Er bereute seine Tat

 

Hallo Du,

in der Morgenandacht las ich heute Matthäus 27,3-5a:

Als Judas sah, dass sein Verrat zur Verurteilung Jesu geführt hatte, bereute er seine Tat. Er brachte den führenden Priestern und den Ältesten die dreißig Silberstücke zurück und sagte: „Ich habe gesündigt, ich habe einen unschuldigen Menschen verraten.“ – „Was geht uns das an?“, erwiderten sie. „Das ist deine Sache!“ Da nahm Judas das Geld und warf es in den Tempel. (NGÜ)

Der Text war mir bekannt, aber zum Bereuen von Judas Iskariot und den möglichen Folgen davon, habe ich noch zwei Fragen:

Ist ‚bereuen‘ bereits Umkehr? – Bedeutet seine Reue auch, dass ihm vergeben wurde?

 

Zunächst die Wortbedeutung von ‚bereuen‘:

Bereuen bedeutet, dass man über eine eigene Handlung, Entscheidung oder Unterlassung im Nachhinein innerlich Schmerz, Bedauern oder Gewissensbisse empfindet. Es ist das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, und der Wunsch, es ungeschehen zu machen.

Andere Ausdrücke für ‚bereuen‘ sind: bedauern, leidtun Gewissensbisse haben, sich etwas anders wünschen, sich seiner Schuld bewusst sein, Reue zeigen, sich in Selbstkritik üben, sich reumütig zeigen.

Im biblischen Sinn ist ‚bereuen‘ oft der erste Schritt zur Umkehr (Buße). Es geht darum, das eigene Fehlverhalten zu erkennen, ehrlich zuzugeben und sich von Herzen zu wünschen, es wäre anders gelaufen.

 

Ein anderes biblischen Beispiel dafür ist Petrus. Er bereute, dass er Jesus verleugnet hatte.

„Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.“ (Lukas 22,62) 

 

Ist ‚bereuen‘ bereits Umkehr (Buße)?


Biblisch gesehen umfasst echte Umkehr (griechisch: „metanoia“) mehr als nur Reue oder Bedauern. Sie beinhaltet: Einsicht in die Schuld, ehrliches Bekenntnis vor Gott, Hinwendung zu Gott und Vertrauen auf seine Vergebung.

Judas zeigt zwar Reue, aber der Text berichtet nicht, dass er sich an Jesus oder Gott wandte oder sie um Vergebung bat. Er blieb mit seiner Schuld allein.

 

Wird Judas durch sein ‚bereuen‘ vergeben?


Die Bibel macht deutlich: Vergebung geschieht, wenn wir unsere Schuld Gott bringen und auf seine Gnade vertrauen:

„Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt…“. (1.Johannes 1,9 f).

Judas sucht nicht die Vergebung von Jesus, dem Betroffenen, und auch nicht die durch Gott, sondern er versucht, die Folgen seines Tuns selbst zu regeln.

Reue ist ein erster Schritt und wichtig für das eigene Seelenleben. Sie beinhaltet das Wissen, jemanden verletzt zu haben, aber noch nicht die aktiven Schritte zur Versöhnung. Es fehlen das schwierige aber befreiende Gespräch mit dem/der/den Betroffenen, das Eingeständnis, etwas falsch gemacht zu haben sowie die Zusage, den Fehler soweit wie möglich wiedergutzumachen und möglichst nicht zu wiederholen.

Zachäus zum Beispiel sagt zu Jesus: „Siehe, Herr, die Hälfte meines Besitzes gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, gebe ich es vierfach zurück.“ (Lukas 19,8)

Diese Schritte heilen Beziehungen wieder und machen die Liebe Gottes wie auch die des/der vergebenden Mitmenschen sichtbar.

 

Die Geschichte von Judas wirft viele Fragen auf – gerade im Hinblick auf Gottes Souveränität und die menschliche Verantwortung.

Jesus sagte beim letzten Abendmahl:

„Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; doch wehe dem Menschen, durch den der Sohn des Menschen verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre.“ (Markus 14,21

Hier wird deutlich:

–    Gottes Plan, im Alten Testament prophezeit, musste sich erfüllen (Sacharja 11,12-13).

–    Trotz der Erfüllung der Prophetie bleibt Judas für seine Tat verantwortlich.

–    Gott gebraucht auch das Böse, um seinen Heilsplan umzusetzen – aber das entschuldigt nicht das Böse selbst.

 

Judas’ Reue zeigt, dass er zwar seine Schuld erkannte, aber nicht den Weg zur Umkehr fand. Denn Umkehr bedeutet zu erkennen, dass man einen Fehler gemacht hat, dass man sich von Gott entfernt hat, dass man das bereut und ehrlich vor Gott zugibt, dass man sich bewusst und aktiv von dem falschen Weg (z.B. von Egoismus, Lügen, Lieblosigkeit) abwendet und sich Gott neu zuwendet. Umkehr ist ein nachhaltiges Umdenken, eine dauerhafte Sinnesänderung und innere Neuausrichtung.

 

Daraus können wir lernen:

Die Bibel lädt uns ein, Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen und Gottes Gnade zu suchen – egal, wie ausweglos eine Situation erscheint.

Sollten wir etwas falsch gemacht haben und es auch bereuen, dann müssen wir auch für unsere Schuld einstehen, mit den Betroffenen reden, sie um Vergebung bitten, die Schuld auch vor Gott bringen, ihn um Vergebung bitten und auf seine Gnade vertrauen, z.B. darauf, Kraft zur Mäßigung für künftige Vorfälle zu erhalten und sie zu vermeiden.

 

 

(Dieser Beitrag wurde im Zusammenwirken mit dem theologischen Chatbot auf www.bibleserver.com erstellt.)

 

 

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