Lüge unterdrückt die Wahrheit
Die Lüge mag die Wahrheit nicht!
Deswegen ist sie so erpicht,
ihr Gebäude immer größer zu bauen
und dem Anstand, das Fundament zu klauen.
Verwinkelt, verschachtelt meidet sie das Licht,
das ihre Macht bedroht, vielleicht sogar bricht.
Sie tritt die Wahrheit kraftvoll mit Füßen.
Sie will sie hinter Gittern verschließen,
um zu glänzen, um Ehre zu genießen.
Ein Schurke mag die Wahrheit nicht,
weil die – ihm das Ansehen abspricht.
Darum kleidet er mit Prunk sich ein
und tut so, als wär er groß und fein,
als wäre er hochwohlgeboren,
ist wirklich aber, klein und verloren.
Die Lüge legt sich irgendwann selbst herein,
Übertreibung nimmt ihr den Heiligenschein,
Eitelkeit und Gier entblößen ihr Treiben,
wollen die – sich doch alles einverleiben.
Selbst ein sehr Dummer erkennt irgendwann,
im scheinbar so Großen, den kleinen Mann.
Der Lügner braucht einen angeblich bösen Feind,
um selbst als ehrenwert und ehrlich zu erscheinen.
Was meine Feinde von sich geben, ist nichts als Lüge.
Schlecht und verlogen, wie sie sind, können sie gar nicht
anders: Sie bringen Tod und Untergang, auch wenn sie es
hinter schmeichelnden Worten verbergen. (Ps 5,10; HfA)

