Lajes do Pico, Azoren
Der Pottwal
Riesig, massig, wohlbeleibt,
beeindruckend und doch sanft
liegt er ruhend vor uns im Meer.
Immer wieder bläst er kräftig
eine zischende Wasserfontäne aus –
und man verspürt sein schweres Atmen.
Fast reglos erholt er sich wieder
vom tiefen Abtauchen auf den Meeresgrund,
wo er seine Nahrung findet.
Er füllt seine Muskeln, sein Blut und seine Lungen
mit frischem Sauerstoff für den nächsten Tauchgang,
für die nächste große Belastung im Druck der Tiefe.
Nun ist es soweit:
Ein letztes kräftiges Blasen, ein tiefes Einatmen,
und er gleitet, lautlos, sich krümmend, steil hinab.
Seine mächtige Schwanzflosse erhebt sich elegant,
fast winkend, aus dem Wasser,
so, als wolle er dafür danken, dass er nun ungestört sein darf,
dass er nicht mehr gejagt und abgeschlachtet wird,
dass er nicht mehr gnadenlos gehetzt und zu Tran verarbeitet wird, –
dass er nun ein geachtetes Geschöpf Gottes ist, ein Geschöpf wie wir,
eine Persönlichkeit des Meeres,
ein Hinweis auf die Schönheit der Natur und der Vielfalt des Schöpfers.
Dir gehört der Himmel, und dir gehört die Erde, das weite Land
mit all seiner Fülle: Es ist dein Werk. (Ps 89,12; NGÜ)

