Glaube wächst
Wurde nicht unser Vater Abraham aufgrund seines Tuns
für gerecht erklärt? Er wurde für gerecht erklärt, weil
er seinen Sohn Isaak auf den Altar legte, ´um ihn Gott als
Opfer darzubringen`. Daran siehst du, dass sein Glaube
mit seinen Taten zusammenwirkte; erst durch seine Taten
wurde sein Glaube vollkommen. Und erst damitb zeigte
sich die volle Bedeutung dessen, was die Schrift sagt:
»Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als
Gerechtigkeit angerechnet«; ja, er wurde sogar
»Freund Gottes« genannt. (Jak 2,21-23)
Hallo Du,
als begeisterter Segler weiß ich, dass ein Bott Fahrt
haben muss, um gesteuert werden zu können.
Im Leben habe ich gelernt, dass nichts geschieht, wenn
ich im Sessel sitze und über mögliche Lösungen nachdenke.
Sie müssen tatkräftig ausprobiert werden. Erst im Tun
findet sich eine angemessene Lösung.
Abraham war im Glauben eng mit Gott verbunden und
gehorchte ihm blind und Schritt zur Tat weil er wusste,
dass Gott gute Gründe für seine Hinweise,
Aufforderungen und Tun hat.
Damit verhielt er sich gottgerecht.
Er ging, um seinen einzigen Sohn zu opfern.
Doch dann Gott fand eine andere Lösung.
Er benutzte Abraham, um an dessen Einstellung und
Verhalten auch späteren Generationen zu zeigen,
was Glaube und Gottvertrauen ist und wie er uns
darin begleitet.
Beim Schreiben auch dieses Beitrags geht es mir ähnlich.
Gott gibt mir aus seinem Wort einen Impuls: Heute ist es:
‚ Glaube wächst‘.
Liebe Brüder und Schwestern! Immer wieder müssen
wir Gott für euch danken; wir können gar nicht anders,
denn euer Glaube wächst ständig, ebenso eure Liebe
zueinander. (2.Thess 1,3)
Was fange ich mit dem Hinweis an?
Ich setze ich mich gehorsam an den Computer, bitte
um Gottes Führung und richte ich die Gedanken auf
diese Aussage.
Dann beginnt es zu sprudeln.
Zunächst zögerlich und dann immer stärker.
Und am Ende steht überraschend etwas auf dem Papier,
was vorher nicht war. Gott erschuf es zu seiner Ehre
und uns zur Anregung und Freude.
Was habe ich getan?
Ich habe mich ihm zur Verfügung gestellt und bewegt,
damit er mich lenken kann. In enger Verbundenheit
mit ihm habe ich seinen Impuls aufgenommen und
vertrauensvoll und gehorsam mit dem Schreiben
begonnen. Er hat mich und meine Gedanken dabei
geführt und dabei auch noch meinen Geist, mein
Verhalten und Tun an seinem Geist ausgerichtet.
Nach meiner Umkehr zu Jesus las ich in Lk 17,5-6:
Die Apostel baten den Herrn: »Gib uns doch mehr
Glauben!« Der Herr antwortete: »Selbst wenn euer
Glaube nur so groß wäre wie ein Senfkorn, könntet
ihr zu diesem Maulbeerbaum hier sagen: ›Heb dich
samt deinen Wurzeln aus der Erde und verpflanze
dich ins Meer!‹, und er würde euch gehorchen.«
Davon tief beeindruckt
und in ehrlicher Selbsterkenntnis bat ich Gott, mir doch
zu Beginn nur ein Teilchen eines Senfkorns als Glaube
zu geben, damit ich seine Größe und Liebe und sein
gnädiges, allmächtiges Handeln erkennen könne.
Mit meinem Gebet wurde ich aktiv und er konnte
lenkend in mein Leben und Denken eingreifen.
Seitdem hat er mir immer wieder seine Güte und
Gegenwart gezeigt. Ich habe gelernte, dass Glaube
nichts abstraktes oder theoretisches ist, sondern
bewusstes Gehen und dabei mit Gott rechnen.
Und ich habe auch bemerkt, dass mit jeder seiner
Glaubensbestätigung, mit jedem seines wundersamen
Eingreifens, mein Glaube, mein Gottvertrauen und
meine Zuversicht in seine Liebe, Gegenwart, Führung
und Unterstützung gefestigt wurden und gewachsen
sind. Ich tue nur, was ich tun kann und beginne damit,
den großen Rest tut er.
Zu diesem Rest gehört auch, dass er mich immer
liebevoller, freudiger, friedlicher, geduldiger,
freundlicher, gütiger, treuer, rücksichtsvoller und
selbstbeherrschter gegenüber ihm und den
Menschen macht.
Und überrascht stelle ich rückblickend fest, dass ein
Glaubensfitzelchen bereits in mir vorhanden war
als ich am Ende meines alten Lebens in großer Not
Gott auf die Probe stellte und ihn anflehte:
„Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann helfe mir aus
meinem Elend!“
Ich überwand meine Skepsis und sprach direkt mit dem,
von dem ich nicht wusste, ob es ihn überhaupt gibt.
Ich habe Glaube ausprobiert, ohne es zu wissen.
Und Gott hat geholfen. Seitdem immer wieder.
Heute ist mein Glaube aus Dankbarkeit tätig geworden.
Ich wage immer wieder, mich auf Gottes Wort und seine
Zusagen zu verlassen und Dinge zu tun, die nach
menschlichem Ermessen töricht sind: Ich glaube an die
Auferstehung Jesu, meines neuen Herrn, und seine
Vergebung sowie an mein neues Leben mit ihm.
Ich vertraue Gott blind und rechne damit, dass er mein
Tun lenkt, unterstützt, segnet und vollbringt. Ich baue
darauf, dass er all die großen und kleinen Wunder tut,
die menschliche Gemeinschaft ermöglicht und erhält,
die Herzen verändert und Frieden bewirkt.
Jesus hat mich geläutert, begeistert und dynamisiert.
Für die vielen positiven Veränderungen in meinem
Leben bin ich dankbar. Dass ich anderen Gutes von ihm
erzählen kann und darf, werte ich als eine Auszeichnung.
Aus dem anfänglichen Glaubensfitzelchen ist ein
Senfkorn und daraus eine Pflanze geworden.
Mit Gottes Hilfe wird mein und auch euer gelebter
Glaube weiterwachsen und so manche störende
Maulbeerbäume samt ihren Wurzeln ins Meer
versenken.
