Glaube ich? 

 

Was ist denn der Glaube?

 

Anfangsgebet

Barmherziger Jesus,

heute stellst du uns die Kernfrage:

Glaube ich? – Glauben wir?

Haben wir den Glauben, den du gibst und der

uns mit dir fest verbindet?

Gerne würden wir dazu „Ja!“ sagen,

doch nur du kennst die Wahrheit.

 

Wir bekennen:

In unserem Glauben ist viel vermischt. Wir glauben

etwas zu wissen, wenn wir es nicht genau wissen.

Wir halten gefühlsmäßig etwas für glaubwürdig,

doch Gefühle täuschen. Wir glauben Menschen

und fallen damit oft auf die Nase. Wir hoffen und

glauben, dass du uns zum Besseren veränderst.

Und:

Wir wollen verstehen, was wir glauben.

Dazu brauchen wir Beweise als Glaubensgrundlage.

 

Herr,

es fällt uns schwer zu verstehen und zu glauben,

dass du vom Heiligen Geist gezeugt wurdest,

dass du der menschliche Sohn Gottes bist,

dass du unsere Sünden auf dich nahmst,

   damit wir vor Gott reingewaschen sind,

dass uns durch deinen Tod am Kreuz vergeben ist,

dass du von den Toten auferstanden bist,

dass du in den Himmel aufgefahren bist

   und dennoch in uns wohnst,

dass dein Heiliger Geist uns jederzeit lehren,

   erinnern und anleiten kann,

dass für uns sterbliche Menschen ewiges Leben

   möglich ist.

 

Wie können wir einen unsichtbaren Gott verstehen,

seine übergroße Liebe, Weisheit, Gnade, Güte,

seine Barmherzigkeit Treue und Vergebungsbereitschaft,

seine Allmacht, Unendlichkeit, Unveränderlichkeit,

Allgegenwart und Ewigkeit,

seine Souveränität, Heiligkeit, Dreieinigkeit,

Allwissenheit und Gerechtigkeit?

 

Das ist unnormal.

Das überragt unser Denken.

Das überfordert uns.

 

Herr Jesus, du unser Vorbild und Lehrer:

Zeige uns die Liebe Gottes, damit wir überzeugt werden.

Erkläre uns seinen Willen, damit wir vertrauen.

Beschenke uns mit Heiligem Geist, damit wir erkennen.

Helfe uns, immer stärker in den guten Glauben

hineinzuwachsen und beweise dich durch dein

Wirken an uns.

Mache du, unseren Glauben und unsere Verbindung

mit dir, treu, stark und fest, zuversichtlich und geduldig.

 

Herr, Jesus,

wir wollen ja glauben. Helfe unserem Unglauben!

Beseitige unsere Zweifel an dir und deinem Wort,

an deiner Realität,

an deiner selbstlosen Liebe und an deinem Wirken.

Helfe uns zu glauben, ja sicher zu sein,

dass du bist und lebst,

dass du Gottes Sohn bist,

dass dein Wort und Wirken wahr und heilend ist,

dass wir dir stets vorbehaltlos vertrauen

und immer treu zu dir stehen.

Amen.

 

Lied – Ich weiß woran ich glaube

 

Input

Als ich noch ein Babychrist war, las ich in

Mt 17, 19-21 erstaunt:

Später, als die Jünger mit Jesus allein waren,

fragten sie ihn: »Warum konnten denn wir den

Dämon nicht austreiben?« – »Wegen eures

Kleinglaubens«, antwortete er.

»Ich sage euch: Selbst wenn euer Glaube

nur so groß ist wie ein Senfkorn, könnt ihr

zu diesem Berg sagen: ›Rücke von hier nach dort!‹,

und er wird dorthin rücken. Nichts wird euch

unmöglich sein.

 

Damals wünschte ich mir natürlich, dass mir

nichts unmöglich wäre. Und ich betete:

‚Jesus, das hört sich ja gut an. Für den Anfang

würde mir schon ein Glaube reichen, der viel

kleiner ist als ein Senfkorn. Darum bitte ich dich.

Amen.‘

 

Später dann zeigte mir der Heilige Geist, dass es nicht

um die Größe des Glaubens geht, sondern nur darum,

ob ich glaube, was ich glaube und wem ich glaube!

Und darum, ob mein Glaube, mein Gottvertrauen tief

und fest in mir verankert ist und täglich vertrauensvoll

eingesetzt wird. Baue ich ganz auf Gott?

Und ich fragte ihn: Was verstehst du unter ‚Glaube‘?

Ich möchte dich richtig verstehen.

 

Und er führte mich zu einer Bibelstelle:

Was ist denn der Glaube? Er ist ein Rechnen mit der

Erfüllung dessen, worauf man hofft, ein Überzeugtsein

von der Wirklichkeit (noch) unsichtbarer Dinge.

(Hebr 11,1; NGÜ)

 

Und ich sage:

Das ist mir zu theoretisch. Geht es auch verständlicher?

Ich lese nochmal und verstehe:

Glaube ist dein Vertrauen darauf, dass das, was du

von Gott erhoffst, erfüllt wird.

Glaube ist gleichzeitig auch die Überzeugung, dass das,

was du noch nicht sieht, existiert und sich dir zeigen wird.

 

Hast du ein Beispiel dafür?   

In der Bibel sagt Jesus:

Wenn jemand zu diesem Berg hier sagt:

›Heb dich empor und stürz dich ins Meer!‹

und wenn er dabei in seinem Herzen nicht zweifelt,

sondern glaubt, dass das, was er sagt, geschieht,

wird es eintreffen. (Mk 11,23)

 

‚Das soll funktionieren? Habe ich das richtig verstanden?

Wenn ich etwas will und dabei in meinem Herzen

fest glaube, dass das, was ich will, auch wirklich

geschieht, dann wird es eintreffen?‘

 

‚Es wird nicht eintreffen, weil du es willst, sondern

weil Gott darin deinen Glauben und dein

Gottvertrauen erkennt. Er erfüllt dir Bitten, damit

dein Glaube fester und tiefer verankert wird und

deine Zuversicht in Gottes Gnade, Liebe und Güte

immer weiter wächst.

Und, er erfüllt dir auch nur die Bitten, die gut für

dich sind. Es geht nicht darum, was du willst,

sondern was er für dich will!

Er möchte, dass du sein Wirken immer wieder

erkennst und dass ihr immer fester miteinander

verbunden werdet.

Er möchte, dass du dir seiner Zuwendung, Liebe

und Gegenwart sicher wirst und du mutig bist, aus

Gottvertrauen tust, was nach menschlichem

Ermessen eine Torheit ist. Höre auf deine Eingebungen

und folge ihnen!‘

 

Das habe ich schon bemerkt.

Jesus gibt uns ja immer wieder Beispiele dafür:

Einmal, als er mitten auf dem See im Boot schlief,

brach plötzlich ein gewaltiger Sturm los und das Boot

drohte zu kentern. Die Jünger weckten ihn in ihrer

Angst. Er aber ist aufgestanden und befahl dem Wind

und den tosenden Wellen, sich zu legen. Und sofort

hörte der Sturm auf und es wurde still.

 

In der letzten Woche tobte nachts ein fürchterlicher

Sturm über dem Rhein-Main-Gebiet. Der weckte mich.

Er brauste wild und Hagelkörner donnerten aufs Dach

und gegen die Rollläden. Ich ging hoch ins Dachzimmer

und als ich durch das große Fenster das Unwetter sah,

hatte ich die Eingebung, meine Hand zum Himmel zu

erheben und zu beten. „Herr hilf!“. Und, völlig

überraschend, legte sich der Sturm sofort.

 

Ein Freund sagte mir danach spöttisch: Wenn du früher

aufgewacht wärst, hätte sich der Sturm wahrscheinlich

noch nicht gelegt.

Ich glaube aber, dass Gott auch zur rechten Zeit handelt.

Es ging ihm nicht nur darum, dass sich der Sturm legt,

sondern darum, dass ich lerne, immer wieder

vertrauensvoll meine Hand zu erheben und ihn in Furcht

oder Not um Beistand zu bitten. Ich bin dem Impuls

gefolgt und habe etwas Verrücktes getan.

Der Rest war Gottes Gnade.

 

Gleiches kenne ich auch von meinem Schreiben.

Im Geist erhalte ich Impulse, Gedanken, Sätze, die

ich aufschreibe, ohne zu wissen wohin sie führen

und wozu sie gut sein werden. Und danach findet

Gott Menschen, für die die Texte gedacht sind.

Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, ob

überhaupt jemand die Texte liest. Darauf habe ich

ja auch keinen Einfluss. Ich habe nur gehorsam

weitergeschrieben und den Rest ihn überlassen.

 

Ich war mir sicher:

Gott hat mir diese Gabe und Texte gegeben

und er wird auch Menschen finden, die sie lesen.

Und viele Jahre später zeigt er mir ‚zufällig‘, dass

diese Texte im Internet über 1 Million Mal

angeklickt und gelesen wurden.

(Bis Ende 2022 werden es rund 4 Millionen sein).

 

Darüber konnte ich nur staunen. Und natürlich

war ich froh und glücklich, aber vor allen war ich

dankbar für sein großartiges Fügen. Das macht demütig.

 

Wie kann ich da noch an Gott zweifeln?

Ich erkenne sein Wirken heute in allem.

Und ich habe erkannt,

dass Verstand und Glaube nicht zusammenpassen

und dass ‚glauben‘, nur wenig mir ‚verstehen‘ zu tun hat.

 

Wenn ich etwas verstehe, dann passt es gerade noch

in mein kleines Denkgebäude.

Wenn ich jedoch etwas glaube, dann überragt das mein

Denkvermögen weit.

Nur dadurch kann ich noch Unsichtbares bereits sehen

und sehr Unwahrscheinliches für möglich und

wahrscheinlich halten. Gott hat mich auf das Unnormale

und Übernatürliche vorbereitet.

 

Glaube ermöglicht, dass das noch Unsichtbare

real wird, zunächst in der Vorstellung und dann im

täglichen Leben. Gottvertrauen ermöglicht,

dass das, was wir hoffen, sich auch erfüllt.

Glaube bewirkt, dass Gott und Jesus Christus

und der Heilige Geist in uns lebendig und leibhaftig

sind und dass unser Verstand durch sie geweitet wird.

Gottvertrauen bewirkt, dass wir in allem auf

Gottes Liebe und Führung und Weisheit bauen

und ihn machen lassen, was wir nicht können.


Wir dürfen seine Geschenke dankbar annehmen.
 

Amen!

 

 

Glaubensbekenntnis

Wir haben erkannt, dass ein verstandesmäßiger

Glaube schwierig ist. So zu glauben, funktioniert nicht.

Gott zeigt sich nicht immer im Donner oder im Sturm,

sondern sehr oft auch im säuselnden Wind des Vertrauens

und Empfindens. Er zeigt sich dem kindlichen Glauben

und seinem blinden Vertrauen.

Er zeigt sich in dem, was er real bewirkt.

 

Unser Glaubensbekenntnis verlangt uns viel ab.

Es ist eine Herausforderung.

Das stecken dicke Glaubensbrocken drin.

 

Wir sagen: „Ich glaube an…“. Aber tun wir das wirklich?

Wissen wir, was wir da sagen?

Sind wir zutiefst davon überzeugt, dass all das stimmt,

was wir darin bekennen?

Schalten wir doch vor Gott (und den Mitmenschen)

unser kritisches Denken aus und akzeptieren wir

einfach was wir (noch) nicht verstehen.

 

Ja Herr,

Glaube hat hauptsächlich etwas mit Vertrauen und

Gehorchen zu tun.

Damit, dass du vollbringst, was wir nicht können.

Damit, dass für dich nichts unmöglich ist.

Damit, dass wir dich anerkennen, dir gerne danken

und immer wieder die Verbindung zu dir suchen.

 

Fürbitte

Gnädiger Gott, unser Bitten und Beten wäre sinnlos,

wenn wir nicht glauben würden, dass es dich wirklich

gibt und dass du uns liebst und unsere Gebete in

deiner Macht, Kraft, Stärke und Weisheit erfüllst.

 

Und so beten wir in festem Glauben:

 

Liebevoller Herr Jesus,

wir bauen auf deine Liebe und dein Wort,

wir haben dir unser Leben übergeben

und wir vertrauen uns dir an

in der Hoffnung, dass du uns hilfst.

 

So bitten wir für alle Menschen:

Vertiefe ihren Glauben.

Zeige dich ihnen in Freude

und ganz besonders in der Not.

Beweise dich ihnen im Alltag,

durch deine Weitsicht und Weisheit,

durch Einsicht in dein Wort

und durch Erkenntnis in deinem Geist.

 

Erweise ihnen die Ehre,

dich kennen und lieben zu dürfen,

dir nachzufolgen und dein

Evangelium weiterzugeben.

 

Lasse uns alle deine Jünger sein.

Verbinde uns mit dir in festem Glauben,

in blindem Vertrauen, in treuer Dankbarkeit

und in tief verwurzelter Zuversicht.

 

Ganz besonders bitten wir für die, die dich noch

nicht kennen.

Auch für die, die dich bisher abgelehnt haben.

Auch für die

Unsicheren und Zweifelnden und Suchenden.

Auch für die

Enttäuschten und Verbitterten und Hoffnungslosen.

 

Zeige auch ihnen deine Liebe und Barmherzigkeit.

Führe sie in Freude, Frieden und Verbundenheit mit dir.

Hole sie in deine himmlische Familie.

Wohne und wirke in ihnen.

Nehme ihnen jegliche Skepsis und Ablehnung

und öffne sie für dein Wort, für dich.

 

Mache uns alle zum Salz der Erde

und zum Licht für die Welt.

 

Amen.

 

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