Vergeltung

 

Hallo Du,

viele kennen mich,

die Vergeltung,

in der negativen Form,

jemandem etwas heimzuzahlen,

ihm zurückzugeben,

was er Dir angetan hat.

 

Wenn jemand Dich verletzt,

entsteht eine Spannung in Dir,

die Du loswerden möchtest.

 

Der erste Impuls ist, es ihm oder ihr

in gleicher Münze zurückzugeben

und wenn Du diesem Impuls

freien Lauf lässt,

Dich rächst und Vergeltung übst,

befreit er Dich nicht wirklich.

 

Deine Vergeltung ist schal

und unbefriedigend,

sie tut Dir anschließend leid

und Du fühlst Dich schlecht,

weil Du nicht besser warst als

der andere, der Dich verletzt hat.

Auch Du hast dadurch verletzt,

des anderen Leid vergrößert

und Deiner Würde, Deinem Anstand

und Deiner Seele geschadet.

 

Deswegen solltest Du nicht

Böses mit Bösem vergelten,

sondern das Böse

durch das Gute auflösen,

die Spirale des Bösen durchbrechen.

 

Dies gelingt Dir umso besser,

je weniger wichtig Du Dich nimmst

und je mehr Du

auf Gottes Gerechtigkeit vertraust.

 

Bedenke doch,

dass das Böse des anderen

aus ihm selbst kommt,

aus einem dort vorhandenen

Ungleichgewicht, dass jeden trifft,

nicht nur Dich.

 

Also helfe ihm,

seine Negativität zu durchbrechen.

Bleibe freundlich, wenn er Dich beleidigt,

suche das Gute in ihm und rede darüber,

auch und gerade mit anderen,

denn gut über andere zu denken

und zu reden, verbessert das Klima

auch im Umfeld und bringt allen Segen.

Es ist auch eine Ehre für Dich selbst.

 

Wenn Du die Spannung

der heftigen Reaktion,

des Wehrens,

der Vergeltung spürst,

nehme Dich bewusst zurück

und halte sie aus.

Frage Dich,

an welcher empfindlichen Stelle

Du getroffen wurdest

und was die Ursache dafür ist.

Wahrscheinlich eine frühere Verletzung,

die Du noch nicht überwunden hast.

An dieser inneren Auseinandersetzung

kannst Du wachsen und vergeben lernen.

Deine Aggression wird schließlich

in sich zusammenfallen.

 

Wenn Deine Spannung aber so groß ist,

dass Du sie nicht ertragen,

nicht aushalten und auflösen kannst,

so gebe sie im Gebet an Gott ab und

bitte ihn um Vergebung für den Sünder

und um Befreiung, Heilung

und Erkenntnis für euch beide.

 

Dadurch bleibst Du rein,

erhältst Dir Dein gutes Gewissen

und durchbrichst das Böse.

Dadurch trägst die Verantwortung

für Dein Seelenheil und hilfst

Deinem Mitmenschen.

Du überlässt Gott die liebevolle und

nachhaltige Erziehung und findest

selbst zu Größe, Sanftmut

und innerem Frieden.

 

Dadurch wird auch meine

zweite Bedeutung deutlich.

Im bayerischen Dank, „Vergelt’s Gott!“

wird die negative Bedeutung aufgehoben

und in einen besseren Dank umgewandelt,

als Menschen ihn geben können,

in den Dank,

den Gott in seiner Gerechtigkeit

und Weisheit für richtig hält.

 

 

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