Verbotene Früchte
Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben. (1Mo 2,9 und 16-17)
Hallo Du,
Gott hat in seiner großen Liebe einen Lebensraum erschaffen, ein Paradies, in dem wir mit ihm zusammenleben und in dem wir alles haben, was wir brauchen.
Doch weshalb hat er in die Mitte dieses Garten Edens den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen gestellt, von denen Adam und Eva, Menschen auf keinen Fall essen dürfen? Und was passiert mit ihnen, wenn sie doch davon essen?
Das Wort der Bibel gibt dazu wenige Hinweise, der Geist des Wortes aber viele.
1. Unterschied zwischen Gott und uns
Es gibt also einen Unterschied zwischen Gott und uns. In menschlicher Vorstellung war der Garten Gottes auch sein Refugium und auch er braucht Essen, aber andere Speise als der Mensch. Vom Baum des Lebens isst er Früchte, die ihm ewige Energie und Vitalität und ewiges Leben geben. Und die Früchte vom Baum der Erkenntnis geben ihm umfassende Weisheit in allem.
Er, der allmächtige Schöpfer, hat Kraft und Wissen. Alles was er tut ist wohl bedacht und weise erwogen. Alles ist gut und im Gleichgewicht. Auch das Verhältnis zwischen ihm und den Menschen hat im Alten Testament ein Gleichgewicht. Er sorgt für sie und sie geben ihm Gehorsam, Lob und Dank.
2. Liebevolle Grenzen
Gott, als liebender Vater setzt uns zu uns Grenzen. Nicht alles was ist, ist auch gut für uns. Das bezieht sich vor allen auf die sichtbare Schöpfung, das was sie erhält und zusammenhält. Die Beziehung zueinander und das Verhältnis untereinander. Es geht dabei um die Gemeinschaft in Liebe, Achtung, Wertschätzung und gegenseitiger Verantwortung. Und weil wir, kurzsichtig wie wir sind, diese grundlegenden Werte nicht erkennen oder sehen wollen, gibt er uns zur Orientierung einschränkende Gebote. Sie sollen uns vor Schlechtem bewahren.
Dein Herz behalte meine Gebote, denn sie werden dir langes Leben bringen und gute Jahre und Frieden; Gnade und Treue sollen dich nicht verlassen. Hänge meine Gebote an deinen Hals und schreibe sie auf die Tafel deines Herzens, so wirst du Freundlichkeit und Klugheit erlangen, die Gott und den Menschen gefallen. (Spr 3, 1-4)
3.Ungehorsam
Verbotene Früchte zu essen, kann vergiften und töten. Das gilt auch für geistliche Früchte, die unseren Horizont und unser Fassungsvermögen weit übersteigen. Wir sterben nicht an der Frucht selbst, sondern allmählich an dem Gift in ihr. Und wenn wir gegen die Auflage Gottes verstoßen, also ungehorsam sind, quält uns unser Gewissen. Wir leiden unter den Folgen unseres Ungehorsams und müssen die Konsequenzen tragen. Wir leiden besonders darunter, dass wir Vertrauen missbraucht und scheinbar verloren haben. Wir haben uns bewusst von der Liebe Gottes entfernt und waren dabei ihm gegenüber lieblos. Wir haben seinen liebevollen und wohl meinenden Rat als willkürliche Einschränkung gesehen und nicht angenommen.
4. Der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
Wer von diesem Baum isst, verliert seine Unschuld! Als Kinder Gottes waren wir ursprünglich im Paradies und in seiner väterlicher Gegenwart behütet und umsorgt. Alles, was wir brauchten, gab er uns. Wir waren sorglos, unbekümmert, unbelastet und frei. Wir litten nicht unter Angst oder Not oder Misstrauen, sondern konnten kindlich Naivität und voller Urvertrauen in die Güte des Vaters sein.
Indem der Mensch von Gottes Nahrung der Erkenntnis aß, erhob er sich über sein Gebot und über ihn. Er wollte wie Gott ein umfassendes Wissen haben und verstehen, warum etwas für sein Leben nützlich oder schädlich ist und wie er das handhaben kann. Er wollte die Voraussetzung schaffen, sein Leben in eigener Regie zu führen. Und er ahnte nicht, dass ihn das überfordern und die ihm anvertraute Schöpfung und sich selbst zerstören würde, weil er der Versuchung zum Missbrauch der damit gegebenen Möglichkeiten nicht gewachsen ist.
In Hesekiel 28, 2-6 wendet sich Gott an den Menschen und spricht durch den Propheten:
Du bist hochmütig und behauptest voller Stolz: ‚Ich bin Gott und wohne wie ein Gott auf meiner Insel mitten im Meer!‘ Doch auch wenn du dich selbst für einen Gott hältst, bist du nur ein Mensch! Zwar bist du weiser als Daniel, kein Geheimnis ist zu dunkel für dich. Weisheit und Verstand haben dich sehr reich gemacht, deine Schatzkammern sind voll mit Silber und Gold. Durch kluge Geschäfte hast du deinen Besitz immer weiter vergrößert. Doch all dies hat dich stolz und überheblich gemacht, und nun glaubst du, genauso zu sein wie Gott.
Nun muss der Mensch sich mit seiner Erkenntnis über Hintergründe und Gut und Böse herumschlagen. Er quält sich in Zweifel und ist gehemmt in seinen Entscheidungen. Er ist gefangen in seinem begrenzten Verstehen, Denken und Tun. Er fühlt sich erwachsen und unabhängig, und oft auch verlassen und überfordert. Seine Neugier und Überheblichkeit haben ihn von Gott entfremdet. Menschen schaden der Natur, der Lebensgemeinschaft auf dem Planeten und sich gegenseitig und selbst.
Jesus sagt in Mt 18,3:
Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.
In ihrer Anmaßung werden sie schließlich sich selbst vernichten.
Also Mensch:
Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. Dünke dich nicht, weise zu sein, sondern fürchte den HERRN und weiche vom Bösen. Das wird deinem Leibe heilsam sein und deine Gebeine erquicken. (Spr 3, 5-8)
5. Der Baum des Lebens
1.Mo 3,22: Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!
Spr 11,30: Die Frucht der Gerechtigkeit ist ein Baum des Lebens; und ein Weiser nimmt sich der Leute herzlich an.
Spr 13,12: Hoffnung, die sich verzögert, ängstigt das Herz; wenn aber kommt, was man begehrt, das ist ein Baum des Lebens.
Offb 22,2: An beiden Ufern des Flusses, der neben der Hauptstraße der Stadt fließt, wachsen Bäume des Lebens. Sie tragen zwölfmal im Jahr Früchte, jeden Monat aufs Neue. Die Blätter dieser Bäume dienen den Völkern zur Heilung.
Spr 15,4: Eine heilsame Zunge ist ein Baum des Lebens; aber eine lügenhafte bringt Herzeleid.
6. Der Baum der Erkenntnis
Pred 1,18: Mit viel Weisheit kommt auch viel Verdruss. Wer seine Erkenntnis mehrt, mehrt auch seinen Schmerz.
Pred 2,21: Denn da müht sich einer ab mit Weisheit, mit Erkenntnis und Geschick und muss es dann doch einem überlassen, der sich nie darum gekümmert hat. Auch das ist nichtig und ein großes Übel.
Jes 11,2: Auf ihm wird ruhen der Geist Jahwes, der Geist der Weisheit und des Verstands, der Geist des Rates und der Kraft, der Erkenntnis und der Ehrfurcht vor Jahwe.
Jes 53,11 Nach seiner Seelenqual sieht er das Licht und wird für sein Leiden belohnt. Durch seine Erkenntnis wird mein Diener, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit bringen; und ihre Vergehen lädt er auf sich.
Röm 11,33: Wie unermesslich reich ist Gottes Weisheit, wie abgrundtief seine Erkenntnis! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege!
1.Kor 13,2: Und wenn ich weissagen könnte und alle Geheimnisse wüsste und jede Erkenntnis besäße; und wenn ich alle Glaubenskraft hätte und Berge versetzte, aber keine Liebe hätte, wäre ich nichts.
Eph 3,19: Ja, ich bete darum, dass ihr seine Liebe versteht, die doch weit über alles Verstehen hinausreicht, und dass ihr auf diese Weise mehr und mehr mit der ganzen Fülle des Lebens erfüllt werdet, das bei Gott zu finden ist.
2.Petr 1,6: Der Erkenntnis muss die Selbstbeherrschung folgen, der Selbstbeherrschung die Geduld und der Geduld die liebevolle Ehrfurcht vor Gott.
Spr 8 19: Meine Frucht ist besser als Gold und feines Gold, und mein Ertrag besser als erlesenes Silber.
Spr 12,12: Des Gottlosen Lust ist, Schaden zu tun; aber die Wurzel der Gerechten wird Frucht bringen.
Lk8,15: Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.
Joh 15,4: Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.
Joh 15,8: Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.
7. Maßstab für Wachstum
Gott ist Liebe und die wird uns zuteil durch Glauben. Somit ist unser Maß an Liebe Beleg für unseren Glauben. Und die verschiedenen Ausdrucksformen der Liebe werden durch den Heiligen Geist gegeben.
Dagegen bringt der Geist Gottes in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe und Freude, Frieden und Geduld, Freundlichkeit, Güte und Treue, Besonnenheit und Selbstbeherrschung. (Gal 5,22-23)
Somit kann man an unseren Früchten erkennen, inwieweit der Heilige Geist seine Früchte in uns gewirkt hat. Darin erkennen wir den Heilige Geist in uns.

