Was ein Licht-Blick ausmacht

 

Es regnet! – Ich bin krank. – Der Herd ist kaputt. – Ich müsste Paula anrufen. – Oder erst den Reparaturdienst??

– Meine Nase juckt. – Bello winselt. – Wo ist mein Handy?

Blödes Handy! Nie finde ich es, wenn ich es brauche.

 

– Bello kratzt an der Haustür. Er muss mal. Es scheint dringend zu sein.

 

– Ohne Handy ist alles nichts. – Endlich ein erlösendes Nießen.  Ich brauche ein frisches Papiertaschentuch. – Es donnert. Auch das noch! – Bello jault.

 

Jaaaa, ich bin ziemlich gestresst!

Mir fällt der blöde Spruch ein: ‚Abwarten und Tee trinken.‘

— Bello mag keinen Tee.

 

Welche Ironie? Ein Teebeutel ins kalte Wasser? Ein Sakrileg.

Bello jault herzerweichend. – Er tut mir leid. – Vielleicht hilft ein Notfallkügelchen??

 

Ich setze mich frustriert ans Fenster, schaue mit geschlossenen Augen – leider nicht gedankenverloren – hinaus, ohne zu sehen. Höre aber die Regentropfen an die Scheibe prasseln. (Nicht gerade aufmunternd).

 

Sch…! Nichts klappt! Muss das sein? Was soll ich tun?

 

Vielleicht Bello eine Windel anziehen?

Vielleicht noch ein paar Pillen schlucken?

Vielleicht bügeln oder das Radio anmachen?

Oder vielleicht in der Nase bohren?

— ‚Wer nichts macht, macht auch nichts verkehrt!‘

 

Nein, ich bin nicht deprimiert! Nur ein bisschen verzweifelt.

Vielleicht sollte ich Eistee trinken? Vielleicht …???

Auch schwarzer Humor hilft nicht weiter.

 

Plötzlich spüre ich überrascht, dass etwas anders ist.

Ich merke auf und höre, dass ich nichts mehr höre, –

(außer Bello und sein Wimmern).

 

Etwas ist anders!

 

Ich öffne die Augen:

Licht. Helligkeit. Die Sonne scheint. Ein Lichtblick!

Ist das schön!!! – Mir wird warm ums Herz.

 

Bello bemerkt meine Stimmungsänderung, kommt und leckt mich an Bein.

 

Die Probleme ordnen sich. Ich weiß nun, was zu tun ist.

 

Zuerst ist Bello dran.

Auch ich muss mal, aber das verdrücke ich.

Zuerst ist Bello dran!

Hundeleine, Bello, Tür auf, raus.

 

Sonne. Bewegung. Entspannung. Juhuuu!

 

Bello pieselt am nächstliegenden Grasbüschel.

Ich erahne sein erleichtertes Aufatmen.

 

Die Probleme sollen warten.

Ich gehe mit Bello unsere Runde,

halte hier und da ein Schwätzchen,

kratze mich ausgiebig hinterm Ohr

und bohre kurz in der Nase.

 

Bello ist glücklich. – Ich bin es nicht ganz.

 

Fast erleichtert gehen wir nach Hause.

 

Vor der Tür steht Paula, meine erwachsene Tochter.

„Mama ich bringe dir ein Handy zurück, es muss wieder geladen werden.“

— Oh? –

„Darf ich morgen mit meinen neuen Freund Tony zum Essen kommen?

— Oh! Nur, wenn er Elektriker ist!!

 

Sie fängt an mir von ihm zu erzählen. …..

Gequält sage ich nachdrücklich: „Ich muss mal!“

Sie: „Oh.“

Ich: „Komm rein.“

 

Pspspspspsps. Das erleichtert!

Ich kann Bello gut verstehen.

 

Was so ein Licht-Blick doch ausmacht!

 

 

Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die

Finsternis hat es nicht auslöschen können.   

(Joh 1,5; NGÜ)

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