Gottergeben leben – und Gott erleben
Hallo Du,
das Schönste im Alter ist die, durch Lebenserfahrung gewonnene Abgeklärtheit und zunehmende Weisheit.
Der Körper erinnert täglich mit kleinen oder größeren Gebrechen an das ‚Noch-da-sein‘, doch der Geist ist beflügelt zum Abheben, zunächst noch zum ‚Schauen hinter den Horizont‘ – auch hinter den Eigenen und zum ‚Aufschauen‘ in den Himmel, zu den Sternen, in die nahende und ewige Verbindung mit dem Schöpfer, dem Ursprung.
Ja, ich habe gelernt zu glauben und Gott zu vertrauen, mich von der Last menschlicher Selbstüberschätzung zu befreien und dankbar zu sein für meine Schwächen, in denen Jesus mir nahekommen kann, mir nahe sein kann und ich bereit bin, mich von ihm leiten, anleiten und sogar belehren zu lassen.
Hochmut schwebt im selbstverherrlichenden Luftschloss über dem Alltag und über den anderen Menschen – bis er abstürzt und einsichtig wird.
Unser gewachsener und bestätigter Glaube ist ein ‚Geerdet-Sein in Gott‘. Der geglaubte und erkannte Gott ist fester Boden unter unseren Füßen. „Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.“ (Ps 46,2)
Erkannt habe ich Gott auf meinem Weg mit Jesus an der Seite. Er ist nicht nur ein Vorbild aus der biblischen Vergangenheit, sondern auch der lebendige Herr, der einfühlsam mitgeht, mitfühlt, mitleidet, mitversteht und verständnisvoll anleitet. In ihm wird Gott vertraut, nahbar, fassbar und glaubwürdig als himmlischer Vater.
Sein: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ in Mt 28,20, hat sich an mir immer wieder bestätigt und große Dankbarkeit erzeugt.
Ihm vertraue ich. Und ich kann überzeugt sagen: Wir sind nicht auf unsere eigene Kraft angewiesen. Sein Heiliger Geist erinnert, tröstet, korrigiert, ermutigt und inspiriert uns immer wieder – oft leise, aber dennoch wirksam. Er möchte in us wohnen. Es stimmt: „Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, die sind Gottes Kinder.“ (Röm 8,14).
Als Kinder nicht unmündig, sondern geliebt. Nicht hörig, sondern lernbereit. Nicht verunsichert, sondern verstanden und zugehörig. So wird der Alltag zum Ort der Begegnung mit ihm – in Gesprächen und Entscheidungen, in Grenzen, Niederlagen und Freuden.
Ich wurde – wie viele andere – überzeugt durch Erfahrung, gewürdigt im Gottvertrauen und verändert durch manchmal auch schmerzliche Erkenntnis.
Das lässt mich heute sagen und bekennen:
In Gott geerdet,
von Jesus begleitet
und vom Heiligen Geist inspiriert –
gehe ich durchs Leben!
Was kann es Schöneres geben?
