeld zunächst

so annehmen wie es ist

und es mit ihren Fähigkeiten,

mit ihren Gedanken, Worten und Taten

tatsächlich aus- und umgestalten.

 

 

 

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