Woran glaubst du?
Alles, was ihr bittet in euren Gebet,
glaubt nur, dass ihr’s empfangt,
so wird es euch zuteil werden.
(Mk 11,24)
Hallo Du,
ich glaube an die Kraft
der eigenen Muskel
und des eigenen Verstandes.
Ich stelle mir vor und plane,
handle und verwirkliche,
vollende mein Haus,
mein Werkstück,
meine Aufgabe
mit Hilfe meiner Begabungen.
Macht mich das zufrieden?
Nur vorübergehend.
Macht mich das selbstbewusst?
Nur vorübergehend.
Macht mich das glücklich?
Nur vorübergehend.
Ist das mein Ziel?
Nein,
ich bleibe trotzdem unvollkommen.
Wozu lebe ich?
Für wen lebe ich?
Was macht glücklich und zufrieden?
Immer wieder gehe ich Irrwege.
Immer wieder erlebe ich Niederlagen.
Immer wieder kommen Rückschläge.
Immer wieder sammle ich neue Erfahrungen.
Ich lerne dabei,
mich nicht so wichtig zu nehmen,
nicht aufzugeben,
meinen eigenen Weg finden und zu gehen,
offen und freundlich zu bleiben,
voller Gottvertrauen und Zuversicht,
voller Mut und Ausdauer.
Ich lerne dabei, mich ergänzen zu lassen,
um Hilfe zu bitten und sie anzunehmen,
an meiner Aufgabe dranzubleiben,
weiter zu machen, bis sie beendet ist,
bis irgendwann mein Leben beendet wird.
Lebenserfahrung reinigt,
schleift und veredelt.
Lebenserfahrung lehrt,
Schwächen und Mängel
nicht zu verstecken,
sondern sie zu erkennen
und zu überwinden.
Sie lehrt,
Situationen zu hinterfragen,
Ursachen auf den Grund zu gehen,
dabei umsichtig und nachsichtig zu sein,
die Konsequenzen
von eigenen Reaktionen zu bedenken
und Geduld für andere
und sich selbst aufzubringen.
Was befähigt mich zu tun,
was ich wirklich kann?
Ist das allein mein Verdienst?
Vollbringe ich das ganz aus mir?
Kommt das aus meiner Erbmasse?
Worauf baue ich auf?
Was haben Menschen
vor mir herausgefunden?
Was haben Eltern, Lehrer
und Freunde mir beigebracht.
Woher kommen meine
Begabungen und Fähigkeiten?
Wer hat mein Gehirn so genial konstruiert,
dass es aus Bruchstücken
etwas ganz Neues formt?
Wer gibt mir dazu Einfälle und Ideen?
Wer gibt mir Wissen,
das ich aus mir selbst nicht haben kann?
Wer heilt Wunden,
wenn sie ‚wie von selbst‘ heilen?
Wer tröstet in Leid und Not
oder beim Verlust
eines geliebten Menschen?
Wer hilft durch Krisen,
aus scheinbarer Ausweglosigkeit?
Wer trägt mich,
wenn ich nicht mehr kann?
Von wem kommt die Kraft
zum Weitergehen?
Wer gibt Hoffnung auf Besserung,
wer Befreiung aus schlechten
Gewohnheiten und Bindungen?
Wer gibt Einsicht,
Wende und Neuanfang?
Wer liebt trotz allem,
vergibt, stärkt und verändert?
Ist das nicht alles ein Wunder?
Ich glaube, es gibt mehr,
als wir bisher wissen.
Ich glaube, es gibt mehr,
als wir bisher kennen.
Ich glaube, es gibt mehr,
als wir bisher für möglich halten.
Ich glaube, es gibt jemanden,
ein höheres Wesen, Gott,
der mein Ahnen nährt,
mein Hoffen erneuert,
mein Vertrauen in ihn bestätigt,
meinen Glauben ermöglicht und festigt,
der mein Denken und meine Schritte lenkt.
Es ist Gott,
der mich immer versteht und liebt,
der mich begabt, befähigt und begeistert,
der hilft, wenn ich ihn bitte,
der mich wieder öffnet,
wenn ich mich verschlossen habe,
der mir aufhilft, wenn ich es brauche,
der mich ermutigt, wenn ich verzage,
der mich besser kennt, als ich mich selbst,
der mir neue Wege,
Möglichkeiten und Chancen eröffnet,
der mich zur Vollendung führen möchte,
nach seinem Bilde.
Ich glaube,
dass das irdische Leben dazu dient,
zu Gott zu finden,
auf ihn zu hören
und darauf vorbereitet zu werden,
mit ihm das himmlische Leben
zu verbringen.
Er vollendet uns nach und nach
für die ewige Gemeinschaft mit ihm.
Früher dachte ich,
es gehe im Leben um Arbeit,
Erfolg und Spaß.
Heute weiß ich, es geht immer
um gelingende Beziehungen,
um die Beziehung mit unseren Nächsten
und um die Beziehung mit Gott.
Seine Liebe und mein Glaube an ihn,
mein Vertrauen in ihn
sind unsere Verbindung.
Durch sie kommen sein Segen
und seine Kraft und sein Heil zu mir.
Durch sie werde ich verändert und stark.
Da wir Beziehung und Glaube wegen
des ICH-Faktors aus eigener Kraft
nicht erzeugen können, brauchen wir
einen barmherzigen Retter
aus unserer Egowelt,
nämlich Jesus Christus,
und einen ständigen Begleiter
und Berater in uns, den Geist Gottes,
den Heiligen Geist, der uns in der
Heiligen Schrift begegnet und dann
durch Gottes Wort in uns wohnt.
Dieses Wort ist uns neutraler Maßstab
und höhere Weisheit,
göttliche und unergründliche Güte,
Gnade und Liebe.
Er schenkt uns immer wieder
Erleben mit ihm durch Glaube,
Hoffnung, Liebe.
Die Liebe ist die größte unter ihnen.
Auch dein Glaube wird dir helfen.
