Recht auf Aufmerksamkeit

 

Hallo Du,

bemerkst Du mich nicht?

Ich bin auch ein Mensch.

Ich möchte mitspielen,

mitlachen, mitmachen.

Ich möchte wissen,

wer und was ich bin,

was ich kann und was ich

noch nicht kann.

Ich möchte lebenstüchtig

sein und werden.

Dazu brauche ich Deine Hilfe.

 

Ich brauche

Deine Zuwendung und Aufmerksamkeit,

Deine Erfahrung und Dein Wohlwollen,

Dein Verständnis und Deine Kritik,

Deine Herzenswärme für meine

Weiterentwicklung.

 

Warum arbeitest Du so viel,

es geht uns doch gut?

Warum hast Du keine Zeit für mich,

bin ich Dir nicht so wichtig?

Warum suchst Du Bestätigung

und Anerkennung von anderen?

Ich mag Dich doch.

 

Ich bin doch Dein leibliches Kind,

Dein eigen Fleisch und Blut!

Ich habe doch nur Dich – Mutter

und Dich – Vater!

 

Muss ich mich noch stärker

bemerkbar machen?

Mich noch mehr zurückziehen

oder mich noch mehr

in den Vordergrund drängen?

 

Warum reagierst Du nicht auf 

auf mein Bitten und Drängen,

mein Weinen und Zappeln,

auf meinen Wunsch,

Deine Aufmerksamkeit zu erhalten,

Deine Wärme zu empfinden,

Deine Fürsorge zu erhalten,

meinen Seelenhunger zu stillen

und Deine Liebe für mich zu erkennen?

Warum lehnst Du mich trotzdem ab

und schimpfst lieber mit mir?

 

Wenn Du Mutter und Du Vater

mich nicht annimmst, dann gehe

ich eben zu anderen Menschen

und hole mir da, was ich brauche:

Ob sie es wollen oder nicht.

Ich will (über)leben!

 

 

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