Ruhe und Frieden
Hallo Du,
wer im Paradies lebt,
muss sich keine Sorgen machen,
der könnte in Ruhe und Frieden leben.
Aber nur dann,
wenn er keinen freien Willen hätte,
der ja bekanntlich Grundlage für
unser Lebensschicksal ist.
Nur ohne eigenen Willen
und ohne jegliche eigene Absicht,
kann mich niemand und nichts
aus der Ruhe bringen,
denn Unruhe und Unfrieden
kommen von innen heraus
und gestalten von dort das Außen.
Von dort aus kommt es dann,
– oft mit Zeitverzug -,
wieder zu mir, in mein Inneres zurück.
Meine Hoffnungen und Ängste sind
Ausdruck meines Denkens und Wollens
und meine Gedanken und Gefühle
sind Grundlage meines Handelns.
Also werde ich von meinen Erwartungen
und Zielen bestimmt,
oder aber von den Zielen,
die andere für mich haben
und denen ich mich nicht widersetze.
Darum prüfe jeder
seine Vorstellungen und Erwartungen,
seine Wünsche und Hoffnungen,
seine Ansprüche und Ziele.
Soweit sie selbstbezogen sind,
muss jeder aus eigener Kraft viel
vollbringen und das bedeutet auch
Widerstand, Ablehnung, Neid,
Zurückweisung und Zwietracht von
und mit anderen.
Je mehr Wünsche und Ziele jemand hat,
desto mehr Hader, Hektik und Unruhe
werden ihn begleiten.
Alles was ich haben möchte und habe,
das hat, besitzt auch mich.
Es beansprucht meine Zeit,
meine Gedanken und meine Gefühle,
es will und muss gesehen, gepflegt
und behandelt werden, um seinen
Wert zu rechtfertigen und zu erhalten.
Den einzigen Wert, den es tatsächlich hat,
ist vorübergehende Ablenkung,
befristete Zerstreuung und
dauerhafte Verpflichtung;
und das bedeutet wiederum
Unruhe und Unfrieden.
Viel leichter ist es nichts zu haben,
dafür aber viele Gelegenheiten zu nutzen.
Besitz besitzt uns,
Gelegenheiten ermöglichen uns.
Möglichkeiten gibt es immer wieder,
aber nur, wenn wir offen dafür sind.
Sie können unsere Freiräume füllen
und ermöglichen uns Freiheit,
nämlich frei zu entscheiden,
ob ich sie nutzen möchte oder nicht,
ob ich mich darin einbinde und verpflichte
oder nicht,
ob ich darin meinen Seelenfrieden finden
oder bewahren kann oder nicht.
