Aneinander freuen – Eine Geschichte (Mt 18, 2-3)
Herr Miesepriem hat viele Läuse, die ihm ständig über die Leber laufen.
Nichts gefällt ihm. Nichts gelingt ihm. Er nörgelt an allem herum.
Niemand kann es ihm recht machen.
Er ist mit sich, mit Gott und der Welt unzufrieden.
Nächstenliebe, Eigenliebe, Freude und Dankbarkeit sowie innerer Friede, Geduld, Freundlichkeit und Güte sind ihm fremd.
Er ist ein selbstmitleidiger enttäuschter Miesepeter, der durch Miesmachen und Neiden sich und anderen das Leben schwer macht.
Immer mehr Menschen meiden ihn. Das schmerzt und ärgert ihn noch mehr.
Sein einziges, armseliges und zweifelhaftes Vergnügen ist, sich täglich nachmittags in den Park zu setzen, um sich insgeheim über andere lustig zu machen.
Eines Tages sitzt er auf seiner Parkbank und ein kleines Mädchen stellt sich vor ihn und schaut ihn stumm eine Weile an.
Dann sagt sie freundlich: „Du siehst traurig aus. Kannst du auch lachen?“
Er mault: „Ich habe nichts zu lachen!“
Sie hat eine Idee und fragt: „Willst du mit mir spielen?“
Er stammelt: „Wie geht spielen?“
Sie ist erstaunt: „Na, spielen ist, etwas zu tun und sich miteinander zu freuen.“
Er antwortet verwirrt: „Wie geht freuen?“
Sie sagt liebevoll: „Ich mach es dir vor.“
Dann hüpft sie vor ihm umher, klatscht dabei in die Hände, lacht, jubelt und ruft: „Das ist freuen! Mach es nach.“
Überrascht und unbeholfen zappelt Herr Miesepriem im Sitzen mit den Füßen, wedelt wild mit seinen Armen und blickt sie grinsend an.
Sie klatscht, lacht und ruft ihm im Weghüpfen zu „Morgen spielen wir weiter!“
Gut, dass wir einander haben!
Und er rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. (Mt 18, 2-3;L)
