Aneinander freuen – Predigt (Phil 2,2)
Liebe Geschwister in Christus,
unsere Leistungsgesellschaft soll uns anspornen, ist aber auch ein Nährboden für Rivalität und Gerangel, für Neid und scheinbare Ungerechtigkeit. Wir stehen mit Kolleginnen und Kollegen im Wettbewerb um Anerkennung, Würdigung oder bessere Bezahlung. Andere werden in unserer Vorstellung zu Gegnern oder gar Feinden. Sie könnten etwas bekommen, sich etwas nehmen, was eigentlich uns zusteht.
Dabei übersehen wir leicht die Mitmenschen in ihnen mit ihren Hoffnungen und Gefühlen, mit ihren Stärken und Schwächen, mit ihren Problemen und Lösungsversuchen, die den unseren ähnlich sind.
Wir arbeiten gemeinsam für die gleiche Sache. Das Endprodukt soll gut und fehlerfrei werden und uns und unsere Familien langfristig ernähren. Gerangel und Feindschaften jedoch verderben das Betriebsklima, schlagen sich auf unsere Einstellung zur Arbeit nieder und nehmen uns die Freude und den Elan an unserem Tun. Nur gemeinsam sind wir stark und erfolgreich.
Aber unsere Mitmenschen können auch unsere Freunde oder Freundinnen sein haben. Deswegen möchte ich heute mit euch über ein Thema sprechen, das uns als Christen zutiefst prägen sollte: die Freude aneinander. Diese Freude ist ein Ausdruck der Liebe, die Gott uns schenkt, und sie ist ein Zeugnis für die Welt, dass wir uns in dieser Liebe wohl fühlen und uns daran erfreuen. Unser Ausgangspunkt ist Philipper 4,4: „Freut euch im Herrn allezeit; abermals sage ich: Freut euch!“
1. Freude im Herrn als Grundlage
Die Freude, von der Paulus spricht, ist keine oberflächliche Emotion, die von äußeren Umständen abhängt. Sie ist tief in unserer Beziehung zu Jesus Christus verwurzelt. Wenn wir uns im Herrn freuen, erkennen wir, dass wir durch seine Gnade gerettet sind und in ihm eine unerschütterliche Hoffnung und Hilfe haben. Diese Freude ist die Grundlage dafür, dass wir auch aneinander und miteinander Freude finden können. Denn wenn wir uns selbst als von Gott geliebt und geführt sehen, können wir auch andere in diesem Licht betrachten.
2. Freude an der Gemeinschaft
In Philipper 2,2 ermutigt Paulus die Gemeinde: „So macht meine Freude vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid.“ Unsere Freude aneinander wächst, wenn wir in Einheit und Liebe miteinander leben. Das bedeutet, dass wir einander nicht nur tolerieren, sondern aktiv suchen, was den anderen ermutigt und aufbaut. Es bedeutet, dass wir uns auch über die Gaben und Erfolge der anderen freuen, anstatt neidisch oder kritisch zu sein.
3. Freude trotz Unterschiedlichkeit
Die Bibel zeigt uns, dass die Gemeinde aus Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Meinungen, Einstellungen und Gaben besteht. Doch gerade in dieser Vielfalt liegt eine besondere Schönheit. In 1. Korinther 12,26 heißt es: „Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.“ Unsere Freude aneinander zeigt sich darin, dass wir uns mitfreuen, wenn andere gesegnet werden, und mittragen, wenn sie leiden.
4. Freude als Zeugnis
Wenn wir uns aneinander und aufeinander freuen, wird die Welt erkennen, dass wir Jesu Nachfolger sind. Das Nächstenliebe uns trägt und leitet. Jesus selbst sagt in Johannes 13,35: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ Unsere Freude aneinander ist ein kraftvolles Zeugnis für die Liebe Gottes, die uns verbindet.
Praktische Anwendung
Wie können wir diese Freude im Alltag leben?
· Dankbarkeit üben: Danken wir Gott für die Menschen in unserem Leben und sprechen wir ihnen unsere Wertschätzung aus.
· Ermutigung schenken: Suchen wir Gelegenheiten, andere zu loben und zu ermutigen.
· Vergebung üben: Lassen wir evtl. Bitterkeit los und suchen wir Versöhnung, wo Beziehungen belastet sind.
Schlussgedanke
Liebe Gemeinde, lasst uns die Freude aneinander kultivieren, indem wir uns im Herrn freuen und diese Freude in unsere Beziehungen tragen. Sie, die Freude und auch die Anderen, sind ein Geschenk Gottes und ein Ausdruck seiner Liebe. Seht in allem und in allen das Gute und erfreut euch daran und euer Leben wird leichter und beschwingter.
Amen.
(Diese Beitrag ist überwiegend dem theologischen Chatbot von ERF Bibleserver entnommen).
