Wo sind wir zuhause?

 

Hier auf der Erde gibt es keinen Ort, der wirklich

unsere Heimat wäre und wo wir für immer bleiben

könnten. Unsere ganze Sehnsucht gilt jener

zukünftigen Stadt, ´zu der wir unterwegs sind`.

(Hebr 13,14)

 

Hallo Du,

wo bist du ganz zuhause?

Wo bist du geliebt,

angenommen und ganz du selbst?

Und wird das dauerhaft so bleiben?

 

Als Kinder hatten wir

mit unseren Eltern ein Zuhause,

doch dieses Paradies ist mit dem

Erwachsenwerden verlorengegangen.

 

Dann haben wir vielleicht

eine eigene Familie gegründet,

ein neues Heim geschaffen,

doch ein Paradies wurde das nicht.

Wir mussten immer wieder

um Geborgenheit kämpfen.

Wir wollten eine Familie bauen,

in der wir dauerhaft füreinander

da sind, doch nichts ist von Dauer.

 

Und schließlich kommt der Tod,

der uns diesem mühevollen

und vorüber­gehenden Leben entreißt.

 

Joseph Freiherr von Eichendorff schreibt:

„Du bist’s, der, was wir bauen,

mild über uns zerbricht,

dass wir den Himmel schauen –

darum so klag ich nicht.“

 

Weil wir im ständigen Wechsel leben,

ein Teil von Werden und Vergehen sind,

suchen wir, was uns guttut:

Beruhigendes und Bleibendes,

wie Liebe und Frieden und Sicherheit.

 

Immer wieder

hin- und her gezerrt zu werden,

ist mühsam und kräftezehrend.

Immer wieder neu anzufangen,

ist mühsam und kräftezehrend.

Sich zu verändern und sich den

wandelnden Lebensumständen

anzupassen,

ist mühsam und kräftezehrend,

doch leider ist das die einzige Möglichkeit,

zu überleben.

 

Denn im Lebenskampf erkennen wir

den Unsinn und den Sinn.

Wir ahnen ein Dahinter und Darüber.

 

Wir streben nach Ordnung

und erkennen nicht, dass wir bereits

Teil einer höheren Ordnung sind,

die wir nicht erkennen können,

die sich aber mit der Zeit einstellen wird.

Der Wechsel garantiert Erneuerung.

 

Werden und Vergehen führen

zu immer neuer Anpassung.

Das kräfteraubende ‚Aneinander reiben‘

trennt das Gute vom Bösen,

das Beständige vom Unbeständigen,

das Überlebensfähige vom

noch nicht Optimalen.

 

Unsere Lebensspanne

und unsere Geduld sind zu gering,

um solche Fortschritte zu erkennen

und deshalb sind die Ängste größer

als die Zuversicht.

 

Außerdem messen wir alles an uns selbst

und unserer beschränkten Erkenntnis

und wir verstehen uns kaum noch als Glied

in einer langen Entwicklungskette.

 

Ich bin nicht wichtig und doch wichtig.

Ich bin nicht wichtig, weil ich nur einer

von fast sieben Milliarden Menschen bin.

Ich bin wichtig, weil Werte, Einstellungen

und Überzeugungen in mir gefiltert wurden

in die Guten und von meinen Kindern

weitertragen werden.

Die Liebe, die ich ihnen geben konnte,

lebt in ihnen weiter,

wird von ihnen weitergegeben.

 

Indem ich mich zum Guten

und Überlebenswürdigen verändere,

gebe ich Impulse und Beispiel,

dass die, die mir vertrauen sind

und die mich achten,

die mich lieben und ehren,

es auch tun.

 

Hier auf der Erde gibt es keinen Ort,

der wirklich meine Heimat ist

oder sein könnte.

Deshalb gilt meine ganze Sehnsucht

jener zukünftigen Wohnstadt Gottes,

die er nach und nach entstehen lässt,

die ich bereits heute erahne

und an der ich zukünftig

ewigen Anteil haben werde.

 

Auf diesem Weg sind wir alle unterwegs.

Wir werden nach und nach geheiligt.

Unsere Hoffnung baut auf Gott

und darauf, dass Zeit für ihn relativ ist.

Er kennt das Woher und das Wohin.

Er ist Anfang und Ziel. Er ist gut.

Ich weiß mich als Teil seiner Ewigkeit

und vertraue ihm.

 

Daraufhin nahm der Geist Gottes Besitz

von mir, und ich sah mich vom Engel

auf den Gipfel eines sehr hohen Berges

versetzt. Von dort aus zeigte er mir

Jerusalem, die Heilige Stadt, die von Gott

aus dem Himmel herabgekommen war.

(Offb 21,10)

 

Unreines wird dort niemals Einlass finden.

Dort ist die Heimat,

nach der ich mich sehne

und wo ich Zuhause sein werde.

Dieses himmlische Jerusalem ist

tief in mir bereits vorhanden.

 

Es ist das stille Kämmerlein,

in dem ich mit Gott zusammen bin,

in das ich mich immer wieder

zurückziehen kann,

in dem ich mich zuhause,

geliebt und angenommen weiß.

 

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