Wer ist ein Werkzeug Gottes?
Hallo Du,
heute Morgen, in der stillen Zeit, lese ich in Bezug auf Röm 15,18:
„Ich werde es niemals wagen, etwas vorzubringen, was nicht Christus durch mich gewirkt hat. Er hat es durch mein Wort und meine Tat bewirkt, dass die Völker nun Gott gehorsam sind.“
Paulus sagt hier deutlich: ‚Ich weiß mich ganz als Werkzeug in Gottes Hand.‘
Dieser Aussage will ich nachgehen und beziehe sie auch mal auf mich: Bin ich ein Werkzeug Gottes?
Ja, ich habe immer wieder erlebt, dass es Momente gibt, in denen Gott durch Menschen wirkt – nicht durch die Starken, Perfekten, Lauten oder besonders Leistungsfähigen, sondern durch die, die mit Gott in einer dauerhaften Beziehung stehen und die bereit sind, auf ihn zu hören. Dazu fällt mir das Bibelwort ein:
„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Joh 15,5)
Werkzeug Gottes ist, wer Jesus sein Leben anvertraut hast und in dem sein Geist wohnt. Das ist jeder, der Gott gut kennt und sich in der Verbundenheit mit ihm bzw. mit Jesus, vertrauensvoll ansprechen, leiten, berühren und bewegen lässt. Der innerlich bereit ist, sich von Gott, Jesus und dem Heiligen Geist führen zu lassen.
Werkzeug Gottes zu sein heißt nicht, perfekt sein zu müssen oder eine besondere Aura zu haben. In der Bibel sind Gottes Werkzeuge Menschen mit Fehlern und Lebensbrüchen: Mose stottert. Jeremia fühlte sich zu jung und zweifelte, Petrus war zu impulsiv und Paulus trug einen „Stachel in seinem Fleisch“. Und doch wirkte Gott mächtig durch sie — gerade wegen ihrer Unvollkommenheit.
Ihre Stärke war einerseits ihre Verfügbarkeit und andererseits ihre hingebende Einstellung zu Gott sowie ihre Bereitschaft, zu sagen: „Hier bin ich. Sprich zu mir. Führe mich. Zeige mir, was zu tun ist.“ „Gebrauche mich, wie du es willst“. „Hier bin ich, sende mich!“ (Jes 6,8).
Gott sucht nicht Perfektion. Er braucht offene Ohren und bereite Hände. Hände, die halten und trösten können, die einfach da sind.
Werkzeug Gottes zu sein heißt nicht, etwas selbst leisten zu müssen sondern, auf Gott zu hören. Nicht, etwas selbst zu machen, sondern mit Jesus zu gehen. Nicht „für Gott zu arbeiten“, sondern mit Gott zu leben.
Als Werkzeug Gottes ist man nicht ständig aktiv, sondern man wird es in dem Moment, in dem man sich öffnet: für seine Liebe, für ein Wort, für eine Geste, für ein Zuhören, für ein Dasein, durch Schweigen, für eine Haltung, für Beistand, einen ermutigenden Blick oder als willkommene Präsenz, die Frieden bringt.
Ein Werkzeug hat keine eigene Absicht, keinen eigenen Willen, sondern es wird nur für etwas benutzt. Es tut, was der Handwerker, Gott oder Jesus, will. „Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ (Phil 2,13). Gott formt unser Denken, Reden und Handeln, sodass andere etwas von Jesus hören und sehen und er etwas in ihnen bewirkt.
Jedes Werkzeug ist für ein jeweiliges Tun speziell geformt. Wir, vom eigenen Leben und vom Geist Jesu. Oft liegt unsere „spezielle Aufgabe“ genau dort, wo wir selbst etwas Tiefes mit Gott erlebt haben, wo wir von ihm geformt wurden.
„Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“ (Eph 2,10)
Gott benutzt bei uns Charakter, Temperament, Begabungen – aber auch Brüche, Schwächen und Wunden und der Heilige Geist formt uns dann als sein Werkzeug:
„Wir alle aber… werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.“ (2. Kor 3,18
Oft geschehen tiefe Wirkungen in anderen unbewusst. Manchmal ist man als Werkzeug Gottes besonders dann effektiv, wenn man einfach nur authentisch da ist.
Das bestätigt noch einmal: Wir machen nichts. Es geschieht, weil es geschehen soll.
„Wenn jemand redet, dass er’s rede als Gottes Wort; wenn jemand dient, dass er’s tue aus der Kraft, die Gott gewährt…“ (1. Petr 4,11).
