Beten und Fasten Teil 1 – Beten, das Gespräch mit Gott
‚Beten‘ und ‚Fasten‘ sind zentrale Begriffe in der Bibel und im geistlichen Leben. Es sind u.a. Möglichkeiten, uns mit Gott zu verbinden, ihm ganz nahe zu sein, uns ihm völlig hinzugeben, ihm unsere Bitten eindrücklich mitzuteilen und ihm unsere Liebe und unser Vertrauen als seine Kinder zu zeigen.
Möge diese Beitragsreihe dazu beitragen, offene Fragen zu beantworten, Zusammenhänge zu verdeutlichen und neue Erkenntnis zu bewirken.
Wortbedeutung von Beten
Jedes Gebet ist eine Hinwendung zu Gott und eine Zwiesprache mit ihm. Gleichzeitig ist es auch ein Ausdruck unserer vertrauenden Gottverbindung sowie unseres Erhoffens und Erwartens seiner Gebetserhörung und Lebensunterstützung für uns oder für andere.
Beten ist nicht nur Bitten, sondern mehr noch ‚sich zu Gott bekennen‘, ‚ihm sein Herz auszuschütten‘, ‚sich zu beklagen‘, ‚Verfehlungen zu beichten und zu bereuen‘, ‚ihn am eigenen Leben bewusst teilhaben zu lassen‘ und ‚sich an ihm ausrichten zu wollen‘.
Gott hört jedes Gebet. Er erhört es aber auf seine Weise. Seine Antworten entsprechen immer seinem liebevollen, verantwortungsbewussten und weitsichtigen Schöpfer- und Vaterwesen. Er antwortet in Ereignissen beispielsweise mit Führung und Fügung, durch biblische Worte oder durch Erinnerung daran, durch Eingebung, Engel oder durch Mitmenschen. Sogar auch mit akustisch hörbaren und verständlichen Worten, z.B. in Notsituationen, in einer Vision oder im Traum.
Gebet beinhaltet natürlich auch die Bereitschaft, für Gottes Geben und Wirken zu danken, es lobend und anerkennend anzunehmen und es nicht abzulehnen, wenn es uns nicht gefällt oder wenn wir es einfach überhören oder ignorieren.
Auch Gottes Schweigen kann eine Antwort sein. Beispielsweise dafür, dass unser Bitten nicht seinem Willen entsprach, dass es nicht gut für uns ist und schädliche Folgen haben kann, dass wir noch nicht reif dafür sind, dass die Zeit der Erfüllung nach seinem Plan noch nicht gekommen ist. Dann schützt er uns vor den möglichen negativen Konsequenzen.
Manchmal sind wir auch taub und blind für Gottes Antworten, weil wir zu sehr im eigenen Willen und Wollen oder in Angst verhaftet sind oder, weil wir zu sehr auf Kontrolle und die eigene Vorstellung bedacht sind oder, weil wir noch nicht darin geschult sind, achtsam, geduldig und liebevoll zu sein und zu bleiben sowie ihm völlig zu vertrauen.
Oft ist uns nicht bewusst, dass der eigentliche Grund für unser Beten und Bitten, darin liegt, dass Gott uns etwas Geben und schenken möchte. Was das alles sein kann, finden wir in den vielen Verheißungen und Versprechen, also den festen Zusagen, die Gott den Menschen in der Bibel für alle Zeit gegeben hat. Sie sind sozusagen Ausdruck seines Willens und seiner Absicht sowie Leitlinien für unser Wollen und Erbitten.
„Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft in jeder Lage zu Gott beten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! Dann wird Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, eure Herzen und Gedanken bewahren, weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid.“ (Philipper 4,6-7; HfA)
Was ist der Sinn von ‚beten‘?
Beten ist unser Weg, direkt mit Gott zu sprechen. Durch das Gebet vertiefen wir unsere Beziehung zu Gott. Wie jede Beziehung erfordert auch die Beziehung zu Gott Zeit und regelmäßiges Gespräch und das ehrliche Benennen von Gedanken, Sorgen, Gefühlen und Empfindungen, von Meinungen, Wünschen, Hoffnungen und Absichten, von Freuden und Bitten.
Auch von ‚sich gegenseitig mitzuteilen‘ und ‚den Anderen an sich teilhaben zu lassen‘, von ‚Reden und Zuhören‘, von ‚darauf einzugehen und sich darüber auszutauschen‘, von ‚sich gegenseitig wertzuschätzen und selbstlose Liebe zu zeigen‘. Jesus selbst zog sich oft zurück, um zu beten und Zeit mit dem Vater zu verbringen (Lukas 5,16).
Beten ist auch eine Möglichkeit, Gott für seine Güte und Unterstützung sowie für alle seiner hilfreichen und angenehmen Segnungen zu danken und ihn dafür zu loben und noch mehr, ihn durch Dank anzuerkennen. In Psalm 100,4 heißt es: „Geht zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!“
Im Gebet haben wir Gelegenheit, unsere Sünden zu bekennen, Reue zu zeigen und Gott um Vergebung zu bitten. 1. Johannes 1,9 sagt: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“
Im Gebet können wir auch für andere Menschen und ihre Bedürfnisse beten und bitten. Besonders dann, wenn die eigenen Hilfs- oder Unterstützungsmöglichkeiten begrenzt oder erschöpft sind. In 1. Timotheus 2,1 heißt es: „So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen.“
Im Gebet suchen wir Gottes Führung und Weisheit. Jakobus 1,5 sagt: „Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden.“
Wir bauen auch auf die Zusagen:
„Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die zerschlagenen Geistes sind.“ (Psalm 34,18; L)
„Und wer an Jesus glaubt, kann sich voll Zuversicht an Gott wenden; denn wenn wir ihn um etwas bitten, was seinem Willen entspricht, erhört er uns.“ (1.Johannes 5,14; NGÜ)
„Ich bitte Gott, euch aus seinem unerschöpflichen Reichtum Kraft zu schenken, damit ihr durch seinen Geist innerlich stark werdet. (Epheser 3,16; HfA)
Zunächst ist jedes ‚beten‘ ein Sprechen mit Gott und jedes Gespräch mit Gott enthält auch sein Antworten. Beten und Gottvertrauen sind gute Möglichkeiten, mit Gott eine enge persönliche Beziehung aufzubauen und sie auch zu pflegen.
Beten ist aber mehr als das. Es ist auch Anerkennung, Lob und Anbetung Gottes, des himmlischen Vaters und Schöpfers. Es ist, Gott für seine Größe, Liebe und Heiligkeit zu preisen sowie ihn öffentlich zu würdigen und zu rühmen. Ein Beispiel dafür ist Psalm 100,4: „Geht zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!“
Beten ist auch eine gute Möglichkeit, Gott für seine Segnungen und Gaben zu danken. In 1. Thessalonicher 5,18 heißt es: „Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.“
Und natürlich ist ‚beten‘ die beste Gelegenheit, Gott offen und ehrlich von sich zu erzählen und ihm die eigenen Anliegen und Bitten zu nennen. Jesus ermutigt uns in Matthäus 7,7: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“
Beten beinhaltet auch, seine Sünden vor Gott zu bekennen und ihn bußfertig um Vergebung zu bitten. Das ist etwas, was wir nicht so gerne tun und lieber verdrängen oder vergessen. Dabei ist es gerade dieses Bekennen und Zugeben von Schuld bzw. Fehlern, was uns befreit und die Abkehr davon bestärkt. In 1. Johannes 1,9 verspricht Gott durch Johannes: „Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, dann erweist sich Gott als treu und gerecht: Er wird unsere Sünden vergeben und uns von allem Bösen reinigen.“
Manche meinen, ‚beten‘ bedeutet einfach nur Gott zu sagen, was man zu sagen hat. Und natürlich hofft man dabei, dass er die Bitten auch erhört und erfüllt. Beten ist aber ein Zwiegespräch, ein Wechselgespräch, ein Gespräch, bei dem beide Seiten etwas sagen und sich gegenseitig zuhören. Gerade das, was Gott sagt oder antwortet, ist wichtig und wir sollten darauf hören. Was er sagt, basiert auf Weisheit, Weitsicht und liebevoller Fürsorge. Doch meist ist Gottes Reden nicht laut und deutlich zu hören. Man muss im ‚Hören‘ geschult sein. Man muss dafür die Bibel sowie die Ansichten und Einstellungen Gottes kennen, die uns von Jesus verdeutlicht werden. Nur wer Gottes Wort gut kennt der weiß, was alles uns Gott gerne geben möchte. Der weiß auch, was alles wir besser nicht denken oder tun sollten bzw. wie wir uns nicht verhalten sollten.
Gottes Wille wird uns beim Reden mit ihm im Gewissen oder im Geist bewusst. Dieses bewusstwerdende Erkennen sowie sein Handeln und Fügen nach unserem Gebet sind seine Antworten auf unsere Anliegen. Meist ist seine Antwort kein bombastisches Wunder, sondern ein höflicher, leiser und wiederkehrender Hinweis, der unsere Aufmerksamkeit und unser feines ‚hören mit dem Herzen‘ schulen soll.
Beim Beten versuchen wir, Gott unser Anliegen mit verständlichen Worten klarzumachen. Wir erklären es ihm wie ein Beobachter mit abgeklärtem Abstand – und erklären es uns damit gleichzeitig auch selbst. Bereits unsere andere Sprech- und Erklärungsweise lässt uns Irrtümer, wahre Hintergründe und Zusammenhänge erkennen und zeigt uns evtl. emotionale Blindheit. Dieses Erkennen ist auch eine Antwort Gottes im Geist.
Übrigens: Man kann, darf und sollte Gott im Gebet auch Fragen stellen. Er beantwortet sie auf seine Weise. Ich bemerke seine Antworten bspw. in spontanen Einfällen und Gedanken, die mir durch den Kopf schießen und die im Bezug zur Bibel stehen. Wer die Bibel noch zu wenig kennt oder noch nicht darin geschult ist, Gottes Antworten zu bemerken und zu verstehen, der kann seine Fragen auch der künstlichen Intelligenz ‚Nikodemus‘ KI im ERF-Bibleserver stellen. Die hat keine eigene Meinung, aber sie kennt die Bibel sehr gut und findet in Windeseile passende biblische Antworten zu euren Fragen.
Beten ist oft auch nur, Gottes Nähe zu suchen und Zeit mit ihm zu verbringen. Das ist beruhigend und verbindend. In seiner heiligen, einhüllenden und kraftvollen Gegenwart werden wir ruhig. Innerer Frieden und das Gefühl von Geborgenheit breiten sich aus. Aus der stillen Verbundenheit mit ihm in hingebendem Glauben, schöpfen wir neue Kraft für den Alltag. Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Gelassenheit, Vertrauen, Freundlichkeit, Güte, Nachsicht und Selbstbeherrschung breiten sich wieder aus. In Psalm 46,10 heißt es: „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin.“
Wofür ist ‚beten‘ gut?
Gebet ist ein Weg, um eine tiefere und persönlichere Beziehung zu Gott aufzubauen. Es ermöglicht uns, mit ihm zu kommunizieren und seine liebevolle und heilende Nähe zu genießen.
Gebet ist nicht nur, Erhofftes anzunehmen, sondern es beinhaltet auch, Gott als den Geber immer wieder als obersten Herrn und Schöpfer zu sehen, anzuerkennen und zu bestätigen. Dass wir ihn zu Beginn unseres Gebetes für seine Größe, Liebe, Zuwendung und Treue immer wieder loben macht uns bewusst, dass wir ohne ihn hilflos, verloren und ohne Ratgeber sind. Indem wir ihn anerkennen, verstärken wir auch unseren Glauben und vertiefen die Bindung.
Gebet glaubt an den mächtigen Gott-Helfer und an seine übergroße Weisheit und Weitsicht. Der will nicht mehr alles selbst regeln, ordnet sich ihm unter und gibt Verantwortung in den Bereichen ab, die man selbst nicht ändern kann und, der akzeptiert auch überraschende Lösungen.
Gebet verändert unsere eigenen Werte, Einstellungen und Sichtweisen, denn es hinterfragt unser Tun und auch Gottes Wollen. Nach und nach richten wir uns mehr an seinen Hinweisen und Geboten aus. Das vereinfacht unser Leben. Etliche Entscheidungen werden uns abgenommen. Sein Wort wird uns zum Wegweiser.
Beten sieht eine Verbindung zwischen den Problemursachen und deren Auswirkungen. Deswegen ist unser Bitten auf die erhoffte Gebetserhörung ausgerichtet, die wir aber nur bei hoher Aufmerksamkeit bemerken, die wir aber bei Zweifeln oder Ängsten nicht vernehmen können, weil wir uns blockieren.
Wer im Gebet um etwas bittet und es unerwartet auch erhält, möchte sich für die Wohltat bedanken, denn selbstlose Hilfe ist in dieser Welt nicht selbstverständlich, in der jeder zuerst an sich selbst denkt. Diese Dankbarkeit gegenüber Gott überträgt sich auch auf Dankbarkeit für die Hilfe von anderen. In 1. Thessalonicher 5,18 heißt es: „Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.“
Gebet basiert immer auf der guten/engen Verbindung und Beziehung mit Gott. Immer wieder suchen und vertiefen wir die wohltuende und hilfreiche Gemeinschaft mit ihm und die mit anderen Gläubigen in der Gemeinde, denen es genauso geht wie uns. Beten ist somit auch gemeinschaftsfördernd.
Im Gebet erkennen wir nicht nur die eigene Hilfsbedürftigkeit, sondern auch die von anderen. Und wir erkennen, dass wir, trotz eigener Schwächen, auch Stärken haben, mit denen wir anderen aktiv helfen können oder vor Gott im Fürbittgebet einsetzen.
Regelmäßiges Gebet stärkt den Glauben und das Gottvertrauen. Es hilft, uns immer mehr auf ihn zu verlassen und ihm treu zu bleiben. Dieses Vertrauens haben wir dann auch anderen gegenüber.
Gebet ist auch ‚Fehler bekennen‘, ist Beichte und Seelenhygiene und damit auch innere Entlastung und Erleichterung.
Gebet kann auch Seufzen oder Stöhnen oder ein kurzes Stoßgebet vor Gott sein. Geübte Beter gönnen sich dann später, in der ‚Stillen Zeit‘ an einem ruhigen, Ort ein ausführliches, wohlbedachtes und intensives Gebet in enger Verbindung zur Klärung, zum Verstehen und um wieder Ruhe und Frieden zu finden.
Gebet hat nicht nur den bestärkenden Abschluss ‚Amen‘ (so soll es sein), sondern wir berufen uns als gläubige Christen mit dem Gebet und dem ‚Amen‘ auch auf Jesus Christus, der das direkte Gespräch mit Gott ermöglicht hat, auf, Gottes Sohn, unseren Herrn und Fürsprecher vor Gott. Wir beenden Das Gebet Gespräch mit dem Zusatz: ‚Im Namen Jesu, Amen‘ ab. Johannes 14,13-14 sagt Jesus: „Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn. Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.“
Beten lernt man durch beten! Es sollte spontan und ehrlich, offen und vorbehaltlos sein. Gott versteht jede Form von Gebet. Ihm geht es mehr unsere Hinwendung zu ihn, um unser Vertrauen in ihn und in seine Möglichkeiten sowie die dauerhafte Verbindung mit ihm.
„Und auch der Geist Gottes tritt mit Flehen und Seufzen für uns ein; er bringt das zum Ausdruck, was wir mit unseren Worten nicht sagen können. Auf diese Weise kommt er uns in unserer Schwachheit zu Hilfe, weil wir ja gar nicht wissen, wie wir beten sollen, um richtig zu beten.“ (Römer 8,26; NGÜ)
Die Bibel berichtet in Lukas 11,1; NGÜ: Jesus hatte unterwegs Halt gemacht und gebetet. Darauf bat ihn einer seiner Jünger: »Herr, lehre uns beten; auch Johannes hat seine Jünger beten gelehrt.« Daraufhin sprach er das Vaterunser.
Das Vaterunser ist ein Grundgebet bzw. ein Modellgebet. Es befindet sich in Matthäus 6,9-13 und in Lukas 11,2-4 und es enthält die Gebetsteile: Anrede, Anbetung, Bitten, Erkenntnis der eigenen Aufgabe sowie die Anerkennung unserer Abhängigkeit von Gottes Gnade, Güte und Erbarmen. Das Vaterunser lehrt uns, demütig und vertrauensvoll vor Gott zu kommen und mit ihm zu reden.
„Unser Vater im Himmel“: Diese Anrede nennt den Adressaten des Gebets und betont die eigene Beziehung zu Gott als Vater und seiner unendlichen Heiligkeit und Erhabenheit.
„Geheiligt werde dein Name“: Hier bitten wir darum, dass Gottes Name von allen Menschen geehrt und respektiert werden möge. Diese Bitte ist ein Ausdruck unsrer Hochachtung und unseres Respekts.
„Dein Reich komme“: Diese Bitte drückt den Wunsch aus, dass Gottes Herrschaft und sein Reich der Liebe auf der Erde sichtbar werden und sich ausbreiten. Und auch, dass wir uns zu diesem Reich zählen und zu seiner Familie gehören.
„Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden“: Wir bitten darum, dass Gottes Wille überall geschieht, im Universum sowie in unserem Leben, Denken und Herzen. Gleichzeitig erkennen wir an, dass Gottes Wille und Wollen einzig richtig ist.
„Unser tägliches Brot gib uns heute“: Hier bitten wir um das Geben aller unserer tatsächlichen, täglichen Bedürfnisse. Es geht dabei nicht nur um Brot bzw. um Essen und Trinken. Gemeint sind hier alle physischen, psychischen und geistlichen menschlichen Bedürfnisse.
„Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“: Diese Bitte betont die Notwendigkeit der Vergebung – sowohl die, die wir von Gott empfangen, als auch die, die wir anderen gewähren. Das ist für unser Seelenheil wichtig.
In Römer 3,23 erklärt Paulus: „Denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes.“ Das zeigt, dass jeder Mensch Schuld auf sich geladen hat und Gottes Vergebung braucht.“
Die Bibel beschreibt ‚Schuld‘ als das, was in einer Handlung, Einstellung oder Wesensart nicht Gottes Willen entspricht. Das bedeutet: Man sündigt, wenn man etwas tut, das gegen Gottes Gebote verstößt, wie z.B. Stehlen oder Lügen. Aber auch innere Einstellungen wie Neid, Hochmut oder Hass gelten als Sünde, selbst wenn sie nicht in Taten gezeigt werden.
„Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“:
Versucht uns Gott? Die Bitte „Führe uns nicht in Versuchung“ kann auf den ersten Blick verwirrend sein, denn Jakobus 1,13 sagt klar etwas anderes: „Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht auch niemand.“
Den Bösen zu bewahren, der uns zum Sündigen verleiten könnte. Diese Bitte ist ein Ausdruck eigener Schwäche und unserer Abhängigkeit von Gottes Hilfe und Gnade nicht nur in Notsituationen.
Korinther 10,13; NGÜ weist noch auf einen weiteren Aspekt: „Die Prüfungen, denen ihr bisher ausgesetzt wart, sind nicht über ein für uns Menschen erträgliches Maß hinausgegangen. Und Gott ist treu; er wird euch auch in Zukunft in keine Prüfung geraten lassen, die eure Kraft übersteigt. Wenn er euren Glauben auf die Probe stellt, wird er euch auch einen Weg zeigen, auf dem ihr die Probe bestehen könnt.“
Die Anfechtungen und Versuchungen des Bösen können auch einen positiven Aspekt haben. Sie sind eine Prüfung unserer geistlichen Reife in Christus sowie eine Möglichkeit, mit Gottes Beistand und Kraft künftig das Sündigen erfolgreich zu überwinden. Wir bitten um Gottes Hilfe, bei ihm und auf seinen Wegen zu bleiben, um nicht in Situationen zu geraten, die unsere Treue und geistliche Stärke überfordern würde.
„Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“ Zum Abschluss loben und ehren wir den weisen und gnädigen Gott und erkennen seine Größe und Taten, sein Wesen und seine ewige Herrschaft und Macht an.
Psalm 150,1-6 (NGÜ) drückt das gut aus: „Halleluja! Lobt Gott in seinem Heiligtum, lobt ihn im Himmelsgewölbe, das seine große Macht zeigt! Lobt ihn für seine gewaltigen Taten, lobt ihn, denn seine Größe ist unermesslich! Lobt ihn mit Hörnerschall, lobt ihn mit Harfe und Zither! Lobt ihn mit Pauke und Reigentanz, lobt ihn mit Saiteninstrumenten und Flötenspiel! Lobt ihn mit hell tönenden Zimbeln, lobt ihn auch mit tief schallenden Zimbeln! Alles, was atmet, lobe den HERRN! Halleluja!“
Beten ist ein zentraler Bestandteil christlichen Lebens, ein Ausdruck von Glauben und Gottvertrauen sowie von würdigender, anerkennender, demütiger und tiefer Gottverbundenheit.
Beten ist unser direkter Draht zu dem allmächtigen Gott, dem Schöpfer von allem, unserem liebenden himmlischem Vater. Es verbindet uns und lässt uns jederzeit mit ihm sprechen und ihm unser Befinden, unsere Sorgen, Freuden oder Bitten etc. mitteilen. Beten lädt ihn in unser Leben ein. Es erlaubt ihm, für uns und an uns wirksam zu werden. Er ermöglicht Veränderungen und Wunder, die wir aus eigener Kraft nicht bewirken können. In Philipper 4,6 heißt es: „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden.“ Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus bewahren.“
Beten erfüllt die Aufforderung Gottes, ihn zu bitten, um zu erhalten, was er uns geben möchte. Wir betteln nicht wie kleine Kinder, sondern wir erklären durch Beten unsere Bereitschaft, von ihm zu lernen und anzunehmen, was er schenkt. Wir nehmen sein Gesprächsangebot an und nehmen ihn beim Wort. Wir öffnen uns für ihn und sein Geben. Dabei bauen wir auf Bibelstellen wie Folgende:
1. Johannes 5,14: „Und das ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, dass er uns hört, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten.“
Epheser 3,16: „Dass er euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit gebe, durch seinen Geist mit Kraft gestärkt zu werden an dem inneren Menschen.“
Psalm 34,18: „Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die zerschlagenen Geistes sind.“
5.Mose 28,2: Wenn ihr ihm gehorcht, wird er euch mit der ganzen Fülle seines Segens beschenken.
Beten ist unsere Antwort auf Gottes Rufen. Wir glauben, dass es ihn gibt und dass er uns hilft. In Matthäus 11,28 ruft Jesus den Menschen zu: „Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen.“ Er sagt fest zu, uns zu helfen. Er macht quasi den ersten Schritt auf uns zu und lädt uns ein, ihn zu bitten. In Johannes 15,16 sagt er weiter fest zu: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt: Ich habe euch dazu bestimmt, zu gehen und Frucht zu tragen – Frucht, die Bestand hat. Wenn ihr dann den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch geben, was immer es auch sei.“
Beim Beten und Bitten erkennen wir unsere Hilfsbedürftigkeit und Abhängigkeit von Gottes Unterstützung an. Wir gehen davon aus, dass er uns zuhört. Wir hoffen, dass er unsere Gebete erhört und wir vertrauen darauf, dass er für uns sorgt, für uns da ist, uns hilft, uns beisteht, vor Schlechtem bewahrt und durchs Leben führt. Außerdem bauen wir auf sein biblisches Wort und darauf, dass er seine vielen Zusagen einhält. Diese Einstellung erwartet von Gott eine Antwort und vertraut darauf, dass die immer richtig und gut ist. Und, wir akzeptieren immer seine Entscheidung. Wir lassen uns von ihm gerne etwas sagen. Er wartet auf unser erbitten, suchen und anklopfen. Jesus sagt in Matthäus 7,7 fest zu: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“
Beim Beten geht es aber nicht nur um uns selbst. Gott fordert uns immer wieder auf auch an unsere Nächsten und Mitmenschen zu denken und mit ihnen in friedlicher Gemeinschaft zu leben. Sie sind unsere Glaubensbrüder und -schwestern. Auch für sie sollen wir beten und bitten. In Matthäus 22,39 heißt es: „Liebe deine Mitmenschen wie dich selbst!“ Und in 1. Timotheus 2,1-3 steht: „Am wichtigsten ist, dass die Gemeinde beständig im Gebet bleibt. Betet für alle Menschen; bringt eure Bitten, Wünsche, eure Anliegen und euren Dank für sie vor Gott. Betet besonders für alle, die in Regierung und Staat Verantwortung tragen, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, ehrfürchtig vor Gott und aufrichtig unseren Mitmenschen gegenüber. So soll es sein, und so gefällt es Gott, unserem Retter.“
Beim Beten berichten wir Gott, was uns erfreut, bedrückt oder bedrängt. Allein schon das darüber sprechen tut uns gut, befreit und entlastet. Er hört zu und wenn wir Fragen oder Bitten haben, wird er auf seine Weise antworten und helfen.
Wir erkennen: Er ist wirklich für uns da. Er schenkt Beistand, Erkenntnis oder Trost und immer stärkt unser Vertrauen in ihn. Das vertieft unseren Glauben und unsere Beziehung mit ihm. Der Heilige Geist unterstützt uns dabei. Paulus schreibt in Römer 8,26: „Dabei hilft uns der Geist Gottes in all unseren Schwächen und Nöten. Wissen wir doch nicht einmal, wie wir beten sollen, damit es Gott gefällt! Deshalb tritt Gottes Geist für uns ein, er bittet für uns mit einem Seufzen, wie es sich nicht in Worte fassen lässt.“
Beten ist auch eine Antwort auf Gottes Geben und Erhören. Wir können Gott für seine erwiesene Güte und Segnung danken. Dankbarkeit hat eine tiefgreifende Wirkung auf unser geistiges, geistliches und emotionales Leben. Beispielsweise verändert es die Perspektive. Dankbarkeit blendet aus, was uns fehlt und fokussiert sich auf das, was wir bereits haben. Dankbarkeit erinnert daran, wie gesegnet wir bereits sind. In 1. Thessalonicher 5,18 heißt es: „Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“
Wenn wir Gott für sein bisheriges Tun und Wirken danken, erinnern wir uns jedes Mal wieder an seine Güte, Liebe und Treue und das unser Vertrauen in ihn für zukünftige Herausforderungen oder Notlagen. Psalm 103,2 besagt: „Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“
Außerdem kann Dankbarkeit uns inneren Frieden und Freude schenken, selbst in schwierigen Zeiten. Philipper 4,6-7 ermutigt uns: „Sorgt euch um nichts, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus bewahren.“
Regelmäßiges Gebet ist leider nicht selbstverständlich. Es erfordert Disziplin und Hingabe, aber auch Freude und Zuversicht. Es hilft uns an Gott zu bleiben und diese Beziehung zu pflegen. Durch regelmäßiges Gebet entwickeln und zeigen wir eine tiefe Zuneigung und erkennen leichter seine Gegenwart in unserem täglichen Leben. Regelmäßiges Gebet formt unseren Charakter und hilft, Gottes Willen besser zu verstehen, uns darauf einzulassen und ihn zu befolgen.
Was hat ‚beten‘ mit Liebe und dem Geist Gottes zu tun?
Im Gebet spiegelt sich unsere Einstellung zu Gott. Er, als unser Schöpfer und himmlischer Vater liebt uns und er wünscht sich sehnlich, dass wir ihn auch so lieben wie er uns. Er weiß, dass das nicht immer leicht für uns ist, aber er hat Geduld und ist bereit, alles zu tun, um das zu ändern.
In Gal 5,22-23a lesen wir: Der Geist Gottes bringt in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe, Freude und Frieden; Geduld, Freundlichkeit und Güte; Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung.
Beten und die Frucht des Geistes sind eng miteinander verbunden. Durch das Gebet suchen wir Gottes Nähe und bitten um Führung seines Heiligen Geistes in unserem Leben. Wenn wir beten, öffnen wir unser Herz für Gottes Wirken und erlauben dem Heiligen Geist, uns zu verändern, uns reifen und wachsen zu lassen, diese Eigenschaften nach und nach in uns verstärken und zu verankern.
In Johannes 15,5 sagt Jesus: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“
Wann bleibe ich in Jesus und Jesus in mir? Im ständigen Kontakt, im Lernen von ihm und durch das Werden wie Jesus Christus. Habe ich dafür genügend Geduld, Zeit und Gelegenheit dafür? Habe ich die Selbstbeherrschung, alles andere auszublenden und mich vorrangig auf Jesus zu beziehen und mich von seinem Geist leiten zu lassen? Das kann man lernen. Gebet ist bereits eine Form von Disziplin und Hingabe. Gebet erfordert und ist Selbstbeherrschung.
Wenn wir beten, zeigen wir Selbstbeherrschung, indem wir uns bewusst Zeit dafür nehmen, indem wir unsere Gedanken ordnen und uns auf Gott konzentrieren. Wir zeigen Disziplin, indem wir uns am Beten hindern oder beim Beten ablenken lassen. Jesus selbst zog sich oft zurück, um zu beten und Zeit mit dem Vater zu verbringen (Lukas 5,16).
Selbstbeherrschung im Gebet hilft uns auch, unsere Gedanken zu ordnen und zu kontrollieren und sie in den Einklang mit Gottes Willen zu bringen. In 1. Petrus 4,7 heißt es: „Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet.“
Welche Auswirkungen hat beten auf unser Leben und unsere Beziehung zu Gott?
Beim Beten treten wir in die kraftvolle Gegenwart Gottes und sind ihm dabei ganz nahe Wir spüren seine Liebe und vertiefen unsere Verbindung mit ihm. Jakobus 4,8 sagt: „Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch.“
In schwierigen Zeiten der Not oder des Leidens finden wir im Gebet Trost und Ermutigung. Psalm 34,18 sagt: „Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die zerschlagenen Geistes sind.“ Sinne in Christus Jesus bewahren.“
Die Zuversicht im Gebet hat die Kraft, Situationen und uns zu verändern, sowohl unser Leben, wie auch das Leben anderer. Jesus sagt in Matthäus 17,20: „Selbst wenn euer Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn, könnt ihr zu diesem Berg sagen: ‚Rücke von hier nach dort!‘ und er wird dorthin rücken. Nichts wird euch unmöglich sein.“
Durch Gebetserhörung wächst unser Vertrauen in Gott und in seine fest zugesagten Verheißungen. Und je besser wir Gott kennenlernen und sein Geben und Wirken schätzen lernen, desto segensreicher und fruchtbarer wird die Verbindung mit ihm.
5.Mose 28,2: „Wenn ihr ihm gehorcht, wird er euch mit der ganzen Fülle seines Segens beschenken.“
Psalm 16,11: „Du zeigst mir den Weg zum Leben. Dort, wo du bist, gibt es Freude in Fülle; ungetrübtes Glück hält deine Hand ewig bereit.“
Johannes 1,16: „Wir alle haben aus der Fülle seines Reichtums Gnade und immer neu Gnade empfangen.“
Gebet verbindet uns mit anderen Gläubigen. Es schafft eine lebendige Glaubensgemeinschaft, in der wir dazulernen, uns gegenseitig bestärken, uns miteinander abstimmen und übereinstimmend Bitten.
Jesus sagt in Matthäus 18,19-20: „Wenn zwei von euch auf Erden übereinkommen über irgendeine Sache, für die sie bitten wollen, so soll sie ihnen zuteilwerden von meinem Vater im Himmel. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.“
Gebet und Gottvertrauen helfen uns, Sorgen und Ängste loszulassen und wieder zu innerer Ruhe und zu Gottes Frieden zu finden. Philipper 4,6-7 sagt: „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.“
Gebet verändert unser Herz, unsere Einstellungen, Wünsche, Hoffnungen und Perspektiven. Es hilft, Gottes Willen zu erkennen und unser Leben an seinem Willen auszurichten. Es hilft, liebevoll zu werden zu unseren Nächsten und zu uns selbst. Unser EGO wird kleiner und unser Gemeinschaftsgefühl und Mitgefühl größer.
Gebet kann und soll belastende äußere Umstände verändern. Es hofft auf Gottes Eingreifen und baut auf Unterstützung und Weitung der eigenen Sichtweise und Erkenntnis. Erstaunlicherweise geschieht das auch tatsächlich. Glaube und Gottvertrauen versetzen innere Berge und befreien von quälenden oder zweifelnden Ängsten.
Du zeigst mir den Weg zum Leben. Dort, wo du bist, gibt es Freude in Fülle; ungetrübtes Glück hält deine Hand ewig bereit. (Psalm 16,11; NGÜ)
Zu dieser Beitragsreihe gehören weiterhin:
Beten und Fasten Teil 2 – Fasten, eine geistliche Disziplin
Beten und Fasten Teil 3 – Beten und Fasten, hingebende Heilungskraft
(P.S.: Dieser Beitrag ist sehr komplex, deswegen wurden Antworten der künstlichen Intelligenz im ERF Bibleserver teilweise einbezogen.)

