Mit der Wahrheit konfrontiert

 

Hallo Du,

plötzlich wird mir verdeutlicht, dass ich

einen schweren Fehler gemacht habe.

Ich bin schockiert und fühle mich

ertappt und blamiert.

Kann ich das vor mir oder gar vor anderen

offen eingestehen und zugeben?

Kann ich den Hinweis annehmen?

Nein!!! – Alles in mir wehrt sich dagegen.

Lieber tue ich so, als wäre mir das

vollkommen neu und unbekannt oder,

als wäre der Hinweis falsch, überzogen

und unbegründet.

Ich würde ja sonst mein Gesicht verlieren.

 

Also,

Zeit gewinnen und argumentieren;

die Sache genauestens hinterfragen;

erstmal alles abtun;

Fehler herunterspielen;

beschönigen; verdrehen;

sie in einem besseren Licht

erscheinen lassen;

sie als besser darstellen,

als sie in Wirklichkeit ist;

sie als nebensächlich darstellen

und in den Hintergrund rücken;

Ausreden finden;

nicht dazu stehen;

sie abstreiten und leugnen;

im Notfall den ungeliebten

Verdeutlicher selbst hinterfragen;

ihm eine böse Absicht unterstellen;

ihm Gleiches vorwerfen;

seine Sicht und Meinung in Frage stellen;

den Fehler in ihn hineinspiegeln

und ihn angreifen, um ihn

Mundtod zu machen

und sich selbst dadurch aufzuwerten

und besser zu fühlen;

sich mit Händen und Füßen

dagegen wehren;

die vermeintliche Schmach

unbedingt abwehren.

 

Und je mehr ich mich wehre,

desto deutlicher wird, dass ich mich

durch argumentieren immer tiefer

in die Misere hineinreite.

Ein hoher Schutzwall behindert

jetzt meine Sicht.

Uneinsichtigkeit verhindert

Lernen und Veränderung.

Gott akzeptiert jede Meinung

und prüft sie unvoreingenommen;

der Teufel aber argumentiert dagegen.

Er versucht, seinen Kopf

aus der Schlinge zu ziehen und die

Verantwortung auf andere abzuschieben.

 

Weshalb fühle ich mich persönlich angegriffen?

Warum kann ich das nicht einfach so stehen

lassen und in Ruhe darüber nachdenken?

Warum kann ich solche Hinweise nicht dankbar

annehmen, die Wahrheit darin erkennen, daraus

lernen und den Rest vergessen?

Weshalb kann ich nicht souverän und flexibel

damit umgehen?

 

Bin ich etwa so schwach, dass ich nicht zu

meinen Fehlern stehen kann?

Was hindert mich daran?

Was regt mich dabei so auf?

Habe ich mir eine geschönte Maske

aufgesetzt, um besser zu erscheinen

als ich bin?

Möchte ich meine Maske nicht verlieren,

um mich nicht hinterfragen zu müssen?

Was verstecke ich hinter der Maske?

Schein? Lüge? Minderwertigkeit?

Wunschdenken?

 

Ups, das ist hart und elementar!

Wer bin ich wirklich?

Was bewegt mich?

Was macht mich tatsächlich aus?

Wozu lebe ich?

 

Wie schön wäre es, völlig offen zu sein

und ohne Maske und Selbstlüge

leben zu können!

 

 

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