Zerstörerischer Jähzorn
Hallo Du,
fühlst du dich oft provoziert oder angegriffen,
beleidigt, in Frage gestellt, entwürdigt oder
von anderen nicht ernst genommen?
Wie gehst du damit um?
Frisst du den Ärger in dich hinein oder sagst du,
was dich bedrückt? Oder reagierst du darauf mit Wut,
beim kleinstem Anlass gar mit Jähzornanfällen, mit
plötzlichem, jäh überkommendem, zerstörerischem Zorn,
bei dem sich all das Aufgestaute in dir impulsiv
und aggressiv entlädt, gegen irgendwelche Objekte,
die gerade da sind oder sogar schon an Menschen,
die dich zuhause umgeben?
Welchen Scherbenhaufen hinterlässt du dann,
deine erschreckende und verletzende Gewalt
und deine beängstigende Unberechenbarkeit?
Und wie geht es dir, wenn deine Tobsucht abklingt?
Fühlst du Genugtuung?
Hat dein Ausbruch dich vorübergehend entspannt?
Oder fühlst du dich immer noch hilflos, elend und
minderwertig und sinkst verloren in dir zusammen?
Wie ist es mit deinem Stolz?
Hast du dich behauptet
und anderen mal wieder gezeigt,
wie sehr du dich ärgerst,
wer das Sagen hat, wer im Recht ist?
Hast du mal wieder jemanden
in seine Schranken verwiesen?
Hast du wieder Respekt eingefordert
und für Abstand gesorgt?
Hast du jetzt wieder alles unter Kontrolle?
Was sind die geringen Auslöser
für deine Wutattacken,
für dieses merkwürdige, selbstverletzende
und unkontrollierte Verhalten?
Womit kommen andere dir zu nahe?
Was löst dein Toben aus?
Welche verborgenen Schwächen und Ängste
werden in dir berührt und aufgewühlt?
Womit bist du unzufrieden?
Mit dir selbst und/oder mit anderen?
Was stinkt dir so gewaltig, dass die
verzehrenden Flammen des Jähzorns
in dir so heiß lodern?
Fühlst du dich nicht verstanden
oder in deiner ‚Ehre‘ angegriffen?
Fühlst du dich eingeengt, bevormundet,
kritisiert oder abgewiesen?
Fühlst du dich falsch verstanden,
zurückgesetzt oder ungeliebt?
Glaubst du, du kommst zu kurz?
Glaubst du, dir wird etwas unterstellt?
Glaubst du dich immer im Recht?
Willst du durch Aggression
‚ICH will-Ziele‘ erreichen?
Willst du der ‚Boss‘ sein
und das stets letzte Wort haben?
Willst du vielleicht als perfekt
und makellos gesehen werden?
Was gefällt dir nicht und regt dich auf?
Was wirft dich aus deinem Gleichgewicht?
Was schreit in dir?
Ist es vielleicht deine kleine, empörte, verletzte
und einsame kindliche Seele, die sich blindwütig
gegen subjektiv empfundene Nichtbeachtung wehrt
und die nach Liebe und Verständnis schreit
und keine Worte findet?
Ist es vielleicht eine zarte, zerbrechliche Seite in dir,
die dir nicht gefällt, die du unterdrückst,
die aber zu dir gehört und auch leben möchte,
ja die dich sogar menschlich ehren und adeln würde?
Ist es vielleicht dein von innerer Leere und Bitterkeit
getrübter Verstand, der erhaben sein möchte, aber
dadurch leicht missversteht und dann überreagiert?
Ich weiß es nicht und muss es auch nicht wissen,
aber du selbst kannst es herausfinden, damit du
wieder heil wirst, damit es dir besser geht
und andere nicht mehr unter dir leiden müssen.
Was ich aber weiß und selbst erlebt habe ist:
Gott lässt uns in unserer Not nicht alleine.
Wenn man ihn bittet und helfen lässt, ist er da und hilft,
beseitigt er jedem Mangel und füllt ihn mit Liebe.
Ergänzend drei biblische Aussagen zum Thema:
Wer seine Gefühle beherrscht, hat Verstand. Der
Jähzornige stellt nur seine Unvernunft zur Schau.
(Spr 14,29; HfA)
Ihr seid von Gott auserwählt und seine geliebten
Kinder, die zu ihm gehören. Darum soll jetzt
herzliches Mitgefühl euer Leben bestimmen,
ebenso wie Güte, Bescheidenheit, Nachsicht
und Geduld. (Kol 3,12; HfA)
Unser Herr, von dem aller Friede kommt,
schenke euch zu jeder Zeit seinen Frieden,
was auch immer geschieht. Er sei mit euch
allen! (2.Thess 3,16; HfA)

