Eine Weihnachtsgeschichte
Weihnachten abschaffen?
„Dieses Weihnachten muss man abschaffen!“
ruft der Prophet immer wieder den gleichgültigen
und gierigen und hektischen Menschen zu.
Die Menschen aber sind mit ihren Gedanken,
Ohren, Augen und Herzen, wo ganz anders und
beachten ihn nicht. Nur ein Kind antwortet ihm:
„Alter, halt die Klappe. Das interessiert niemanden.“
Aber auch der Teufel, der Herrscher dieser Erdenwelt,
schweigt nicht und droht ihm:
„Komm mir nur nicht in die Quere, sonst werde ich
dich mit Unglück und Krankheit quälen!“
Doch der Prophet ruft trotzdem immer und immer wieder:
„Dieses Weihnachten muss man abschaffen!!!“
Und je öfter und je lauter er ruft, desto mehr Interessen-
gruppen verwehren sich dagegen:
„Nein!!! Das geht nicht!!“, schreien die Profiteure
aus Wirtschaft und Handel:
„Zu Weihnachten haben wir die höchsten Umsätze und
die größten Gewinne.“
„Nein!!! Das geht nicht!!“, schreien die Kirchen-
verantwortlichen:
„An Weihnachten kommen doch die meisten Menschen
in die Kirchen und da haben wir die größten Spenden-
einnahmen und endlich erreichen wir mal die, die
Gott brauchen.“
„Nein!!! Das geht nicht!!“, schreien die Kinder:
„An Weihnachten bekommen wir doch so viele, viele,
schöne und teure Geschenke und dann sind wir auch
mal als Familie alle zusammen.“
Dann ging Jesus in den Tempel, jagte alle Händler
und Käufer hinaus, stieß die Tische der Geldwechsler
und die Stände der Taubenverkäufer um und rief
ihnen zu:
»Ihr wisst doch, was Gott in der Heiligen Schrift sagt:
›Mein Haus soll ein Ort des Gebets sein‹, ihr aber
macht eine Räuberhöhle daraus!« (Mt 21,12-13; HfA)


