Verhalten im Leiden
Was kann uns das Buch Hiob sagen?
Hallo Du,
wenn mich
– Leid oder Schicksalsschläge schütteln,
– Krankheit oder Ohnmacht lähmen,
– Misserfolg oder Ungerechtigkeit treffen,
dann möchte ich wie Hiob wissen:
Warum lässt Gott das zu?
In solchen Situationen wünschte ich wie
Hiob sagen zu können, dass ich mir
keiner Schuld bewusst bin.
Ich wünschte auch, man könnte von mir
sagen, dass ich immer rechtschaffen,
aufrichtig und Gott treu ergeben bin und
dass mein Lebenswandel untadelig ist.
Und ich wünschte, dass ich im Glauben
genauso fest wäre wie er.
Weil das oft nicht so ist, frage ich mich:
Was habe ich getan,
dass mir solches Unheil widerfährt.
Welche Schuld habe ich wissentlich
oder unwissentlich auf mich geladen,
dass ich so leiden muss?
Mein Verstand fragt nach den Ursachen
meines Leidens:
Ist es eigene Sünde?
Welche Sünden habe ich begangen
und zu verantworten?
Welche Schuld habe aufrichtig vor Gott
zu bekennen und zu bereuen, damit er
mir vergibt?
Von welchem Übel sollte ich mich trennen,
wo mich bessern?
Ist es die Sünde anderer,
unter der ich leide?
Wer könnte mir das angetan haben?
Bin nur ich es, der leidet?
Was für ein Mensch ist der Sünder?
Sehe ich ihn als Feind?
Bin ich wütend auf ihn?
Verurteile ich ihn?
Hetze ich gegen ihn?
Kann ich sein sündiges Verhalten
von ihm als Mensch trennen?
Kann ich erkennen,
dass auch er ein Verirrter ist?
Ich weiß, dass niemand gerne sündigt
und dass der, der sündigt, in seiner Enge
blind ist und gar nicht weiß, was er tut.
Ich weiß, dass der, der sich versündigt,
sich selbst viel mehr schadet und
beschmutzt als mich oder andere.
Was kann ich für diesen Menschen tun?
Zumindest kann ich für ihn beten.
Sind es vermeidbare Unglücksfälle,
die das Leiden ausgelöst haben?
Wer hat fahrlässig gehandelt?
War ich zu naiv oder zu unvorbereitet?
Habe ich mich auf etwas eingelassen,
was ich besser vermieden hätte?
Bin ich insgesamt achtsam genug,
um solche Unglücksfälle zu meiden?
Oder waren die Unglücksfälle
unvermeidbar?
Bin ich durch höhere Gewalt in
meine missliche Lage geraten?
Solchen Schicksalsschlägen sind wir
hilflos ausgeliefert.
Doch Hader und Selbstmitleid helfen
da nicht weiter. Es sollte uns bewusst
sein, dass auch Schicksalsschlägen
gottgegeben sind oder zumindest von
Gott zugelassen wurden.
Auch sie haben einen Sinn, wenn auch
einen, der über uns hinausgeht und den
wir in unserer Selbstbezogenheit oder
Begrenztheit nicht verstehen.
Das Leben ist unberechenbar. Es besteht
aus Veränderung, Überwindung und
Erneuerung.
Es beinhaltet nicht nur Freude,
Glücklich sein, Freundschaft und
liebevolle Gemeinschaft, sondern auch
Leiden, Not, Ungerechtigkeit und
schmerzliches ‚Erfahrungen sammeln‘.
„Warum geschieht mir das?“ fragen wir.
Wir suchen Antworten, um mit den
Problemen besser umgehen zu können
und auch, um daraus zu lernen.
Doch oft finden wir keine verständlichen
Antworten und dann fragen wir Gott:
„Warum nur müssen Menschen so
sehr leiden?“
Worin liegt beispielsweise der Sinn des
frühen Todes eines geliebten Kindes,
von Überschwemmungen oder Hunger-
katastrophen, von schwerer Krankheit
oder von Verlust von Hab und Gut?“
Wir fragen Gott aus Unverständnis,
aus Ohnmacht und aus Wut.
Ohne dass es uns bewusst ist, kritisieren
wir damit sein Handeln.
Eigentlich aber sagen wir:
„Ich halte das nicht für gut, was du
da machst oder zulässt!“
Indem ich mit Gott hadere,
Maße ich mir an, etwas besser
zu wissen und zu können als er.
Alles verstehen zu wollen,
Gott zu kritisieren und etwas besser
wissen zu wollen, das ist hochmütig; das
zeigt unser Misstrauen gegenüber Gott.
Gott zeigt Hiob, dass er nur ein kleiner
Mensch mit sehr begrenzter Sichtweise
und geringem Wissen ist, der weder
die Fähigkeit noch das Recht hat,
den Schöpfer des Universums zur
Rechenschaft zu ziehen.
Gott ist in seinem Handeln souverän.
Er tut, was er für das Beste hält, egal,
ob wir es für richtig oder gerecht halten.
Er tut immer das Richtige zur rechten Zeit!
Gott weiß genau, was er tut.
Hiob erkennt seinen Hochmut und bittet
Gott um Vergebung, weil er es gewagt hat,
seine Liebe, Allmacht und Gerechtigkeit in
Zweifel zu ziehen.
Ich habe bemerkt, dass in schwierigen
Situationen mein Vertrauen in Gott schnell
erschüttert wird und dass ich dann nicht
mehr fest auf Gott baue. Mein Glaube ist
dann erschüttert.
Dann neige ich dazu, die Dinge selbst
in die Hand nehmen zu wollen und sie
zum Guten zu zwingen, anstatt gerade
dann auf Gott und auf seine Liebe,
Weisheit und Gerechtigkeit zu vertrauen.
Das ist eine allzu menschliche Schwäche.
Gott kennt uns genau.
Vor ihm dürfen wir auch bekennen,
dass wir nicht genug Glauben haben, um
ihm vollständig und dauerhaft zu vertrauen.
Und indem wir ihn als unseren Herrn und
Schöpfer sehen, ihm unsere Schwäche
bekennen und auf seine Hilfe hoffen,
beginnt unser Glaube.
Gott allein weiß, warum uns im Leben
gewisse Dinge widerfahren.
Er ist allwissend und allmächtig.
Er ist Weisheit und Wahrheit.
Sein Wille ist vollkommen.
Er liebt jeden von uns.
Er ist immer und überall bei uns.
Wir sind ihm nicht egal.
Unser Leiden ist ihm nie egal.
Aber:
Gott ist Liebe und seine Liebe reicht weiter
als unser Verstand. Er ist vollkommen und
gut und er sieht und bewahrt das Ganze.
Deshalb ist Gott souverän und unabhängig.
Nur er kennt
die jeweils richtige Entscheidung
und den passenden Zeitpunkt.
Der Herr gibt und der Herr nimmt.
Gelobt sei sein Name.
Gott ist der Herr über all das, was er uns
gegeben hat. Und was er gegeben hat,
kann er auch wieder nehmen.
Sollen wir das Gute aus Gottes Hand
nehmen, das Schlechte aber ablehnen?
(Hiob 2, 10)
Lieben wir Gott, damit es uns gut geht?
Sehen wir ihn als unseren Wunscherfüller?
Wenn ja, dann lieben wir ihn nur wegen
dem, was er uns gibt, aber nicht, um
seiner selbst willen.
Unsere Liebe wäre berechnend
und nicht selbstlos wie seine.
Wir würden lieben, um etwas zu erhalten.
Wollen wir denn nur geliebt werden,
um jemandem etwas zu geben,
was der unbedingt haben will?
Das würde uns doch enttäuschen,
kränken oder gar beleidigen.
Da fühlten wir uns ausgenutzt.
Wenn in mir oder um mich herum vieles
zerbricht, dann muss ich mir die Frage
stellen, was mir letztlich bleibt.
Und in solchen Situationen entdecke ich,
dass mir im Grunde nur Gott bleibt,
besonders dann, wenn ich an ihm bleibe.
Ja ich erkenne, dass der, der bei Gott
bleibt, im Grunde alles hat, was er braucht.
Und auch, dass alles andere unwichtig ist.
Im Vertrauen darauf, dass Gott Liebe ist
und, dass er letztlich alles zum Guten
wendet, bleibt mir gar keine bessere Wahl,
als ihm in allen Lebenslagen zu vertrauen.
Die Alternative, nämlich sich von ihm
loszusagen und eigene Wege zu gehen,
ist keine wirkliche Alternative,
sie ist eher ein selbstgewähltes Todesurteil.
Dann bleibe ich ihm lieber auch in der Not
treu, denn nur er kann mein Leid wenden.
Die Kernfrage im Leiden ist eigentlich
gar nicht, warum ich leide. Diese Frage
kommt aus dem eigenen Selbstmitleid,
sondern, wie ich mit dem Leiden umgehe
und wie ich darauf reagiere.
Falle ich von Gott ab?
Entziehe ich mich ihm?
Versuche ich, unabhängig und unbeugsam
ohne Gott durchs Leben zu gehen,
oder vertraue ich auch im Leid darauf,
dass Gott treu und gut ist?
Vertraue ich auf seine Liebe, Weisheit
und Güte und bleibe ich ihm treu ergeben?
Halte ich trotzdem an ihm fest?
Leiden führt zum Wesentlichen:
Es führt zum Loslassen von
Überflüssigem und Schmerzvollem.
So gesehen, muss unser Glaube geprüft
werden; es hängt zu viel davon ab.
Und gerade, wenn wir den Grund unseres
Leidens nicht kennen, ist die Chance groß,
im Glauben zu wachsen.
Gerade im Leiden wird unser Vertrauen in
Gottes Erbarmen und in seine Güte
herausgefordert und entwickelt.
Gerade wenn wir keine Antworten finden
oder bekommen, ist unser Vertrauen auf
Gottes Gnade und seine Gerechtigkeit
unsere einzig Hoffnung auf eine Wende
zum Guten.
Wie ich auf Lebenssituationen reagiere,
zeigt meine Einstellung zu Gott.
Ganz egal, wie schlimm meine Situation ist:
Gott hat immer alles im Griff!
So wie in einer Dürreperiode die Wurzeln
eines Baumes tiefer in die Erde wachsen,
so kann auch bei uns Leiden von einem
oberflächlichen Glauben in eine tiefe
Verbindung mit Gott führen.
Setzen wir unsere Hoffnung allein auf
Gottes Liebe und Güte?
Sind wir der festen Überzeugung,
dass sich die Liebe Gottes letztlich
durchsetzen wird?
Gott in guten Zeiten zu vertrauen,
ist nicht schwer. Ihm aber auch mitten
im heftigsten Gewitter zu vertrauen,
das bringt uns an Glaubensgrenzen
und gerade das fordert wahren Glauben
heraus.
Wir wissen aber, dass denen, die Gott
lieben, alle Dinge zum Besten dienen.
(Röm 8,28)
Gott möchte, dass wir wissen, dass er
alles in der Hand hat und dass uns er uns
nicht fallen lässt.
Gott zu Vertrauen,
obwohl wir leiden und nicht verstehen,
was gerade in unserem Leben geschieht,
ist eine der schwersten Prüfungen,
denen wir ausgesetzt sein können.
Keine Antworten zu haben und dennoch
Gott treu und ergeben zu bleiben,
erscheint uns schwierig oder unmöglich.
Da hilft es zu wissen, dass Gott nicht
launenhaft oder unbarmherzig ist.
Er ist und bleibt ewig Liebe.
Er ist immer der Gleiche.
Es ist wichtiger an Gott zu glauben,
als Antworten auf Fragen zu bekommen.
Es ist besser,
Gott zu haben und ihm zu vertrauen.
Ist Leiden und Not immer eine Strafe?
Bei Hiob lernen wir, das Leiden, Schmerz
oder Not nicht immer eine Strafe ist,
und auch, dass wir nicht immer selbst
schuld an unseren Problemen sind.
Strafe und Lohn sind in Gottes Hand
und folgen seinem Plan!
Nöte und Prüfungen zerstören nicht
den Sinn unseres Lebens,
sondern lassen ihn uns finden.
Wir glauben gerne, wir hätten das Leben
in erster Linie deswegen bekommen, um
glücklich und selbstverwirklicht zu leben.
Das stimmt aber nicht!
Gott hat es uns gegeben, um ihm
zu dienen und ihn zu ehren.
Alles kommt von ihm
und alles wird durch ihn.
Leider ist uns nicht bewusst,
dass der Wert unseres Lebens
allein an Gottes Liebe für uns hängt.
Wüssten wir das, würden wir
besonnener und bewusster leben.
Gott, der Herr über die ganze Schöpfung,
ist auch der souveräne Herr über unser
Leben. Was Gott erschaffen hat,
das lenkt, bewahrt und erhält er auch
nach seiner Weisheit.
Genauso ist Gott auch der Herr über
das Tun und Lassen der Menschen
in Gesellschaft und Politik.
Er regiert ihr -und unser- Leben
in allen Einzelheiten.
Gott ist auch der Herr über Satan.
Satan darf unsere Treue zu Gott
und unser Gottvertrauen prüfen.
Er versucht es trickreich durch
Lüge und Betrug.
Er will uns verführen
und gegen Gott aufzubringen.
Er versucht, Gottes Wirken
in uns und an uns zu behindern.
Er will uns von Gott trennen.
Aber, lassen wir uns verführen?
Geben wir den Versuchungen nach?
Wir selbst entscheiden das.
Dabei entscheiden wir uns jedes Mal
für oder gegen Gott.
Wenn wir nicht fest in Gott gegründet sind,
wenn wir unentschieden, wankelmütig
oder zweifelnd sind, dann hat Satan gute
Chancen, bei uns erfolgreich zu sein.
Wir sollten wissen:
Unser Glaube ist keine Garantie für ein
sorgenfreies Leben und Unglaube
bedeutet nicht zwangsläufig, dass wir
Unglück haben werden.
Hiobs Freunde sind der festen Meinung,
dass es ein göttliches Prinzip von Ursache
und Wirkung gibt, an das sich Gott
immer hält.
Weil sie die Heiligen Schrift kennen
und Lebenserfahrung haben, glauben sie
zu wissen, wie Gott ist und wie er
entscheidet. Und aus Hiobs Unglück
folgern sie, dass er schuldig sein muss.
Sie unterstellen ihm Uneinsichtigkeit und
fordern ihn auf, seine vermeintliche
Schuld vor Gott zu bekennen, damit der
ihm vergibt und aus seinem Leiden erlöst.
Ihr Wissen und ihre Erfahrung sind für
sie der Maßstab, an dem sie Hiob messen.
Hochmütig analysieren sie Hiobs Lage,
halten ihm kluge Vorträge und geben ihm
‚gute‘ Ratschläge.
Was sie aber nicht sehen wollen und in
ihrer verbildeten Engstirnigkeit auch nicht
sehen ist, dass sie ihren Freund
und seine Treue zu Gott nicht gut
genug kennen, dass ihr Wissen,
(wie das jedes Menschen),
trotz ihrer Klugheit begrenzt ist
und dass sie Gott in ihrer Logik zu
einem gnadenlosen und unbarmherzigen
Handlungsautomaten machen.
Vielleicht ist ihre selbstbezogene
Verbildetheit gerade der Grund dafür,
dass sie so wenig Herzenswärme haben
und so wenig Einfühlungsvermögen
und menschliche Anteilnahme zeigen.
Es ist erschreckend zu erkennen,
dass sie in ihrer ‚wohlmeinenden‘,
jedoch egozentrischen Kritik,
ihren Freund Hiob nicht wirklich
lieben und verstehen,
und auch, dass sie Gottes Größe, Gnade
und Barmherzigkeit so gering einschätzen.
Ursache und Wirkung basieren auf
menschlicher Logik, doch Gottes Liebe
und Weisheit sind viel größer.
In Gottes Liebe liegen Barmherzigkeit,
Geduld und Verständnis und auch
seine Hoffnung auf unsere Umkehr zu ihm,
aus freiem Willen.
Im Vertrauen, d.h. ohne es zu Wissen,
haben wir Anteil an Gottes Weisheit.
Wir sind ein Teil davon.
Sind wir in seiner Liebe,
ist seine Liebe in uns,
dann sind wir ein Teil Gottes,
nach seinem Bilde erschaffen.
Das haben wir erkannt, und wir
vertrauen fest auf Gottes Liebe.
Gott ist Liebe, und wer in dieser
Liebe bleibt, der bleibt in Gott
und Gott in ihm. (1. Joh 4,16)
Ehrfurcht vor dem Herrn zu haben
ist Weisheit und dem Bösen aus
dem Weg zu gehen ist Erkenntnis.
(Hiob 28,28)
Ehrfurcht vor dem Herrn bedeutet,
Gott und seine Majestät und Macht
zu achten und ehren.
Das ist die Tür, die zu wahrer Weisheit
führt.
Gott zu lieben, ihm zu vertrauen
und ihm in Liebe zu gehorchen,
das ist Gottes Weisheit für uns
und das ist ein lebenslanger Prozess.
Gott selber ist die Quelle der Weisheit.
Und der Anfang der Weisheit ist, dass man
ihn achtet und anerkennt.
Gott offenbart seine Weisheit denen,
die demütig und vertrauensvoll
zu ihm kommen und ihn bitten.
Gott selber ist der Maßstab für alles.
Er ist auch der Maßstab der Gerechtigkeit.
Er wirkt aus eigener Vollkommenheit.
Das bedeutet:
Alles, was er tut, ist gerecht und gut,
auch wenn wir es nicht verstehen.
Und weil er der Maßstab ist,
sollten wir uns an seinem Wort und an
seinem Sohn Jesus Christus messen,
der sein Wort ist, sine Antwort ist,
der uns das wahre Wesen Gottes zeigt.
In all seinem Elend gibt Hiob
seine Hoffnung nicht auf.
Er sagt prophetisch:
„Und doch weiß ich, dass mein Erlöser
lebt und auf dieser Erde das letzte
Wort haben wird.“ (Hiob 19,25)
Er ist sich sicher, dass Gott
immer auf seiner Seite steht.
Er ahnt, dass am Ende immer Gottes
Gerechtigkeit siegt, auch, wenn dazu
Jesus Christus erst auferstehen muss.
Im Glauben hat Christus allen, die ihm
vertrauen, die Sünden am Kreuz vergeben.
Paulus schreibt im Römerbrief (Röm 5,1-2):
Nachdem wir durch den Glauben von
unserer Schuld freigesprochen sind,
haben wir Frieden mit Gott durch unseren
Herrn Jesus Christus.
Wir können ihm vertrauen, er hat uns die
Tür zu diesem neuen Leben geöffnet.
Im Vertrauen haben wir dieses Geschenk
angenommen. Und wenn uns unser Herz
auch verurteilt – Gott ist größer
als unser Herz.
Gott zeigt Hiob, dass er über Dinge redete,
die er nicht verstand und dass er sich
seinem Leiden fügen muss, auch wenn
er es nicht versteht.
Und Gott zeigt auch, dass denen, die
ihm treu im Glauben und Gottvertrauen
verbunden sind, eine wunderbare und
ewige Zukunft bevorsteht.
„Für uns sind jene gesegnet, die im
Leiden durchgehalten haben.“
(Jak 5,10-11)
Wer rechtschaffen, aufrichtig und Gott
treu ergeben ist, hat nichts zu fürchten.
Der kann sicher sein, dass Gott
das Schlechte zum Guten wenden kann
und wird.
Gerade in Problemen, in Prüfungen und
im Leiden dürfen und sollen wir uns Gott
öffnen und ihn um seine Hilfe bitten.
Er wartet darauf, uns seine Liebe
und Barmherzigkeit zu zeigen.
Und auch darauf, dass wir im Gebet
unsere Lage aus seiner Sicht sehen.
Es geht darum zu erkennen, dass nicht
wir im Mittelpunkt stehen, sondern dass
alles aus seiner Liebe, Gnade und
Barmherzigkeit kommt und wir alles
dankbar annehmen dürfen, denn er ist
der Herr über Gut und Böse.
Nichts geschieht ohne sein Einverständnis.
Unser Gebet und unser Bitten
kann der Schlüssel zur Wende sein.
Und beim Wenden lässt sich Gott Zeit,
damit wir uns durch viele Erkenntnisse
auch nachhaltig ändern.
Uns unverdient zu wenden,
ist sein Wunder an uns.
Er ist nicht dazu verpflichtet.
Doch unsere Wende
ist nicht allein Gottes Sache.
Wir müssen sie wollen.
Wir müssen dem eigenen,
selbstbezogenen Wunsch
nach Wichtigkeit, Macht, Einfluss,
Ansehen oder Besitz,
nach mehr Wohlstand, Unabhängigkeit
oder Sicherheit widerstehen und uns
viel stärker auf Gott verlassen.
Und wenn wir meinen, jemanden
konfrontieren oder ermahnen zu müssen,
dann sollten wir zuerst prüfen, ob wir das
aus Liebe und in Liebe tun wollen,
oder nur um zu zeigen, wie toll wir sind
oder weil wir vielleicht
verärgert oder wütend sind
und einen Schuldigen suchen.
Unser Leiden kann
hilfreich oder schädlich sein,
es kommt ganz darauf an,
wie wir damit umgehen.
Werde ich im Leiden hart und verbittert
und lehne ich Gott deswegen ab
oder wende ich mich gerade im Leiden
an Gott, um von ihm Kraft, Geduld
und Hilfe zu bekommen.
Weigere ich mich,
mein Gewissen, die anderen
und die Umstande zu hinterfragen,
um daraus den Willen Gottes zu erfahren
oder beginne ich mir Fragen zu stellen,
die ich sonst nicht zulasse.
Verschließe ich mich jeglichen
Veränderungen in meinem Leben
oder lasse ich Veränderung
nach Gottes Geboten zu.
Werde ich im Leiden noch
egoistischer und ichbezogener
oder wende ich mich in meiner Not
liebevoll anderen Leidenden zu,
versuche ich,
mich in sie hineinzuversetzen,
sie zu verstehen
und sie zu ermutigen und zu trösten.
Falle ich in Selbstmitleid
oder nutze ich die Erfahrungen
aus meinem Leiden,
um das Leiden anderer
schneller zu erkennen
und ihnen darin beizustehen.
Ziehe ich mich in meiner Enttäuschung
und Verlorenheit von allem und allen
zurück oder werde ich gerade dann
für die Hilfe von liebevollen Menschen,
also von Menschen die Gottes Liebe
in sich tragen, offen und dankbar.
Bezweifle ich,
dass Gott aus Schlechtem Gutes macht
oder bin ich bereit, Gott treu zu vertrauen,
seine Hilfe anzunehmen und von ihm
zu lernen.
Klage ich Gott an und bewirke damit,
dass auch andere ihn anklagen
oder erkenne ich, was Gott durch Jesus
am Kreuz für mich und dich getan hat.
Prüfung und Selbstprüfung gehen
Hand in Hand mit Offenbarung
und Erkenntnis!
Deshalb stelle ich mir im Leiden
folgende Fragen:
Bestraft mich Gott für eine Sünde?
Wenn mir Sünde bewusst ist,
dann bekenne ich sie.
Greift Satan mich an?
Wenn das sein könnte,
dann bitte ich Gott um Kraft,
Hilfe und Führung.
Will Gott mich auf etwas hinweisen
oder vorbereiten?
Das könnte doch sein und dann ist
Leiden keine Strafe und kein Grund,
in Selbstmitleid zu fallen,
sondern ein hilfreicher Hinweis,
liebevoller oder barmherziger zu sein.
Und dann macht es Sinn,
Gott zu bitten mir Menschen zu zeigen,
die Ähnliches durchgemacht haben.
Habe ich wie Hiob
eine Prüfung zu bestehen?
Wenn ja, dann brauche ich dabei
die Stärke und Unterstützung von Mitchristen
und das Vertrauen darauf, dass Gott in
meinem Leben zu seinem Ziel kommt.
Muss ich vielleicht
wegen Vorkommnissen leiden,
die ich nicht zu verantworten habe?
Dann wäre ich überempfindlich,
denn in unserer Welt müssen
Böse wie Gute leiden, aber:
der Gute hat Gottes feste Zusage,
dass sein Leiden enden wird.
Gibt es keinen erkennbaren
Grund für mein Leiden?
Wenn ja, dann sollte ich nicht in Scham
versinken, sondern der Versuchung
widerstehen, mich in ein Schneckenhaus
zurückzuziehen.
Ich sollte meinen Glauben offen bekennen
und geduldig auf Gottes Hilfe warten.
(nach Studienbibel NLB – Begegnung fürs Leben.)

