Streit !!!
Sie achten alles für nichts und reden böse,
sie reden und lästern hoch her. (Ps 73,8)
Es ist wertvoller, auf die Zurechtweisung
eines verständigen Menschen zu achten,
als sich die Loblieder von Dummköpfen
anzuhören! (Pred 7,5)
Hallo Du,
jeder darf sein, wie er ist.
Er kann nur so sein, wie er gerade ist.
Er ist eben anders. Er darf anders sein.
Ob er über sich hinaus wächst,
entscheidet sein Spielraum.
Es ist seine Sache,
ob er Hinweise aufnimmt oder nicht.
Niemand hat das Recht,
andere egoistisch auszunutzen
oder sie beherrschen zu wollen,
aus Minderwertigkeit oder Geltungsdrang
übergriffig zu werden,
ihn zu hintergehen
oder ihm übel nachzureden,
sich in die Angelegenheiten
des anderen einzumischen,
ihn zu bewerten
oder sich über ihn zu überheben,
ihn selbstherrlich ändern
und bessern zu wollen,
ihn abzuwerten
und ihn zu bevormunden,
ihn zu etwas zwingen zu wollen
oder etwas von ihm zu fordern
oder zu erwarten.
Das untergräbt das Vertrauen
und die Vertrautheit.
Das verletzt, das entzweit und trennt.
Wenn er sich nicht ändern kann
oder es nicht will, ist es eben so.
Es wird Gründe dafür geben.
Dann helfen weder Recht haben,
noch Recht haben wollen,
weder kleine Sticheleien,
noch größere Racheakte,
weder reden,
noch immer wieder zur Rede stellen,
weder schreien, vorwerfen,
beschimpfen oder beleidigen,
weder lamentieren, noch taktieren,
noch intrigieren,
weder Verbündete suchen,
noch Gruppendruck aufbauen,
sondern nur
rücksichtsvolle Einsicht und Geduld,
nur verständnisvolles aufeinander
eingehen und zugehen,
nur sich liebend entgegenkommen
und Kompromisse schließen,
nur verlässlich zu sein und sich
verlässlich zu vereinbaren,
nur der Wille, in Toleranz und Achtung
miteinander auszukommen.
Jeder darf das Beste
für den anderen hoffen
und dafür beten.
Er darf ihn zum Beten ermutigen,
es ihm ermöglichen
und ihn dabei unterstützen,
wenn der andere das will.
Man darf Impulse und Hinweise prüfen.
Meist sind sie keine abwertende Kritik
oder bösartige Angriffe.
Meist sind es liebevolle Tipps
und gutgedachte Anregungen.
Sie könnten für das
eigene Wachstum wertvoll sein.
Man vergibt sich nichts,
wenn man sich positiv verändert;
man wird nur wertvoller dabei.
Man kann andere zwar täuschen,
aber niemals von ihnen enttäuscht werden,
denn enttäuscht werden immer nur
die eigenen, falschen Erwartungen.
Wenn aller liebevoller Rat nichts nützt,
wenn es Einsicht und Entschuldigung gibt,
wenn aus ständigem Streit
ein bleibendes Zerwürfnis wird,
wenn Vertrauen, Freude, Liebe
und Hoffnung weichen
und sich stattdessen Aggression
und Krankheit einstellen,
wenn der Wille zur Einigung fehlt,
dann hilft letztlich nur die schmerzhafte,
aber (er)lösende Trennung,
zum beiderseitigen Vorteil.

