Aus Glauben in Glauben
Hallo Du,
diese Aussage ist ziemlich verzwickt und nur schwer zu verstehen,
aber sie beinhaltet den Weg, wie wir Gerechte werden und dadurch
in Gottes Gnade kommen. Ich könnte auch sagen: Wir sind in Gottes
Gnade, aber es ist uns (leider) oft nicht bewusst, weil wir Gott zu wenig
kennen und ihm (vielleicht deswegen) nicht vertrauen. Deshalb habe
ich mir mal die Mühe gemacht, das näher aufzudröseln. Vielleicht hilft es.
Röm 1, 16 -17 und 19 – 21:
Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes,
die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die
Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche
kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4):
»Der Gerechte wird aus Glauben leben.«
Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott
hat es ihnen offenbart. Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige
Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken,
wenn man sie wahrnimmt, sodass sie keine Entschuldigung haben. Denn obwohl
sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt,
sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges
Herz ist verfinstert. (L)
Der aus Glauben Gerechte wird leben. Wer die gute Nachricht des Evangeliums
glaubt, nämlich dass auch er durch den Kreuzestod Jesu Christi von allen Sünden
befreit und dadurch vor Gott von aller Schuld erlöst wurde, der ist ein Gerechter,
ein von Gott wieder ‚Gerecht gemachter‘, ein sünd- und schuldloser Mensch, der
ohne Gewissensbisse und Schuldgefühle jederzeit, betend und bittend, hoffend
und auf Hilfe vertrauend, zu Gott als liebevollem, verständnisvollem und gütigem
Vater kommen darf.
Im Evangelium liegt .., das Evangelium ist .., eine Kraft Gottes, die Menschen aus
ihrer Verirrung (Gottesferne) erlöst und befreit und die von der Trennung von Gott
heilt, die Menschen aus ihrer Not rettet, allein dadurch, dass sie daran glauben, dass
man das Evangelium für sich in Anspruch nimmt, dass man dieser frohen Botschaft
Vertrauen schenkt, dass man sie für wahr hält und für sich annimmt.
Gottes Gerechtigkeit wird uns gezeigt und zuteil, wenn wir aus Glauben glauben,
wenn wir mit fester Überzeugung auf Gottes befreiende Liebe und Gerechtigkeit
vertrauen, wenn wir zutrauen zu Gott haben und fest auf seine Gnade und
Barmherzigkeit bauen, obwohl er oft unsichtbar ist und obwohl wir oft das Gefühl
haben, von ihm verlassen worden zu sein.
Das Evangelium von Jesus Christus ist die rettende Botschaft, die alle befreit, die
darauf vertrauen. Durch sie zeigt Gott, wie er wirklich ist. Er ist liebevoll und gerecht,
barmherzig und von großer Güte. Er vergibt. Er sorgt dafür, dass unsere Schuld
gesühnt wird und wir mit ihm Gemeinschaft haben können. Dies geschieht, wenn
wir uns allein auf das verlassen, was Gott in Jesus für uns getan hat. So heißt es
schon in der Heiligen Schrift: „Nur der wird Gottes Anerkennung finden und leben
(ein erfülltes und freundvolles Leben haben und dankbar dafür sein), der ihm vertraut.
Die gute Botschaft von Christus zeigt uns, wie Gott uns in seinen Augen gerecht
spricht. Dies geschieht einzig und allein durch Glauben.
Wir können gewiss sein, dass wir Gerechte geworden sind, wenn wir Frieden
für unsere Seelen erhalten haben, wenn wir zu innerem Frieden und zu Geduld
und Ausgeglichenheit gefunden haben. Denn wir erhalten diesen Frieden, weil
wir auf Gottes Liebe und seine weise Führung für uns vertrauen.
‚Aus Glauben in / zum Glauben‘, heißt:
die aufgrund unseres Glaubens von Gott gewirkte Gerechtigkeit wird uns
offenbart, damit sie im Glauben angenommen wird. Durch Glauben an das
Evangelium erhalten wir Gerechtigkeit, damit diese Gerechtigkeit im Glauben
angenommen wird, damit diese Gerechtigkeit von uns geglaubt wird.
Glauben bedeutet ein bewusstes Vertrauen auf Gott und sein Wort, insbesondere
auf Gottes Offenbarung über Jesus Christus und sein vollkommenes Erlösungswerk
an uns.
Im Evangelium zeigt uns Gott seine Gerechtigkeit (zeigt Gott uns die Gerechtigkeit,
die von ihm gewirkt ist; zeigt uns Gott die Gerechtigkeit, mit der wir vor ihm
bestehen können), eine Gerechtigkeit, zu der man durch den Glauben Zugang hat
und die zum Glauben führt; eine Gerechtigkeit, die von Anfang bis Ende auf Glauben
gegründet ist; eine Gerechtigkeit, die auf Gottes Treue zurückgeht und die zum
Glauben führt).
Denn im Evangelium wird Gottes Gerechtigkeit offenbart aus Glauben zu Glauben,
auf der Grundlage des Glaubens und mit dem Ziel des Glaubens. Gottes Gerechtigkeit
kommt dem zugute, der Gott vertraut. Darum heißt es in Habakuk 2,4: ‚Der Gerechte
wird leben, weil er glaubt.‘ Der wird leben, der aufgrund seines Glaubens gerecht ist.
Die ‚Gute Nachricht Bibel‘ übersetzt den Text im 1. Römerbrief,16-17 so:
Zur Guten Nachricht bekenne ich mich offen und ohne Scheu. In ihr ist die Kraft
Gottes am Werk und rettet alle, die der Botschaft glauben und sie im Vertrauen
annehmen – an erster Stelle die Menschen aus dem jüdischen Volk und dann auch
die aus den anderen Völkern.
In der Guten Nachricht macht Gott seine Gerechtigkeit offenbar: seine rettende
Treue, die selbst für das aufkommt, was er vom Menschen fordert. Nur auf den
vertrauenden Glauben kommt es an, und alle sind zu solchem Glauben aufgerufen.
So steht es ja in den Heiligen Schriften: »Wer durch Glauben vor Gott als gerecht
gilt, wird leben.«
Ergänzt werden diese Aussagen durch die Verse in Gal 3,10-14 und Heb 10,37-39
Gal 3,10-14 Die dagegen, die durch Erfüllung des Gesetzes vor Gott als gerecht
bestehen wollen, leben unter einem Fluch. Denn es heißt in den Heiligen Schriften:
»Fluch über jeden, der nicht alle Bestimmungen im Buch des Gesetzes genau befolgt!«
Es ist offenkundig: Wo das Gesetz regiert, kann niemand vor Gott als gerecht
bestehen. Denn es heißt ja auch: »Wer durch Glauben vor Gott als gerecht gilt, wird
leben.«
Beim Gesetz jedoch geht es nicht um Glauben und Vertrauen;
vom Gesetz gilt: »Wer seine Vorschriften befolgt, wird dadurch leben.« Christus hat
uns von dem Fluch losgekauft, unter den uns das Gesetz gestellt hatte. Denn er hat
an unserer Stelle den Fluch auf sich genommen. Es heißt ja in den Heiligen Schriften:
»Wer am Holz hängt, ist von Gott verflucht.« So sollte durch Jesus Christus der Segen,
der Abraham zugesagt wurde, zu allen Völkern kommen, damit wir alle durch
vertrauenden Glauben den Geist erhalten, den Gott versprochen hat.
Heb 10,37-39 Es heißt ja in den Heiligen Schriften: »Noch eine kurze, ganz kurze
Zeit, dann kommt der, den Gott angekündigt hat. Er wird sich nicht verspäten.
Wer mir im Glauben vertraut und das Rechte tut, wird durch sein Vertrauen am
Leben bleiben. Wer aber mutlos aufgibt, mit dem will ich nichts zu tun haben.«
Wir gehören doch nicht zu den Menschen, die den Mut verlieren und deshalb
zugrunde gehen! Vielmehr gehören wir zu denen, die Gott im Glauben vertrauen
und das Leben gewinnen.
