Sich selbst beherrschen

 

Hallo Du,

es ist heute modern und fast schon üblich,

das eigene Wollen sofort zu verwirklichen,

seine Gefühle spontan auszuleben und

seinen Frust rücksichtslos rauszulassen.

 

Dabei fragt niemand,

ob das sinnvoll und nützlich ist,

ob das gesund und verträglich ist,

ob das willkommen und angemessen ist.

 

Außerdem wird den Worten

„herrschen“ und „beherrschen“

eine negative Bedeutung zugemessen.

Da wird über jemanden

oder über etwas Macht ausgeübt,

da wird über jemanden

oder über etwas geherrscht,

da wird jemand oder etwas dominiert.

Wer hat das schon gerne?

 

Allerdings kann man Beherrschung

auch auf sich selbst beziehen,

man kann sich selbst beherrschen,

muss nicht ständig

die Beherrschung verlieren,

muss nicht über

sich und andere herrschen wollen,

muss nicht ständig

im Vordergrund stehen,

muss nicht alle und alles

überragen wollen,

muss nicht immer bestimmen

und dominieren wollen.

 

Da ist es schon besser,

seine Sache gut zu beherrschen

und Probleme souverän zu handhaben,

etwas überlegt zu tun,

mit etwas überlegen umzugehen,

sich selbst in der Gewalt zu haben,

die Emotionen unter Kontrolle zu halten,

seine Stimmungen zu bändigen,

seine Ungeduld zu bezähmen,

seine Ansprüche zu mäßigen,

seine Maßlosigkeit zu zügeln,

seine Wut im Zaum zu halten und

seine Verbitterung und Unzufriedenheit

zurückzuhalten.

 

Diese Form der Selbstbeherrschung

zeichnet aus und adelt, sie zeigt,

dass man auch Herr über sich selbst

sein kann und darf,

dass man sich selbst und andere

nicht beleidigen oder verletzen muss,

dass man seine Beherrschung

nicht verlieren muss,

dass man seinem Begehren

nicht immer nachgeben muss,

dass man von seinen Begierden

nicht abhängig sein muss,

dass man nicht ungeduldig,

laut oder zornig werden muss,

dass man sich einer Ordnung

unterwerfen kann,

dass man unangenehme

Vorschriften und Verhaltensregeln

bewusst einhalten kann,

dass Disziplin, Verzicht und Askese

viele positive Aspekte haben.

 

Selbstbeherrschung kann man lernen.

Man erreicht sie aber nur durch

viel Geduld mit sich selbst und anderen

und durch große Ausdauer

im Lernen und im Streben.

 

Geduld, Ausdauer

und Selbstbeherrschung

führen letztlich

zum Verstehen und zu

menschlichem Verständnis,

zum Erkennen

und zu weiser Erkenntnis,

zu tiefempfundener

Dankbarkeit und Demut,

zu wahrer Liebe

und zu großer Ehrfurcht vor Gott.

 

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