Kann man heute noch vertrauen?

 

Kann man der Werbung vertrauen?

Kann man Menschen vertrauen?

Seinen Nächsten?

Sagen sie die Wahrheit?

Tun sie das Rechte?

Haben sie vielleicht verborgene Absichten?

Sind im Umgang mit anderen

Vorsicht und Skepsis angebracht,

um nicht enttäuscht, verletzt, betrogen

oder ausgenutzt zu werden?

 

Wem kann ich mich in der Not anvertrauen?

Wen um Hilfe bitten?

 

Ich habe gelernt:

Vertrauen ist gut, aber Kontrolle

und Schweigen sind besser.

 

 

Leitvers:

Glücklich zu preisen ist, wer sein Vertrauen auf

den Herrn setzt und nicht hört auf die Stolzen,

die vom richtigen Weg abweichen und nur allzu

leicht zum Lügen bereit sind. (Ps 40,5)

 

Anfangsgebet

 

Weiser Vater im Himmel,

oft zweifeln wir an uns und wissen nicht,

was richtig und was falsch ist.

Wir begegnen anderen mit Vorsicht und Skepsis,

weil wir immer wieder enttäuscht wurden.

Wir misstrauen denen, die uns fremd sind,

denen, die wir nicht verstehen und denen,

die etwas von uns oder für uns wollen.

Und wir spüren eine Wand zwischen ihnen und uns,

die uns belastet, die uns isoliert, die Freundlichkeit,

Herzlichkeit und Gemeinschaft verhindert.

 

Das gefällt uns nicht. Misstrauen tut uns nicht gut.

Wie kommen wir da wieder raus?

Wie können wir uns ohne Ängste für andere öffnen?

Wie können wir vertrauen, ohne verletzt zu werden?

Wie sollen wir Menschen begegnen?

 

Dir Vater, vertrauen wir, denn du liebst uns.

Du kennst und leitest uns.

Dir ist nichts fremd.

Dich haben wir über viele Jahre kennen

und lieben gelernt.

Du bist immer da und bist uns immer

vertrauter geworden.

Dir vertrauen wir, denn du

bist weise und gut.

 

Dir vertrauen wir an, was wir fühlen und denken, 

auf was wir hoffen und wonach wir uns sehnen.

Wir vertrauen uns dir ganz an,

von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe

und mit ganzem Verstand!

 

Wir bitten dich um den Mut,

zu anderen Brücken zu bauen.

 

Denn in deiner Liebe sind wir geborgen.

Deine Liebe trägt uns durch schwere Zeiten.

Sie baut Enttäuschtes wieder auf.

Sie ermutigt zu neuem Vertrauen.

Sie ermöglicht Vergebung.

Sie gibt Stärke, Mut und Zuversicht.

 

Mit dir, können andere uns nicht mehr schaden.

Mit dir, erwächst in uns eine Liebe,

die erkennt und versteht,

die Heilung und Segen

und inneren Frieden gibt.

 

Darum bitten wir im Namen Jesu. 

Amen.

 

Input

Kann man heute noch jemandem vertrauen?

Weltliche gesehen: Grundsätzlich nein!

Sollte man also besser misstrauen?

Nein! Damit würden wir uns selbst schaden.

 Ja was denn dann?

 

Liebe kann nur vertrauen!

Liebe zweifelt nicht am Anderen.

Liebe wagt Vertrauen immer wieder neu.

Liebe begegnet anderen

und sie wertschätzt Menschen ohne Vorbehalte.

Vertrauen ist die verbindende Lebensgrundlage.

Auch wenn unser Vertrauen

immer wieder enttäuscht wird, ist es doch

die einzige Möglichkeit, andere und anderes

kennenzulernen und uns mit dem Guten

in ihnen zu ergänzen und zu weiten!

 

Vertrauen öffnet Türen.

Unsere eigne und die der anderen.

Nur bei geöffneter Tür können wir

aus uns herausgehen, unseren wahren,

echten Kern zeigen

und auch andere zu uns einlassen.

Nur durch eine geöffnete Tür

können wir andere besuchen,

sie kennen lernen

und mit ihnen vertraut werden.

 

Vertrauen ist eine Form von Liebe.

Es baut Brücken

und die Liebe überwindet Hindernisse.

Vertrauen ist Zuwendung und Austausch.

Wer liebt, hat keine Vorbehalte,

kennt kein trennendes Misstrauen.

Wer liebt, vertraut, lässt zu,

nimmt an und gibt.

Nur im Vertrauen wächst und gedeiht

Beziehung und Gemeinschaft.

Jemandem zu vertrauen,

das ist Stärke, Mut und Souveränität.

 

Vertrauen ist definiert als Zuversicht,

dass man sich auf jemanden oder auf etwas

verlassen kann.

Vertrauenswürdig ist,

wer sich das Vertrauen verdient hat,

wer würdig ist, dass wir ihm vertrauen.

Vertrauenswürdig ist,

wen wir für aufrichtig, glaubwürdig,

rechtschaffen oder zuverlässig halten.

Vertrauenswürdig ist jeder,

auf den wir zählen und bauen können.

 

Das Wort „trauen“ gehört zu der Wortgruppe

um „treu“ = „stark“, „fest“.

Wem wir etwas zutrauen, den halten wir für stark,

an dem halten wir gerne fest, von dem glauben wir,

dass sein Tun gut ist und es ihm gelingen wird.

Wer vertraut, ist stark und wagt.

Wer nicht vertraut, ist unsicher und schwach.

Jemandem Vertrauen schenken, ist immer

auch Zutrauen, Zuneigung und Anerkennung.

Es wird meist mit Dank und Gegenvertrauen

beantwortet und Verbindung entsteht.

 

Dennoch ist Vertrauen immer ein Wagnis,

denn es könnte auch missbraucht werden.

Wer vertraut, macht sich verletzlich.

Er gibt einen Vertrauensvorschuss.

Er riskiert Beschädigung, hofft aber auf

Mitmenschlichkeit, Anstand und Unterstützung.

Er baut darauf, dass der andere seine Schwäche

nicht zum eigenen Vorteil ausnutzt.

Er traut ihm zu und ermöglicht ihm,

liebevoll und rücksichtsvoll zu sein.

Somit ist Vertrauen aufbauend, fördernd,

stärkend und anerkennend und verbindend.

Und das, ist beruhigend und heilend.

 

Das Gegenteil von Vertrauen ist Misstrauen.

Ein bisschen Vertrauen gibt es nicht.

Ein Vorbehalt zeigt grundsätzliches Misstrauen.

 

Aspekte des Vertrauens sind:

Urvertrauen, Selbstvertrauen,

Vertrauen zum Nächsten und Gottvertrauen.

Auf die, will ich unter weltlichen Aspekten eingehen.

 

Urvertrauen

Urvertrauen wächst in der frühen Kindheit,

also in einer Zeit, in der Kinder auf Versorgung,

Hilfe, Verständnis, Zuwendung und Führung

angewiesen sind. Werden ihre Bedürfnisse

zuverlässig erfüllt, wird ihnen Liebe,

Aufmerksamkeit, Zuwendung,

Fürsorge und Sicherheit verlässlich gegeben,

dann wachsen sie in der Zuversicht auf,

dass ihnen Hilfe immer nahe ist,

dass sie nichts zu befürchten haben,

dass sie eigene Fähigkeiten vorhanden sind.

 

Ist diese ständige, verlässliche Liebe, Fürsorge,

Zuwendung und Sicherheit für sie nicht vorhanden,

dann werden sie geprägt von Angst, Unsicherheit

und Misstrauen, die ihr Denken, Fühlen, Reden,

Handeln und Verhalten lebenslang bestimmen,

wenn sie nichts dagegen tut.

 

Selbstvertrauen

Ein gesundes Selbstvertrauen, also das Vertrauen

in die eigenen Kräfte und Fähigkeiten erwächst

aus erfolgreichem Tun verbunden mit Ermutigung,

Bestärkung und häufigem Loben. Auch hier wird

die Grundlage in der Kindheit gelegt.

 

Mangel an Selbstvertrauen entsteht durch häufigen

Misserfolg oder durch ständiges Kritisieren.

Auch durch schlechtes Vorbild oder durch

Überängstlichkeit von Eltern, die ihr Kind abwerten

und einengen oder ihm nichts zutrauen.

Es entsteht durch schlechte Erfahrungen oder durch

fehlende Zuwendung und positive Bestätigung.

Auch durch Gleichgültigkeit oder Zeitmangel oder

Überforderung oder Lieblosigkeit von Bezugspersonen.

 

Kinder brauchen Anregung und Bewährung.

Was sie sich zutrauen oder was ihre Eltern

ihnen zutrauen, dürfen sie ausprobieren.

Mit evtl. leichter Hilfe wird es dann immer

gelingen und ihr Mut nimmt zu.

 

Vertrauen zum Nächsten

Ein berühmter Hochseilakrobat fragte die Zuschauer,

wer sich von ihm in einem Schubkarren über eine

tiefe Schlucht balancieren lasse. Keiner war dazu

bereit. Nur ein kleiner Junge meldete sich.

Einer fragte ihn: „Warum traust du dich?“

Und er antwortete: „Das ist mein Vater, der kann das!“

 

Wenn der Kopf eingeschaltet ist, wenn Risiken

abgewogen werden, wenn Ängste aufkommen

und sich ausbreiten, dann bricht ein schwaches

Vertrauen schnell zusammen.

Wenn man selbst kein Urvertrauen hat und auch

kein Selbstvertrauen, wie kann man dann

anderen vertrauen? Wer sich nicht selbst vertraut,

der kann auch anderen nicht vertrauen.

 

Wer nicht an sich glaubt, hält sich für Unfähig und

Minderwertig. Der kennt seine Stärken nicht,

hat ein falsches Bild von sich selbst, fürchtet sich

vor Niederlagen und traut sich auch nicht, andere

zu fragen oder zu bitten.

Der befürchtet, sich dadurch

bloßzustellen oder zu blamieren.

Und, der unterstellt

seine eigene Schwäche anderen.

Er spiegelt sie quasi in andere hinein

und verachtet sie deswegen.

 

Gottvertrauen

Für weltliche denkende Menschen ist es schwer,

zu jemandem Vertrauen zu entwickeln, den sie

nicht kennen, nicht einschätzen und nicht

verstehen können; mit dem, körperliche Nähe und

Vertrautheit und Gespräche nicht möglich sind.

Sie verlangen zuverlässige und mehrfach

abgesicherte Beweise.

 

Ich habe 10 Punkte ausgewählt,

die Menschen an Gottvertrauen hindern:

 

Für sie ist Gott unsichtbar,
unhörbar, nicht anfassbar.

 

Ihnen ist Gott egal.
Sie wollen mit ihm nichts zu tun haben.

 

Sie nehmen ihr Schicksal als gegeben hin,
hinterfragen die Ursachen nicht und haben
auch keine Hoffnung auf Befreiung daraus.

 

Sie haben Angst vor Veränderungen.
Sie wollen bleiben wie sie sind.
Sie wollen auf
Nichts auf Altes verzichten.

 

In ihrem ständigen Strampeln im Hamsterrad
machen sie sich keine Gedanken über
Gott und die Welt, über Recht oder Unrecht,
über Fügung oder Zufall und über den
Lebenssinn und ihre Lebensaufgabe.

 

Sie haben kein Interesse an neuen Horizonten
oder an spirituellen Möglichkeiten.
Die sind ihnen suspekt.

 

Wenn sie etwas lesen, dann sind das vielleicht
Krimis oder Liebesromane oder diverse
Lebenshilfebücher, nicht aber die Bibel,
als Buch der Lebensweisheit.

 

Für sie ist die Bibel nicht aus Gottes Geist.
Sie ist ihnen zu langweilig, zu langatmig und
zu unverständlich.
Eine intensive Beschäftigung mit den Texten
ist ihnen zu zeitaufwendig.
Im Spiegel von Gottes Wort würden sie vielleicht
ihre Sündhaftigkeit und Mängel sehen,
aber das
gerade wollen sie nicht. Es reicht ihnen, dass
andere an ihnen herumnörgeln.

 

Einige von ihnen werden von allzu ‚frommen‘
(und trotzdem sündigen) Menschen in den
Kirchengemeinden abgeschreckt. Sie wissen
nicht, dass die Errettung aus Abhängigkeiten
und der Übergang in ein neues Leben und die
Nachfolge Christi ein andauernder Prozess ist
und nicht ein momentanes und allumfassendes
Superwunder.

 

Und weil sie Gott nicht kennen und kein
Gottvertrauen haben, keinen Glauben in seine
Weisheit, Güte und Kraft, geschieht ihnen nur
selten Wundervolles.

Weil sie Jesus nicht kennen, wissen sie auch
nichts vom Wirken des Geistes Gottes, des
Heiligen Geistes, nichts von göttlicher Führung
und Orientierung, nichts vom Geheimnis der
Liebe zu anderen, nichts von Vergebung,
nichts von dem Frieden, der inneren Heilung
und
dem Segen, die Gott ihnen geben kann.
Deswegen sind wir von Jesus beauftragt, sie
zu
lieben, ihnen zu vertrauen und zu erzählen,
weshalb wir Gott vertrauen, was wir mit ihm
erlebt haben und zu zeigen, was er an uns
zum Guten verändert hat.

 

Dazu fällt mir Apg 3,16 ein:

Und jetzt ist der Mann, den ihr hier seht

und den ihr alle kennt, durch sein Vertrauen

auf den Namen Jesu und durch die Macht

dieses Namens von seiner Lähmung geheilt

worden. Der Glaube, den Jesus in ihm geweckt

hat, hat ihn vollständig gesund gemacht; das

könnt ihr alle bezeugen.

 

Amen.

 

 

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