Lasst das Wort des Christus

reichlich in euch wohnen

 

Hallo Du,

wie können Worte in mir wohnen?

 

Indem ich ihnen zuhöre,

indem ich sie aufsauge,

indem ich mich mit ihnen beschäftige,

indem ich sie zu verstehen suche,

indem ich ihren Sinn erkunde,

indem ich sie ausprobiere,

indem ich mich nach ihnen richte,

indem ich sie mir wiederhole oder auswendig lerne,

indem ich mich von ihnen durchdringen lasse,

indem sie mir so präsent sind, dass ich davon träume,

indem sie mir zu jeder Gelegenheiten einfallen,

indem ich sie kenne wie in meiner Wohnung,

indem ich verstehe, was sie sagen wollen.

 

Das Wort Jesu ist die vorgelebte Liebe Gottes.

In allem weist er auf ihn hin.

In allem möchte er uns mit ihm verbinden.

In allem möchte er uns von Angst und Unfrieden

befreien und uns in Vertrauen und Zuversicht

in ihn führen.

 

Er möchte uns zeigen,

wer unser Schöpfer und himmlischer Vater ist,

was es bedeutet, sein gewolltes Geschöpf zu sein,

was er für uns empfindet,

wie sehr er uns liebt und unsere Nähe sucht,

wie sehr er darunter leidet,

dass wir ihn nicht mehr kennen oder

dass wir uns von ihm abgewendet haben,

wie gerne er uns wieder

in seine Familie aufnehmen möchte.

 

Wie sehr er sich freut,

wenn wir zu ihm zurückfinden,

wenn wir unsere Herzenstür für ihn öffnen,

wenn wir im Gebet mit ihm sprechen,

wenn wir ihn etwas für uns tun lassen,

wenn wir seinen Frieden in uns regieren lassen,

wenn wir uns ihm überlassen,

wenn wir ihm für seine uns erwiesene Gnade danken

und ihm für seine weise, weitsichtige Führung loben,

wenn wir unsere Erlebnisse mit ihm weitererzählen,

wenn wir von seiner Güte und Barmherzigkeit singen,

wenn wir nicht mehr anders können, als ihn zu lieben

und ihm in überfließenden Worten und Werken zu danken.

 

Der, der uns das vermittelt hat, der Christus,

ist der Vermittler zwischen Gott und uns.

Er sitzt zur rechten Gottes, ist seine rechte Hand

und setzt sich für uns bei ihm ein.

Er ist der, der uns kennt, weil er selbst Mensch war.

Er kennt unsere Abgründe, aber auch

unsere guten Seiten.

Er kennt unsere Sehnsucht nach Ruhe,

nach Frieden und Harmonie und Geborgenheit,

nach Ausgeglichenheit und Sorglosigkeit,

nach Führung, Erfüllung und Wohlbefinden,

nach Erkenntnis, Ausrichtung und Sinnhaftigkeit,

nach Kraft und Verbindung mit ihm.

Er kennt unseren inneren Kampf mit uns selbst,

den Kampf um Gut und Böse,

um Liebe und Ablehnung,

um Hoffnung und Enttäuschung,

um Vertrauen und Misstrauen,

um Nähe und Abstand,

um Verbundenheit und Unabhängigkeit,

um unseren freien Willen und Selbstbeherrschung,

um unsere Ichbezogenheit und unserem Wunsch

nach einem Wir, nach der freiwilligen Zugehörigkeit

zu einer Gruppe, Familie, Gemeinschaft.

 

Er weiß, dass wir Hilfe brauchen und die gibt er uns

durch sein Vorbild und Beispiel,

durch seine Worte und sein Wirken,

durch sein Leiden und seinen Tod für uns,

durch die Kraft des Heiligen Geistes, die in uns bewirkt.

 

Er zeigt uns, dass wir mit Gottes Hilfe alles

Elend und Leid hinter uns lassen können,

indem wir zu Gott umkehren,

indem wir unser falsches Denken und Handeln

bereuen und ändern,

indem wir ihn als neuen Herrn an die Stelle

unseres Ichs setzen und ihm folgen,

indem wir befolgen, was er uns sagt und rät.

 

Lasst das Wort des Christus

reichlich in euch wohnen,

Lasst das Wort Christi seinen ganzen Reichtum

bei euch entfalten,

damit ihr die Liebe erkennt die in ihnen liegt,

damit ihr die Einfachheit und Vollkommenheit

der Liebe entdeckt,

damit sie euch zum Maßstab wird,

in der Begegnung mit Gott, mit euch selbst

und mit euren Nächsten.

 

Es darf, ja es muss, verschiedene Meinungen geben,

denn sie Beleuchten etwas von verschiedenen Seiten

und sie zeigen, dass kein Mensch Anspruch auf

Absolutheit hat.

Sie sind eine Herausforderung für uns, denn sie führen

uns zu der Erkenntnis, dass wir in Offenheit und Liebe

auch mit verschiedenen Meinungen leben können,

dass die verschiedenen Meinungen Ausdruck unserer

Verschiedenheit, unserer Unterschiedlichkeit in Person

und Charakter sind,

und dass unsere Unterschiedlichkeit gottgewollt ist,

damit wir lernen, uns gegenseitig zu achten und zu

ehren, Gott zu beachten, zu achten und zu ehren.

 

 

Das Wichtigste ist die Liebe. Wenn ihr sie habt,

wird euch nichts fehlen. Und der Friede, den Christus

schenkt, soll euer ganzes Leben bestimmen.

Gott hat euch dazu berufen, als Gemeinde Jesu

in diesem Frieden eins zu sein. Dankt Gott dafür!  

Lasst das Wort Christi seinen ganzen Reichtum

bei euch entfalten.

Achtet darauf, dass es bei euch richtig verkündigt

und verstanden wird. Ermutigt und ermahnt euch

gegenseitig, und dankt Gott von ganzem Herzen

mit Psalmen, Lobgesängen und Liedern, die euch

der Heilige Geist schenkt.

Ihr habt doch Gottes Gnade erfahren!  Lasst all

euer Tun – euer Reden wie euer Handeln – im

Namen unseres Herrn Jesus geschehen.

So könnt ihr Gott, dem Vater, für alles danken. 

(Kol 3,14 – 17)

Schreibe einen Kommentar