Pfingsten Teil 1 – Das biblische Geschehen

 

Hallo Du,

heute ist Pfingstsonntag und Erinnerungen werden wach. Pfingsten ist für mich ein ganz besonderes christliches Fest. Zu Beginn meines Glaubenslebens war ich naiv und neugierig und der Begriff ‚Heiliger Geist‘ sage mir noch nichts. Ich wusste aber, dass der mit Pfingsten zusammenhängt. Jemand hatte mir gesagt, dass ich im Gebet um diesen Geist bitten darf. Ich tat es einfach an Pfingsten – und etwas wunderbares geschah mit mir.

Mein biblisches Wissen war damals noch sehr bruchstückhaft und unverstanden – trotz – Predigten und Bibelseminar. Bibelsprache war für mich eine Fremdsprache. Glaube war eine fremde Welt. Die biblischen Zusammenhänge waren natürlich auch unklar.

Wir hatten damals in der Gemeinde einen kleinen Laienbibelkreis, in dem wir uns eifrig – aber oft auch hilflos – um Textauslegung und Verständnis der Bibel bemühten. Beim nächsten Treffen, sagte dann jeder, wie er bzw. sie den Text versteht.

In dem Treffen nach Pfingsten hatte ich mein Aha-Erlebnis. Wir lasen einen Bibeltext und jeder sagte, zurückhaltend und unaufdringlich, wie er/sie ihn versteht.
Soweit, so gut. Doch anschließend platzte es aus einer Bekannten, die mit mir beim Bibelseminar war – plötzlich und vehement tiefes Textverständnis aus ihr heraus. Überrascht, verwundert leicht ablehnend fragten sich die anderen: Wie kann das sein? Die ist doch eine von uns!

Ich wunderte mich über ihre Ablehnung, stand der Bekannte bei, bestätigte ihre Aussagen und ergänzte ihre tiefgründigen Aussagen. Woher das kam, war mir nicht bewusst. Die Ablehnung der vier Anderen richtete sich nun auch gegen mich und mündete kritisierenden Frage: Woher wollt ihr das denn plötzlich wissen?

 

Nun zum Bibeltext:

„Zum Beginn des jüdischen Pfingstfestes waren alle, die zu Jesus gehörten, wieder beieinander. Plötzlich kam vom Himmel her ein Brausen wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich versammelt hatten. Zugleich sahen sie etwas wie züngelndes Feuer, das sich auf jedem Einzelnen von ihnen niederließ. So wurden sie alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in fremden Sprachen zu reden, jeder so, wie der Geist es ihm eingab. In Jerusalem hatten sich viele fromme Juden aus aller Welt niedergelassen. Als sie das Brausen hörten, liefen sie von allen Seiten herbei. Fassungslos hörte jeder die Jünger in seiner eigenen Sprache reden.“ (Apg 2, 1-6; HfA)

 

Die Textauslegung dazu

Das Pfingstgeschehen ist kein „frommes Feuerwerk“, sondern eine bildhafte Beschreibung für Gottes schöpferische Neuanfänge: Der Heilige Geist, der Geist Gottes, überkommt, entzündet, verwandelt, verbindet und sendet seine Jünger. Die sich niederlassenden Feuerflammen, das ‚züngelnde Feuer‘, steht für Reinigung, Klarheit und Mut; die fremden Sprachen für universale Verständigung und die Wiederherstellung mitmenschlicher Gemeinschaft.

 

1. „Der Geist überkommt die Jünger“ – sie werden davon überwältigt.

  • Gott ergreift die Initiative und handelt.  Die Jünger sind offen und lassen es geschehen.
  • Die Mauer der Blindheit wird durchbrochen — Die Jünger erleben einen Moment, in dem Gottes Kraft und Wirklichkeit sichtbare in ihnen aufbricht und in die Welt unverhofft einbricht.
  • Es geschieht ‚Erfüllung‘ und ‚Füllung‘ — der Geist Gottes erfüllt, was von Jesus zugesagt war und füllt, was in den Jüngern noch leer war. Er stärkt, was schwach war und ordnet, was chaotisch war.
  • Neuschöpfung geschieht: Gottes Geist schafft Ordnung im Chaos.

Theologisch gesehen ist Pfingsten ist der Moment, in dem die Jünger – und auch wir als Gläubige – nicht mehr aus eigener Kraft leben, sondern aus Gottes Kraft.

 

2. „Wie von Feuerzungen“ – das Bild des Feuers

Feuer ist in der Bibel immer ein Zeichen für Gottes Gegenwart und Wirken:

  • Für Reinigung — das Feuer brennt Furcht, Schuld, Lähmung weg.
  • Für Klarheit — Feuer macht sichtbar, was verborgen war.
  • Für Leidenschaft — Begeisterung (wörtlich: „in Gott sein“).
  • Für Sendungskraft — Feuer setzt in Bewegung.
  • Für Gottes Nähe — wie beim brennenden Dornbusch (Ex 3).

Bildlich bedeutet das: Die Jünger werden „entzündet“ bzw. „angezündet“ – nicht zerstört, sondern erleuchtet und befähigt.

 

3. „Sie begannen in fremden Sprachen zu reden“ – Es geschieht das Wunder der Verständigung

Dieses Phänomen ist nicht allein auf die Sprache bezogen. Es ist auch und vor allen ein Verständnis- und Beziehungswunder.

  • Grenzen werden überwunden – kulturell, sprachlich, sozial.
  • Heilung geschieht — Die Sprachen- und Verständnistrennung von Babel (Gen 11) wird aufgehoben, geheilt, wiederhergestellt.
  • Das Evangelium wird verständlich – Gott spricht jeden Menschen in seiner eigenen Herzenssprache an.
  • Gemeinschaft entsteht und wächst — Pfingsten schafft Einheit unter Gläubigen, jedoch ohne Uniformität.

Theologisch gesehen bedeutet das: Der Geist Gottes macht das Evangelium verständlich – es nimmt die Sprache und Kultur des Hörers an. Gott und Jesus nehmen in uns eine konkrete und sichtbare Form an.

 

4. „Andere wunderten sich“ – die Reaktion der Menschen

Die Reaktionen auf diese Veränderung sind gemischt:

  • Staunen — Gottes Wirken sprengt Erwartungen.
  • Verwirrung — Gottes Geist irritiert menschliche Denkkategorien.
  • Spott — Unverständnis und Ablehnung. Höflich: „Sie sind voll süßen Weins“ (Apg 2,13). Derb: „Sie sind verrückt geworden“.
  • Wunder machen offen und lassen hoffen — 3000 Menschen ließen sich damals taufen. Heute werden viele neugierig und wollen mehr wissen, vielleicht auch Glauben versuchen, ausprobieren, wagen.

Menschlich gesehen bedeutet das: Wo der Geist Gottes wirkt, gibt es immer Staunen, Widerstand und neue Offenheit.

 

5. Die innere Dynamik des Pfingstgeschehens

Pfingsten folgt einer klaren und logischen, geistlich verändernden Bewegung:

  1. Warten — die Jünger bleiben in Jerusalem.
  2. Empfangen — der Geist kommt zu ihnen, nicht sie holen ihn.
  3. Verwandlung — aus Angst wird Mut, aus Enge wird Weite.
  4. Zeugnis — sie reden, singen und bekennen sich offen zu Gott und zu Jesus. Das hat Auswirkungen.
  5. Gemeinschaftsbildung — Menschen finden sich im Glauben zusammen. Gemeinde und Kirche entstehen.

Pfingsten ist der somit auch der Übergang von einer verängstigten Gruppe zu einer gesendeten Jünger-Gemeinschaft.

 

6. Was Pfingsten über Gott und den Menschen sagt

A. Über Gott

  • Gott ist nah, nicht fern.
  • Gott ist dynamisch, nicht statisch.
  • Gott ist kommunikativ, nicht schweigend.
  • Gott ist grenzenlos, nicht exklusiv.

B. Über den Menschen

  • Der Mensch ist ansprechbar.
  • Der Mensch ist veränderbar.
  • Der Mensch ist sendbar.
  • Der Mensch ist Teil einer größeren Geschichte.

 

7. Pfingsten als Bild für heute

  • Mut statt Angst — der Geist entzündet und inspiriert, wo wir uns klein fühlen.
  • Sprache finden — wir finden Worte für Glauben, Trost und Hoffnung.
  • Brücken bauen — Unterschiede zwischen Generationen, Kulturen oder Milieus werden überbrückt.
  • Gemeinschaft leben — Wahre Glaubensgemeinschaft ist ein lebendiger Organismus, ist ein intensives und liebevolles Miteinander und Füreinander.
  • Berufung erkennen — Jeder bekommt seine ganz eigene „Flamme“ und ergänzt damit die Gemeinschaft.

 

Zusammengefasst bedeutet das:

Pfingsten ist Gottes Feuer, das Menschen entzündet, verbindet und sendet – damit die Welt versteht, wer Christus ist.

Und auch:

Christus wird für die Welt sichtbar durch Menschen, in denen sein Geist lebt.

 

 

 

 

(Dieser Beitrag wurde in Zusammenwirken mit dem Copiloten von Microsoft erstellt.)

 

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