Zuhause
Hallo Du,
jeder Mensch sehnt sich danach
ein Zuhause zu haben
und da zuhause zu sein,
weil er sich in seiner Kindheit,
trotz bzw. gerade wegen
aller widrigen äußeren Umstände,
dort wohlgefühlt hat,
dort alles bekam, was er brauchte.
Zuhause war er in Sicherheit,
beschützt und geborgen,
Teil einer familiären Gemeinschaft,
versorgt, mit Essen und Trinken
und einem Raum für ungestörten Schlaf.
Da war er liebevoll angenommen,
in warmherziger Liebe geborgen,
erhielt Aufmerksamkeit und Zuwendung.
Dort fand er Ruhe und Entspannung,
Erholung, Anerkennung und Stärke,
zurück zu neuer Lebenskraft,
zu Gelassenheit und Ausgelichenheit,
zu innerem Frieden.
Als erwachsener Mensch ist das
mit diesem Zuhause nicht so einfach,
man muss selbst dafür sorgen
und das auch Materielle spielt
dabei eine große Rolle,
je nach unseren Ansprüchen.
Das entscheidet darüber,
wie wohlig dieses Zuhause für uns ist.
Dennoch suchen wir auch einen
lieben, geliebten anderen Menschen,
der uns das ermöglicht und schenkt
und dem wir, in Liebe und Dankbarkeit,
das Gleiche schenken wollen und dürfen.
Dieses Sehnen verstellt
uns leicht die Sicht für das Offensichtliche:
Ich habe immer ein Zuhause
in mir, bei mir selbst!
Wo immer ich hingehe,
ich habe mich dabei.
Es kommt halt darauf an,
ob ich mich selbst akzeptiere,
mir genüge und mit mir auskomme.
Mein Körper
ist mein beschützendes Haus.
Mein Geist umsorgt mich.
In meinem Herzen
wohnen Wärme und Liebe.
In meinem Bauch
spiegelt sich das Leben.
In meiner Seele finde ich Ruhe.
In der eigenen Ausgeglichenheit
und in der Gemeinschaft mit Gott
empfinde ich wohlige Geborgenheit.
Dadurch bin ich frei,
von Abhängigkeit und Unselbständigkeit,
frei, überall zu bleiben, wo es mir gefällt,
frei, nur der sein zu müssen, der ich bin,
frei, nur das zu sein, was ich sein kann,
frei mit dem zu leben, was mir gegeben ist,
frei, mich so zu geben, wie ich bin,
frei, zu freiwilliger Bindung, zum Wir.
Deshalb ist es für jeden das Wichtigste,
erst einmal zu sich zu finden,
um bei sich zu sein
und mit sich auszukommen.
Nur wer sein Zuhause kennt,
kann auch da zuhause sein.
Deshalb ist es für jeden das Wichtigste,
sein Zuhause so zu gestalten,
dass er/sie sich darin wohlfühlen.
Nur wer sich mit sich selbst wohlfühlt,
wer sich selbst achtet und würdigt,
kann auch anderen ein Heim,
ein Zuhause geben,
kann auch andere achten und würdigen.
Dein Haus, Dein Zuhause
ist auch die Wohnung Gottes,
der Dich ins Leben gerufen hat,
damit Du auf Deinem Lebensweg
Dich und Dein Zuhause findest,
und damit ihn.
