Die Predigt
Das Wort ist dir nahe, in deinem Munde
und in deinem Herzen. Dies ist das Wort
vom Glauben, das wir predigen. (Röm 10,8)
Hallo Du,
wenn ich dir eine Strafpredigt halte,
dann hast du wahrscheinlich etwas schlimmeres angestellt,
dann mache ich dir Ermahnungen und Vorhaltungen,
dann erhebe ich mich über dich.
Die Predigt in der Kirche will dich auch ermahnen,
aber sie stellt dich nicht in eine Ecke,
sondern sie verkündigt das Wort Gottes.
Sie möchte dir von der Liebe und Gnade Gottes erzählen.
Im Neuen Testament bedeutet Predigt so viel wie:
‚Das Gehörte‘ oder ‚Die Nachricht‘.
Jesus spricht, lehrt und heilt
und das Gehörte, Gelesene oder Gesehene
geben die Leute als Nachricht weiter.
Die Betroffenen und die Zeugen geben das weiter,
was Gott an ihnen oder vor ihren Augen getan hat.
Sie geben die gute Nachricht
von körperlicher Heilung,
von Errettung aus Schuld, Leid und Not und
von der Erlösung aus falschen Bindungen weiter.
Wes das Herz voll ist, des läuft der Mund über.
Das macht andere neugierig.
Das wollen sie auch sehen oder erleben.
Da wollen sie dabei sein.
Wer hat nicht die Hoffnung auf eigene Besserung?
Und in der Hoffnung öffnen wir uns für das Unglaubliche.
Wir wollen dem glauben, was sie berichten.
Wir wollen es glauben, damit auch wir das Gleiche erleben.
Wir glauben es, weil wir daran Teil haben wollen.
Wir glauben es, weil wir ihnen vertrauen.
Wir glauben es, weil wir es glauben wollen.
Wir glauben der guten Nachricht,
wir glauben dem Überbringer und dem,
von dem die Nachricht ausging.
Wir öffnen uns für die Botschaft, die das Gute bewirkt hat.
Wir öffnen uns für den Verursacher der Botschaft.
Jesus hat Menschen geheilt und befreit.
Die Geheilten und die Befreiten erzählen davon
und sie zeigen überzeugend ihre Veränderung.
Sie beweisen das Erzählte und sie erzählen
von Jesus, diesem ganz anderen Menschen,
der es bewirkt hat.
Diesem Lehrer, Botschafter und Wundertäter
glauben wir gerne.
Von dem wollen wir mehr wissen.
Den wollen wir kennenlernen.
Je mehr wir von ihm erfahren,
desto besser lernen wir ihn kennen.
Je mehr wir von ihm wissen,
desto vertrauter wird er uns.
Je mehr wir ihn verstehen,
desto intensiver wird unser Vertrauen in ihn.
Wir gehen der Sache nach.
Wir beziehen das Gehörte auf uns.
Wir probieren aus, ob uns ähnliches widerfährt.
Wir erleben an uns, dass Veränderung geschieht.
Wir sprechen betend mit Jesus und aus bitten,
entsteht danken, aus erproben werden
Glaube, Überzeugung und Gewissheit.
Wir beschäftigen uns noch mehr mit Jesus.
Wir schauen noch genauer auf ihn.
Wir lernen noch lieber von ihm.
Wir verbinden uns immer stärker mit ihm.
Wir vertrauen ihm unser Leben an.
Wir haben andauernde Gemeinschaft mit ihm.
Wir erkennen, dass an uns wahrgeworden ist,
was Jesus sagt und lehrt und was andere berichtet haben.
Wir erkennen, dass wir liebende Menschen geworden sind,
die nicht mehr nur sich selbst sehen, sondern die ein
Verständnis für Gemeinschaft und für Unrecht
bekommen haben.
Wir erkennen, dass gehorsame Hingabe an Jesus,
uns reinigt, uns erweitert und uns Ausgeglichenheit
und inneren Frieden schenkt.
Wir erkennen, dass ‚lieben‘,
unsere liebevolle Hin- und Zuwendung zu anderen,
die Ursache aller Veränderungen ist.
Jesus ist Liebe und er liebt.
‚Geliebt werden‘ tröstet, beruhigt und ermutigt.
Es befähigt andere zu lieben und in der Liebe zu wachsen.
Indem wir lieben, dienen wir nicht nur anderen,
sondern auch uns selbst.
Wenn Gottes Barmherzigkeit,
Güte und Gnade mich getroffen haben,
wenn Jesus und sein Geist in mir stark geworden sind,
kann ich gar nicht mehr anders, als diese
unverdiente und befreiende und kostenlose Botschaft
anderen weiterzusagen.
Nicht um sie neidisch zu machen
oder um mich herauszustellen,
sondern um ihnen das Gleiche zu ermöglichen.
Ab heute verstehe ich unter predigen,
anderen ganz natürlich weiterzuerzählen,
was Jesus für mich persönlich getan hat,
was er täglich an Gutem für mich und mit mir tut,
was er für andere tun möchte
und wie sehr er die Menschen liebt.
Sie sollen meine Ergriffenheit, Begeisterung und Freude sehen.
Sie sollen meinen festen Glauben und meine Zuversicht spüren.
Sie sollen meine Liebe zu Gott,
zu den Menschen und zu mir selbst erkennen.
Sie sollen das Strahlen Jesu aus mir heraus wahrnehmen.
Das wird sie neugierig machen.
Jesus wird sie dann von der Wahrheit überzeugen.

