Erwartungen – von dir an dich oder die an andere

 

Hallo Du,

Erwartungen sind eine Möglichkeit und vielleicht auch eine Hilfe das zu bekommen, was man selbst erreichen möchte oder auch ein Trick, von anderen zu bekommen, was man selbst haben will ohne viel dafür tun zu müssen.

Wieder einmal ändere ich die Perspektive und lasse die Erwartung – vielleicht auch deine – sich vorstellen.

 

 

Die Erwartung an sich selbst

Ich bin dir vertraut und, obwohl ich mich leise im Hintergrund halte, habe ich großes Gewicht und großen Einfluss.

„Ich bin die Erwartung, die du an dich selbst hast – deine Selbstbestimmung.

Du willst zuverlässig sein. Willst gut sein. Willst niemanden enttäuschen!

Deine Erwartung will, dass du diesem inneren Bild entsprichst, dass du integer bist, Verantwortung übernimmst und verlässlich bist – auch über deine Kräfte hinaus.

Das sind innere Leitlinien, die dir Selbstachtung geben: „Ich stehe zu meinem Wort“, Identität: „So bin ich“, Stabilität: „Ich weiß, worauf ich mich verlassen kann“ sowie tiefe Beziehungen, weil ‚Menschen dir vertrauen‘.

Aber die Erwartungen an dich selbst kosten auch etwas, nämlich:

Ständige Überforderung, wenn du sie absolut setzt,

Schuldgefühle, wenn du Grenzen setzt,

Erschöpfung, weil du dich selbst nicht schonst,

Blindheit, für deine eigenen Bedürfnisse,

die Freiheit, auch einmal unvollkommen zu sein.

Eigene Erwartungen sind nicht falsch – aber sie werden hart, wenn sie keine Gnade, Rücksicht und keine Vergebung kennen, wenn der Wille über allem steht.

 

 

Die fremde Erwartung

„Ich bin die Erwartung der anderen. Ich komme von Kolleginnen, Vorgesetzten, Systemen, Rollen, Traditionen. Ich sage: Mach das. Sei verfügbar. Sei zuverlässig. Fülle diese und jene Lücke.“

Manchmal bin ich eine indirekte Forderung, manchmal eine direkte Aufforderung, eine Bitte, ein selbstbewusstes Verlangen, ein drängendes Nachfragen oder ein charmantes Hinterfragen.

Aber unabhängig von der äußeren Form will ich,

dass du funktionierst,

dass du dich einfügst,

dass du meine Dringlichkeit zu deiner machst,

dass du zuverlässig bist – auch wenn andere es nicht sind.

Sei froh, dass ich dir auch etwas gebe, nämlich:

Klarheit darüber, was andere brauchen,

ein Gefühl von Bedeutung: „Man verlässt sich auf mich“,

Anerkennung, solange du lieferst,

Struktur, weil sie dir Aufgaben gibt.

Was dich das kostet merkst du erst viel später, nämlich:

Deine innere Freiheit,

deine Kraft, wenn du sie zu lange trägst,

deine Fähigkeit, zu spüren, was du willst,

deine Grenzen, weil sie immer ein Stück weitergeht,

deine Ruhe, weil sie nie satt ist.

 

Die fremde Erwartung ist nicht böse – aber sie ist unersättlich. Sie hört erst auf, wenn du sie bewusst stoppst oder im Burnout landest.

 

 

Erwartungen tragen eine implizite Forderung in sich

Sie erzeugen eine innere Spannung, weil sie eine Vorstellung von der Zukunft enthalten, die jemand erfüllen soll – du selbst oder andere.

„Es gibt wohl niemanden, der sich mir, der Erwartung, entziehen kann, aber viele, die nicht wissen, dass ich eine unsichtbare Kraft bin, die dich und andere beeinflusst, nämlich wie ihr fühlt, denkt und handelt. Ich forme eure Wahrnehmung – oft, ohne dass ihr es merkt.

Ja, das ist manipulativ, aber bedenke: Ich bin nur das Instrument, das von dir oder von anderen benutzt wird, um zu manipulieren, um etwas nach eurem Wollen zu erreichen.

Wer mich benutzt, hat die Erfahrung gemacht, dass Menschen eher das sehen, was zu ihren Wünschen passt und anderes dadurch übersehen. Sie färben und schränken ihre Wahrnehmung deutlich ein. Ihre rosarote Brille sieht vorwiegend das, was sie sehen wollen.

Wer mich benutzt, löst auch Gefühle aus. Werden eigene Erwartungen erfüllt, entsteht Erleichterung oder Freude. Werden sie enttäuscht, kommen Frust, Ärger oder Scham auf.

Die Gefühlsregungen anderer, von denen wir etwas erwarten und wollen, interessieren uns nicht.

Deswegen sage ich deutlich: Wer Erwartung als Mittel benutzt, bewusst oder unbewusst – gegenüber sich selbst oder an andere, der steuert Verhalten. Diese Erwartungen können motivieren („Ich schaffe das!“) oder blockieren („Ich darf keinen Fehler machen“). Ich habe dann keinen Einfluss mehr auf den weiteren Verlauf.

 

Manchmal erzeuge ich als Erwartung Druck, bin zu hoch oder überfordere,

Manchmal werde ich nicht ausgesprochen und belaste damit Beziehungen.

Manchmal mache ich so starr, dass für Überraschungen kein Raum mehr bleibt.

Manchmal halte ich Menschen in Rollen fest, die gar nicht mehr zu ihnen passen.

 

Damit wir uns nicht missverstehen: Ich, die Erwartung, bin kein Wunsch, keine Hoffnung, und auch kein Anspruch, obwohl das manchmal so wirkt.

 

Ich bin eine Vorstellung im Kopf, wie etwas laufen soll und genau das erwartet, sehen und haben möchte. Ich bin wie ein inneres Bild von dem was kommt und wie es kommen soll.

Erwartungen sind wie innere Landkarten, die bei der Orientierung helfen – aber sie haben nur wenig Bezug zur echten Welt. Wenn wir die Ich-Will-Karte zu ernst nehmen, verpassen wir das wirkliche Leben.

Als Erwartung an dich selbst, soll ich Orientierung geben, beim Planen helfen und Dinge vorhersehbarer machen, aber ich schränke auch deine Freiräume ein und schließe Überraschungen aus.

 

Erwartungen – die an dich selbst und die von anderen

Fremde Erwartungen docken genau dort an, wo deine eigenen Erwartungen am stärksten sind. Sie sagen: „Du bist doch zuverlässig, oder?“ Und deine innere Erwartung antwortet: „Ja, das bin ich.“ Und schon trägst du doppelt.

Das Außen nutzt unbewusst das, was du ohnehin schon lebst.

 

Die entscheidende Frage ist nicht: Welche Erwartung ist richtig?

Sie ist: Welche Erwartung darf mich führen?

Die fremde Erwartung braucht Grenzen.

Die eigene Erwartung braucht Milde.

 

Das Innen braucht Gewicht, damit es entscheiden kann.

„Gewicht“ meint etwas, das wirklich zählt, etwas, was für dich Bedeutung und Relevanz hat, etwas, was in dir Anklang findet.

Wenn du eine Entscheidung triffst, prüft dein Inneres unbewusst:

Ist das wichtig genug, dass ich mich innerlich bewege? Ohne Bedeutung ist alles gleich gültig – wie Federn, die im Wind herumfliegen.

Berührt es etwas in mir? Gewicht entsteht, wenn ein Thema an deine Werte, Bedürfnisse oder Grenzen berührt.

Hat es Folgen, die ich spüre? Entscheidungen brauchen ein Gefühl von richtig und konsequent.

Ist es mit meinem Leben eng verwoben? Gewicht entsteht, wenn etwas nicht nur „interessant“, sondern existentiell relevant ist.

 

Es gibt drei Arten von innerem Gewicht

Das emotionale Gewicht: Etwas löst ein Gefühl aus – Freude, Sorge, Sehnsucht, Widerstand. Dein Inneres merkt: Das betrifft mich.

Das Wert-Gewicht Etwas berührt deine Überzeugungen, deine Haltung, deine Integrität. Dein Inneres merkt: Das steht für etwas.

Das lebenspraktische Gewicht Etwas hat reale Auswirkungen auf Zeit, Energie, Beziehungen, Zukunft. Dein Inneres merkt: Das verändert etwas.

 

Erst wenn mindestens eine dieser Ebenen aktiviert ist, entsteht die innere Klarheit, die Entscheidungen möglich und tragbar macht.

 

Ohne Gewicht bleibt alles abstrakt. Mit Gewicht entsteht:

  • Priorität (was zuerst gehört werden will)
  • Richtung (wohin es dich zieht oder wovon es dich wegzieht)
  • Mut (weil etwas wichtig genug ist, um Schritte zu wagen)
  • Grenze (weil etwas wichtig genug ist, um Nein zu sagen)

 

Gewicht ist also der innere „Boden“, auf dem Entscheidungen stehen. Sie sollte wohlüberlegt sein.

Du entscheidest, wie du mit Erwartungen umgehst. Du kannst deine an dich, bspw. ‚Ich möchte zuverlässig sein!‘ mit der von außen verknüpfen – aber nicht grenzenlos.

Oder:

‚Ich kann mir die Erwartungen anderer anhören – muss nicht direkt darauf reagieren – aber ich entscheide, ob bzw. welche ich erfülle.‘

 

 

 

(Der Beitrag wurde im Zusammenwirken mit dem Copiloten von Microsoft erstellt)

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